Robert Feldhoff


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Der Gestalter des Perryversums

Als jugendlicher Leser stieg er in die PERRY RHODAN-Serie ein, als Autor schrieb er faszinierende Romane, und als Chefautor steuerte er die Handlung über mehr als ein Dutzend Jahre hinweg: Robert Feldhoff, 1962 in Schorndorf geboren, prägte die größte Science-Fiction-Serie der Welt seit den 90er Jahren. Am 17. August 2009 verstarb er nach schwerer Krankheit in Oldenburg.

Robert Feldhoff wurde schon als Jugendlicher auf PERRY RHODAN aufmerksam: Er fand die Heftromane seines Vaters und begeisterte sich anfangs nur für die Titelbilder, bevor er sich auf die Lektüre einließ. Darauf folgte bald der Wunsch, selbst Geschichten zu verfassen. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften und schrieb in seiner Freizeit eigene Kurzgeschichten und Romane, die er nach einiger Zeit bei Verlagen einreichte.

Unter anderem schickte er Manuskripte an die PERRY RHODAN-Redaktion, wo man rasch sein Talent erkannte. Als erster Roman erschien im Frühjahr 1987 »Der Alpha-Asteroid«, ein PERRY RHODAN-Taschenbuch. Kurz darauf wurde der damals gerade 25-Jährige in das Autorenteam aufgenommen. »Die Harmonie des Todes«, der als Band 1328 veröffentlicht wurde, war sein erster Beitrag für die PERRY RHODAN-Erstauflage.

Der »Jungautor« entwickelte sich dank glänzend geschriebener Romane innerhalb kürzester Zeit zu einem Liebling der Leserschaft. Er überzeugte durch Ideenreichtum und stilistische Brillanz; seine Figuren handelten stimmig, egal, ob es sich um Menschen, Außerirdische oder Roboter handelte. Zu seinen faszinierenden Schöpfungen gehörte unter anderem der Roboter Voltago, dessen Geheimnisse über mehrere hundert Romane hinweg immer wieder eine Rolle spielten.

Seit 1993 wirkte Robert Feldhoff in der Exposéarbeit für die PERRY RHODAN-Serie mit; ab Band 1800 und mit dem Start des THOREGON-Zyklus bildete er mit Ernst Vlcek das Exposéteam. Nachdem Ernst Vlcek im Dezember 1999 seinen Rückzug von dieser Arbeit verkündet hatte, war Robert Feldhoff, gelegentlich als »der große Stille aus dem Norden« charakterisiert, ab Band 2001 allein für die Steuerung der größten Science-Fiction-Serie der Welt zuständig.

Für mehr als 500 PERRY RHODAN-Romane sowie zahlreiche Nebenprojekte erstellte er die Handlungsvorgaben, nach denen die wöchentlichen Folgen der Serie geschrieben wurden. Seine Arbeit gestaltete den roten Faden und die großen Zusammenhänge, seine Ideen ermöglichten den Autoren, mit ihren Romanen zu glänzen. Gesellschaftliche Entwicklungen und Diskussionen flossen in die Exposéarbeit ein, Themen aus Kultur und Politik griff Feldhoff immer wieder auf.

Darüber hinaus war er für viele Ergänzungen zur Serie verantwortlich. So lieferte er mit »Grüße vom Sternenbiest« den ersten Band der Reihe »Space Thriller«, der auch ins Tschechische übersetzt und 1998 vom Science Fiction Club Deutschland zum besten Roman des Jahres gekürt wurde.

Robert Feldhoff arbeitete engagiert am PERRY RHODAN-Filmprojekt mit, das bisher nicht verwirklicht werden konnte. Er verfasste die Grundlagen für das im Jahr 2008 erschienene PERRY RHODAN-Computerspiel und lieferte zahllose Ideen für die weitere Vermarktung der Serie.

Daneben schrieb Feldhoff Kurzgeschichten für Anthologien, Hörspiel-Drehbücher, Beiträge für den »Playboy« und das »Zeit«-Magazin. Zusammen mit dem Künstler Dirk Schulz schuf er die erfolgreiche Comic-Serie »Indigo«. An der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, wo er als Dozent wirkte, gab er seine Erfahrungen an angehende Autoren weiter.

Zu Beginn des Jahres 2009 zeichnete sich eine schwere Krankheit ab, die ihn daran hinderte, weitere Exposés und Romane für die Serie beizusteuern, worauf Uwe Anton zunächst seine Vertretung in der Exposéredaktion übernahm. Als Robert Feldhoff am 17. August 2009 im Alter von nur 47 Jahren starb, wurde Uwe Anton schließlich sein Nachfolger als Chefautor der PERRY RHODAN-Serie.