PERRY RHODAN Infotransmitter
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X-perimentelle Grüße!

Rainer Nagel


Dieser Infotransmitter ist in mehrerlei Hinsicht ein Experiment. Zum einen hat er für die Überschriften das »X«. Das ist durchaus spannend. Die Perrypedia listet 23 Personen, die mit »X« anfangen, dazu sieben Völker, zwei Organisationen, fünf Technologieobjekte, sechs Tiere und elf Raumschiffe (darunter überraschenderweise nur zwei Schiffe der Tiuphoren). Daraus sollte sich doch was machen lassen …

Darüber hinaus ist dieser Infotransmitter ein Experiment, da ich ihn zum 29. Juli abgebe (da gehe ich nämlich in Urlaub), er aber erst am 5. August (da ist Katrin Weil wieder aus ihrem Urlaub zurück) verschickt werden kann. So etwas hatten wir noch nie.

Nichts zu berichten gibt es über meine Kleinen – ich habe sie ja nicht mehr, und es sind Sommerferien. Meine neuen Kleinen wissen noch nichts von ihrem Glück. Aber eine von ihnen, das weiß ich schon, ist die Tochter besagter Schulelternsprecherin, deren Abiturrede von 2015 ich die Alphabetsstruktur der aktuellen Newsletter verdanke. Sie ist auch Elternsprecherin in meiner neuen Klasse. Hoffen wir mal, dass sie so schnell keinen Infotransmitter zu lesen bekommt … und wir nicht immer alles von A bis Z durchsprechen müssen.

Die Exposés nehmen derweil ihren Weg in den neuen Zyklus. Nur ganz kurz spielt dieser in der Milchstraße, dann geht es nach Orpleyd. In den aktuellen Manuskripten hingegen geht der alte Zyklus seinem Ende entgegen. »Auf zum Endspurt!«, ließ Sabine Kropp kürzlich verlauten. Und da spurtet es sich ganz gut in den letzten Bänden. Ich nehme an, es ist kein Geheimnis mehr, dass Band 2874 »Thez« heißen und von unseren beiden Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon stammen wird.

In diesem Infotransmitter reden wir zuerst einmal über Bierdeckel. Dazu geht es um PERRY RHODAN-Jupiter, die Planetenromane, NEO und ein Fantreffen. »Hinter den Materiequellen« setzt im Prinzip dort an, wo es letztes Mal aufgehört hat: Nach dem Umbruch von Scheer zu Voltz befassen wir uns nun mit dem etwas hastigeren Weg weg von Voltz.

Xisrapen sind es zwar nicht gerade …


… aber zumindest sind sie flach (und vielleicht sogar oval, aber wohl eher rund oder gar eckig): die Bierdeckel, mit denen wir Werbung für den »Sternengruft«-Zyklus machen möchten, der am 23. September mit einem Roman von Christian Montillon beginnt.

Der Deal ist einfach: Man kann bei der Redaktion thematisch verzierte Bierdeckel vorbestellen, die man dann in seiner Stammkneipe oder an anderen passenden Orten unters Volk bringt. Neben der Befriedigung, den neuen Zyklus beworben zu haben, erhält man ganz exklusiv auch noch einen PERRY RHODAN-Schlüsselanhänger. Und behält sich einen Bierdeckel als Sammlerstück.

Hier steht, wie das genau vor sicht geht – und insbesondere, dass der 15. August der Stichtag für eure Bewerbungen ist. Die Bierdeckel müssen ja auch noch rechtzeitig gedruckt werden …

Nebenbei bemerkt: Xisrapen fangen nicht nur mit »X« an, sondern haben einen sehr flachen, ovalen Körper. Im Gegensatz zu Bierdeckeln können sie bis zu sechzehn Pseudopodien ausbilden. Wir lernen die Xisrapen zum ersten Mal in Heft 650 (»Der Bund der Sieben« von William Voltz, Februar 1974) kennen. Peter Griese widmet ihnen im August 1981 ein Taschenbuch (Band 221, »Findelkinder der Galaxis«) – das wäre vielleicht beizeiten auch mal etwas für die Planetenromane. Und dann treffen wir noch einmal zwei in Roman 1315, »Der Roboter und der KLOTZ« (Oktober 1986) – das Werk von Peter Griese. Schließlich erfahren wir in Uwe Antons PR 1937 (»Stimmen aus dem Hyperraum«, Oktober 1998), dass einige Xisrapen im Terrania-Stadtteil Garnaru wohnen; der Roman hat auch einen Glossareintrag zu diesem Volk.

So, jetzt wisst ihr Bescheid und könnt Bierdeckel bestellen. Einen davon könnt ihr Calloberian nennen – das war der Name des ersten Xisrapen, den wir in der Serie trafen.

Xenokratie auf Ganymed?

Jupiter-Cover Band 3 von Arndt Drechsler
Fremdherrschaft? Nun, das sieht fast so aus … Immerhin hat PERRY RHODAN-Jupiter, unsere neue Miniserie, mittlerweile Band 2 hinter sich, mit dem die Geschichte auf dem Jupitermond so richtig beginnt: »Das Artefakt von Ganymed«, verfasst von Hubert Haensel und Kai Hirdt, ist seit dem 22. Juli erhältlich.

Daraus können wir schließen, dass am 5. August Band 3 erscheint: Auch »Galileo City« wurde wieder von Hubert Haensel und Kai Hirdt verfasst. Über das sehr stimmungsvolle Titelbild haben wir in unserer letzten Ausgabe schon gesprochen – aber was ist mit dem Roman? Er schildert zum einen das Leben auf Ganymed und setzt zum anderen die (neue) Geschichte um Chayton Rhodan fort. Und irgendetwas »Fremdes« ist da sicherlich schon im Spiel …

Band 4 wechselt dann die Handlungsebene. Christian Montillon berichtet über »Das Syndikat der  Kristallfischer« mit dem Untertitel »Der Jupiter brennt – Perry Rhodan trifft die neue Menschheit«. Auch hier sei schon einmal ein Blick auf das Titelbild gewährt. Wer wohl diese Kristallfischer sind …? Kai Hirdt hat hier übrigens nach eigenem Bekunden nur eine einzige Szene neugeschrieben, um den Teil mit dem neuen Handlungsstrang zu verzahnen – deshalb taucht er auch nicht als Autor auf.

Derweil hingegen ist unser Chefredakteur Klaus N. Frick schon mit Band 5 beschäftigt, die Planungen zwischen Autor und Lektor laufen gar schon Richtung Heft 10. Da ist also alles im Griff.

Xenophilie dank Zaubermond

PERRY RHODAN-Planetenromane 59/60 – Cover von Arndt Drechsler
Xenophilie, die Liebe zum Fremden, so wissen wir aus der Rede besagter Elternsprecherin, ist etwas Feines, das man Abiturienten wünscht. Der Begriff kann so einiges bedeuten – zum Beispiel die Bereitschaft, sich mit unbekannten Dingen einzulassen.

Warum es also nicht einmal mit einem Autoren versuchen, der im Perryversum schrieb, von dem aber die meisten der neueren Leser sicherlich noch nie etwas gehört haben?

Die Rede ist von Falk-Ingo Klee, dessen beide einzige Beiträge für die PERRY RHODAN-Planetenromane am 5. August als Doppelnummer 59/60 erscheinen. Der in Gießen lebende Falk-Ingo Klee stieg nach einigen Romanen bei TERRA ASTRA 1981 in die ATLAN-Serie ein und wurde bis zu deren Einstellung Anfang 1988 mit insgesamt 31 Beiträgen schnell einer der beliebtesten Autoren dieser Serie. Unvergessen bei den Lesern ist insbesondere seine Erfindung des Roboters »Blödel«, der sich zu einem Leserfavoriten entwickelte.


In den Jahren 1982 und 1983 verfasste er die beiden hier vorliegenden Romane: »Im Bann des Kometen« und »Geiseln der Sterne«. Sie sind in der Spätphase des Solaren Imperiums (zwischen den Bänden 599 und 600) angesiedelt und stechen durch stimmige Charakterisierungen und sauber konstruierte Handlungen heraus.

Mittlerweile ist auch der Band für den September auf der Zaubermond-Homepage vorbestellbar: Es handelt sich um die beiden nächsten Abenteuer des jungen Ronald Tekener, veröffentlicht 1981 bzw. 1982: »Das rote Leuchten« sowie »Der Waffenhändler«. Hier lernen wir Sinclair Marout Kennon kennen, Tekeners späteren Psychopartner, als er noch keinen Roboterkörper hatte. Zudem erleben wir weitere Schlüsselelemente in der Karriere des »Smilers«, die ihn zu der Figur machten, die ab Oktober 1969 vollgeformt in der ATLAN-Serie zu bewundern war.

Und wenn wir auf die Übersichtsseite der Planetenromane gehen, sehen wir auch, wie es weitergeht: zwei Romane von Thomas Ziegler und noch einmal zwei von Arndt Ellmer. Und ich sollte langsam mal an den nächsten Band gehen – das sind wieder zwei Frühwerke von Hans Kneifel.

Wer nicht dauernd nachsehen möchte, wann welcher Roman erscheint, kann auch gleich ein Abonnement abschließen. Das macht, wie ich nicht müde werde zu erzählen, vieles einfacher.

Und zu Falk-Ingo Klee haben wir gerade eine kleine Anekdote aus den Achtzigerjahren veröffentlicht, die vielleicht auch von Interesse für euch ist. Zumindest wirft sie ein Licht auf die deutscher SF-Verlagslandschaft jener Zeit …

X-faches Leid im NEOversum

NEO-Cover Band 128 von Dirk Schulz
Wenn ihr dies lest, ist die neuste Folge von PERRY RHODAN NEO schon erschienen. Band 127 stammt aus der Tastatur von Rainer Schorm und trägt den Titel »Jagd im Sternenmeer«. Das ist dann Band 7 von 10 der Staffel »Arkons Ende« – daher auch das ganze Leid. Außerdem geht es an fremde Orte, wie die Kolonialwelt Makarina oder Korea. An Xeno-Orte, sozusagen.

Im Exposé hieß der Band noch »Spuren ins Nichts«, aber der tatsächliche Titel klingt natürlich dynamischer. Und noch ein kleiner Auszug aus dem Exposé: »Es kommt zu einem unverhofften kurzen Wiedersehen mit Rinat ›Rhino‹ Ugoljew, was sicher einige Leser erfreuen wird.«

Wir wissen auch schon das eine oder andere zu Band 128 (wobei ihr ja auch schon die Vorschau am Ende von 127 kennt …):  Kai Hirdt verfasste ihn unter dem Titel »Der Verräter«. Auch dieser Roman verbindet wieder die Handlungsschiene auf der Erde mit der in den Weiten des Kosmos. Und so langsam kommen wir dem Höhepunkt der Staffel nahe … Wer der Verräter ist, fragt da jemand? Tipp: ganz sicher nicht Agaior Thoton – von dem wissen wir ja schon längst, was er für einer ist … Da kommt schon noch eine Überraschung.


Bereits seit Mai ist der achte Band der Platin-Edition von NEO erhältlich. Er enthielt seinerzeit als Sonderbeigabe die Geschichte »Die Graulinge« von Alexander Huiskes. Sie kam bei den Lesern wohl gut an – einer äußerte sich auf Facebook: »Wann gibt es einen neuen NEO-Roman von Alexander??«. Da wird er sich aber freuen, dass man zumindest diese Geschichte mittlerweile auch als eigenständiges E-Book erhalten kann. Wie üblich, kostet die Datei 49 Cent.

Xenophobie? Da hab ich was für Sie!

MediKonOne
Wir haben ja bereits geklärt, dass es eine gute Idee ist, das Fremde zu mögen. Daraus könnte man schließen, dass Angst vor dem Fremden keine so gute Sache ist. Das ist ja auch etwas, das uns die PERRY RHODAN-Serie seit 1961 zu lehren versucht.

Und wo könnte man seine Ängste besser abbauen als auf eine der zahlreichen Treffen von Gleichgesinnten, die es mit und um PERRY RHODAN immer wieder gibt?

Hier zum Beispiel haben wir eines in Oldenburg, das nennt sich MediKonOne. Es findet am 12. und 13. August 2016 im Klinikum Oldenburg statt, wo unter dem Motto »Science Fiction trifft Medizin« in Vorträgen und Podiumsdiskussionen aktuelle und künftige medizinische Fragestellungen erörtert werden.

Nun haben auch wir Leute, die sich mit Medizin auskennen. NEO-Exposéautor Rüdiger Schäfer ist für ein großes pharmazeutisches Unternehmen tätig, SOL-Beiträger Dr. Robert Hector ist gar Mediziner. Zusammen mit Klaus Bollhöfener werden sie die größte SF-Serie der Welt auf dieser Veranstaltung vertreten; Themen sind unter anderem die Unsterblichkeit und die Erschaffung künstlichen Lebens.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und eine Anmeldemöglichkeit gibt es hier, das Programm findet ihr hier.

Xpomul wäre stolz hinter den Materiequellen …


In der letzten Ausgabe haben wir uns darüber unterhalten, wie William Voltz in den Jahren vor 1980 die Scheersche Version der PR-Serie so gründlich umgestaltete, wie es Wim Vandemaan und Christian Montillon heute tun. (Im Gegensatz zu Xpomul. Der ist nur der zur damaligen Epoche der Serie passende Chaotarch.)

So weit, so gut.

In einem deutlich früheren Infotransmitter (dem vom 30. April 2015, wer’s genau wissen will) hatte ich zudem schon einmal darüber geschrieben, wie so ab etwa Band 1250 hingegen das »Modell Voltz« deutlich schneller, aber nicht minder gründlich abgeschafft wurde.

Dies kam mir wieder ins Bewusstsein, als ich im PERRY RHODAN-Forum eine Unterhaltung der Foristen »Richard« und »Trevor Casalle 839« verfolgte. Sie verlief so (im Zusammenhang hier nachzulesen):

»Richard«: »Aber vermutlich kam es damals nicht so gut an, dass Perry & Atlan da unter der Fuchtel der KK zu reinen Befehlsempfängern von Taurec und Vishna degradiert wurden (OK, ganz so deutlich mag das jetzt nicht rübergekommen sein, aber ich hatte diesen Eindruck in den entsprechenden Heften). Aber Atlan und Perry wollten sich das ohnehin nicht bieten lassen und haben sich von den KK wie erwähnt losgesagt.«*

»Trevor Casalle 839«: »Der Bann wurde in Band 1272 ausgesprochen, das Versagen von PR am Berg der Schöpfung – da war die Exposé-Verantwortung gerade erst auf das Team Mahr-Vlcek übergegangen. Willi Voltz hatte noch die Exposé bis ca. Band 1250 vordefiniert, das Wirken für die kosmischen ›Guten Mächte‹ war ja das Ziel seiner Serienführung. Was aber andere dann eher als Dystopie empfanden, so ganz ohne eigenen Willen, als dumpfe Handlanger irgendwelcher Hohen Mächte, die nie sagen, warum sie etwas wollen...brauchen die ja auch nicht, denn die waren ja ›gut‹. Das ist für mich die einfachste Erklärung, warum sehr schnell umgeschwenkt wurde.«

Stimmt das so? Kann man tatsächlich Unzufriedenheit unter den Autoren über den Kurs von William Voltz herauslesen?

Nun, Fakt ist, dass Voltz seinen Kurs ab Band 1000 als Schritt in eine umfassende und letztlich abgeschlossene Darstellung der Menschheitsgeschichte ansah. Es wird oft berichtet, er habe die Serie mit Band 1500 (und der Enthüllung der Entstehungsgeschichte von ES) abschließen wollen. Zitiert sei hier der seinerzeitige Jungautor Arndt Ellmer in seinen Erinnerungen an seinen Einstieg bei PERRY RHODAN, die er am 21. Oktober 2012 Hermann Urbanek zukommen ließ, der auf Seite 185–186 von PERRY RHODAN – Die Chronik Band 3 folgendes und einen Besuch des Autors im Hause Voltz abdruckt:

»Während ich auf der Couch saß, an meinem O-Saft nippte, haute er stürmisch in die Tasten. In den Gedankenpausen unterhielt er sich mit mir. Es ging hauptsächlich um Dinge, die die RHODAN-Serie betrafen, deren Zukunft zum Beispiel. Sein Handlungsbogen reichte bis Band 1500, und dort sah er auch das thematische Ende der Fahnenstange. Mein Gegenargument, dass PERRY RHODAN längst nicht nur eine Heftserie wie andere, sondern eine eigene Industrie sei, nahm er nachdenklich zur Kenntnis. Ich vertrat keck die Ansicht, dass man die Serie nicht so einfach einstellen könne.«

Auch K. H. Scheer stellt in dem Interview mit Rüdiger Schäfer und Matthias Hofmann aus dem Jahre 1990, zuletzt nachgedruckt in den Ausgaben 76 und 77 der SOL, der Mitgliederzeitschrift der PERRY RHODAN FanZentrale (Zitat hier nach Seite 23 der SOL 77).die (für ihn wohl eher rhetorische) Frage: »Was gab ihm überhaupt das Recht, eine Serie von sich aus mit Band 1500 beenden zu wollen?«

Dass nach Voltz’ Tod die Kritik an der Serienrichtung und insbesondere am kosmischen Überbau lauter wurde, ist ebenfalls an vielen Stellen überliefert. In seinem Beitrag »Was wäre, wenn …?« im PERRY RHODAN Werkstattband von 1986 schreibt Ernst Vlcek, seinerzeit zusammen mit Kurt Mahr Exposéredakteur, auf Seite 238:

»… und diese kosmische Hierarchie verlangte förmlich nach einem Anschauungsmodell. Kurt Mahr hat es auch prompt entwickelt und es wie die Schalen einer Zwiebel geordnet. Dieses sogenannte Zwiebelschalenmodell wurde zum erstenmal in Band 772 vorgestellt, und sein Schöpfer hat später einen Vorschlag unterbreitet, um diesem Modell wieder den ›Fangschuss‹ zu geben. Er wurde nicht angehört, weil alle glaubten, er wolle den Lesern eine noch höhere, über den Kosmokraten stehende Macht zumuten. Kurt Mahr kam damals nicht einmal zum Reden, er wurde im Ansatz gestoppt. Und so kommt erst nach Band 1300 zum Tragen, was er damals in groben Zügen entworfen hat: DIE GÄNGER DES NETZES.«

»Fangschuss« und »zumuten« klingen schon nach Unzufriedenheit. Ernst Vlcek gibt zudem in einem Interview in AUTOR, MENSCH, TERRANER, der Festschrift zu seinem 60. Geburtstag von 2001 (nachgedruckt in Band 3 der Chronik, Zitat dort von Seite 213), zu, dass er nicht mit allen Hinterlassenschaften der Voltzschen Kosmologie wirklich etwas anfangen konnte:

»Ich erinnere mich auf jeden Fall an eine Änderung, die ich vorgenommen habe, weil ich etwas von Voltz loswerden wollte. Das war das Virenimperium, das damals rund um das Sonnensystem geschwebt ist. Da habe ich nie eine rechte Vorstellung davon gehabt, das hat mir einfach nicht gefallen. Daher musste es weg, weil ich damit nicht arbeiten konnte. Wir haben dann die Vironauten erfunden, das war die einzige Lösung, die mir eingefallen ist, das Virenimperium loszuwerden. Sonst hätte man es nur killen können, aber das wollte ich auch nicht.«

Ein weiterer Kritikpunkt an der Voltz-Konzeption war deren Tendenz zur möglichst gewaltfreien Lösung von Problemen. Ich rede hier nicht von Beschwerden von »Hardlinern« wie K. H. Scheer und dessen legendärem »Wir waren schon soweit, dass keiner sich mehr ein Bein brechen durfte.« aus dem bereits erwähnten Interview (Zitat auch hier nach Seite 23 der SOL 77).

Nein, hier geht es um etwas, das wohl sowohl von Lesern als auch Autoren derart als Problem erachtet wurde, dass sich Horst Hoffmann in seiner Funktion als PERRY RHODAN-Redakteur am 27. Februar 1986 veranlasst sah, in einem Rundschreiben deutliche Worte zu wählen (zitiert nach Band 3 der Chronik, Seite 291):

»Das ist ein Punkt, in dem offenbar viel Unklarheit herrscht. Natürlich wollen wir nicht in die Zeiten der Raumschlachten zurück, doch das andere Extrem ist nicht besser. Perry Rhodan hat keinen Heiligenschein und wird auch keinen bekommen.



Ich weiß von vielen Autoren, dass ihnen der Super-Pazifismus in seiner zu oft gezeigten unglaubwürdigen Form genau da steht, wo ihn die Leser haben: ganz weit oben in der Halsgegend.

Die Kartanin erfreuen sich solcher Beliebtheit wie seit Band 1000 kein anderes Volk mehr, weil sie herzerfrischend operieren und auch mal ein gewagtes Kommandounternehmen durchführen. Das wünscht man sich auch von den Terranern …«

Und so kam eine Reihe von Faktoren zusammen, die dazu führten, dass spätestens mit Band 1272, »Revolte der Ritter« von Kurt Mahr (Januar 1986), die Kosmologie des William Voltz durch eine völlige Neuausrichtung ersetzt wurde. Um mich mal selbst aus dem besagten Infotransmitter vom 30. April 2015 zu zitieren: »Und der Leser fragt sich verblüfft: Was ist da gerade passiert? Der gesamte Hintergrund, einschließlich der Kosmischen Hanse als Instrument der über ES agierenden Kosmokraten, die Terraner als stabilisierende Kraft im Universum – alles weg? Die Terraner nun als Galaxienbummler in einer feindlichen Umgebung? Keine Dualität mehr zwischen Kosmokraten und Chaotarchen, sondern … etwas ganz anderes? Ein dritter Weg? Eine derart umfassende Erweiterung der Kosmologie des Perryversums? Und … Perry Rhodan ist einfach weg?«

Noch nehmen die Kosmokraten hier die Position verärgerter Eltern ein. Es wird noch bis Robert Feldhoff dauern, bis die Trennung zwischen »Gut« und »Ordnung« eingeführt wird und die früheren Auftraggeber zu Feinden (und später unsicheren Verbündeten) werden.

Überlassen wir das Schlusswort wieder dem Foristen »Richard«: » Ich fand es immer schon etwas eigenwillig, dass Atlan und Perry KK-ZAs erhielten, weil es schon seit Jahrzehntausenden feststand, dass die beiden RdT werden sollten, und dann waren sie letztlich nur ein paar Jahre ganz offiziell als RdT tätig und haben dann diesen Job an den Nagel gehängt.«*

*(Glossar: KK = Kosmokraten, RdT = Ritter der Tiefe, ZA = Zellaktivator)

Das ist jetzt wohl hoffentlich ein wenig klarer.

Xion lässt grüßen!


Na, wer war Xion? Na??? Also gut: Xion ist einer der Götter der Tazolen, der herrschenden Schicht der Algiotischen Wanderer in der Galaxis Chearth, früher Gott der Nacht und des Schattens, später umgedeutet zum Gott des Fluges, also »der Geflügelte«. Das war im MATERIA-Zyklus, erwähnt wird er in Heft 1968, »Ketzer der Tazolen« von Susan Schwartz (Mai 1999).

Wie schon letztes Mal gesagt: Wenn ihr das lest, bin ich in Urlaub. Und da ich fliege, passt ja auch der Verweis auf Xion. Ab dem 15. August bin ich wieder da (sofern Xion mitspielt). Vermutlich ist bald danach auch mit dem nächsten Infotransmitter zu rechnen.

Mal sehen, was dann so alles passiert ist … und wie ich mit dem »Y« klarkomme … Y’Man aus der ATLAN-Serie fällt mir spontan ein (wir diskutieren ja gerade die Abenteuer der SOL im Forum), Ynkelonium, der Schwarmgötze Y’Xanthymr … ach ja, was sich seit 1975 so alles an Erinnerung angesammelt hat …


Bis dann,

Euer
Rainer Nagel

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