PERRY RHODAN Infotransmitter
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Öffnendes Statement zur Begrüßung

Rainer Nagel


Das »Ö« wird nicht einfach, das sehe ich schon in den ersten Zeilen. Aber man wächst an seinen Aufgaben. Was sagt denn der Duden … hm … Ödipus, Ödnis, Ödland, Öfchen … ich weiß nicht …Ich bin mir dennoch recht sicher, dass ein Infotransmitter mit Ö-Überschriften einfacher zu bewältigen ist als die Rückkehr in den eigenen Körper, wenn man gerade im Catiuphat hängt.

Meine neuen Kleinen und ich waren auf unserem ersten gemeinsamen Wandertag – der schulweiten Schifffahrt, die alle zwei Jahre stattfindet. Das war durchaus unterhaltsam, wenn auch ein wenig anstrengend. Ich fühle mich fast ein wenig an meine Ausführungen zu den Mausbibern im Infotransmitter vom 26. Februar 2016 erinnert (man ersetze Bojan durch Torben). Aber wenigstens hat es niemanden in einen Torus verschlagen (obwohl ich mit Isabelle auf der Hinfahrt ausdiskutieren musste, in welche Richtung sie abtreiben würde, wenn sie jetzt vom Schiff fiele). Dafür dauerte insbesondere die Rückfahrt gegen den Strom (wie immer) gefühlt so lange wie Atlans Reise durch die Synchronie.

Bei den aktuellen Exposés zeigt es sich mittlerweile, dass es im »Sternengruft«-Zyklus doch um ein wenig mehr geht als nur die armen Tiuphoren und ihre Heimatgalaxis – mittlerweile baut sich da eine richtige »kosmische« Ebene auf. Das sieht auch unser Chefredakteur Klaus N. Frick so, der sich hier zu diesem Thema geäußert hat. Ich verweise auf mein Oh dear. von vor zwei Wochen. Oder, besser: OH DEAR. Dafür greifen in den aktuell fertigen Romanen die Gyanli das Aggregat an. Das war mal ein Spoiler … Und demnächst steht dann auch das Manuskript für den Doppelband von Robert Corvus an.

Heute geht es um Band 7 von PERRY RHODAN-Jupiter. Und natürlich um NEO. Es gibt eine neue SOL, und wir verweisen auf ein Interview mit Michael Thiesen, das uns Einblicke in die Produktionshintergründe der Serie liefert. Und dann fiel mir auf, dass gerade kürzlich wieder ein Beitrag von Hartmut Kasper auf Heynes »Die Zukunft« erschienen ist. In »Hinter den Materiequellen« lasse ich mich ein wenig zu den möglichen Sichtweisen des abgelaufenen Zyklus und seinem Ende aus.

Öde geht es gerade nicht zu …

Jupiter-Cover Band 7 von Arndt Drechsler
… bei PERRY RHODAN-Jupiter. Und schon gar nicht in Band 7.

Wir erinnern uns daran, wie in Band 4 (»Syndikat der  Kristallfischer« von Christian Montillon) Mondra Diamond und ihre Begleiter in die Hand von Oread Quantrill geraten sind, während Perry Rhodan sich zu »Jupiters Herz« absetzen konnte. Wer sich seitdem fragt, wer von den beiden das bessere Los gezogen hat, kann sich ab heute in »MERLINS Todesspiel« von Christian Montillon und Kai Hirdt eine Meinung bilden. Im Ziegelstein hieß das noch »DANAES größtes Spiel«. Die Änderung hat natürlich ihren Grund – das Verhältnis zwischen DANAE und MERLIN ist komplizierter, als man denken mag.

Hier treffen wir auch Chayton Rhodan wieder, was erklärt, warum Kai auf der Titelseite als Autor genannt wird. Wir erleben letztlich Teil 1 eines Doppelbandes, der mit Heft 9 unserer Miniserie fortgesetzt wird – deshalb heißt ja auch, wie schon vor zwei Wochen verraten, das letzte Kapitel »Halbzeit«. Der Folgeband wird »DANAE« heißen und von Kai Hirdt sowie Christian Montillon stammen – also darf man viel Chayton erwarten. Dazwischen führt uns Wim Vandemaan mit »Wie man Sterne programmiert« zurück auf die kosmische Ebene der Miniserie – aber darüber reden wir ein anderes Mal.

Bereits der Eintrag zu Porcius Amurri im Hauptpersonenkasten gibt uns einen Hinweis, was in »MERLINS Todesspiel« abgehen wird: »Der TLD-Agent erweist sich als Echtzeitholo-Jumper.« Und Quantrill ist überzeugt: »Aber egal, wie die nächste Spielrunde ausgeht, in Wirklichkeit hat Mondra Diamond längst verloren. Sie weiß es nur noch nicht.« Na, wenn er sich da mal nicht täuscht …

Und oh, der Untertitel: »Mondra Diamond denkt um ihr Leben – der Widerstand greift an«. (Das wäre gar nicht so doof, wenn meine Kleinen manchmal auch um ihr Leben denken müssten … oder doch zumindest denken …)

Örtliche Probleme mit ungebetenen Besuchern

NEO-Cover Band 132 von Dirk Schulz
Diese hat man nächste Woche im Neoversum insbesondere in Peking. Die Terraner haben es seit letzter Woche und Rainer Schorms »Der Kontrakt« mit den Sitarakh zu tun, die mit einem ganz einfachen Angebot ankommen, das nur schwer zu ignorieren ist: Wir reparieren eure Sonne, dafür dient ihr uns 10.000 Jahre. Ist bestimmt besser, als von der Sonne umgebracht zu werden. Aber ist das alles wirklich so einfach?

Wohl eher nicht, denn sonst hätten wir für die Staffel »Meister der Sonne« keine zehn Bände eingeplant.

Na, jedenfalls erzählt uns ab dem 7. Oktober Susan Schwartz in »Melodie des Untergangs«, wie es weitergeht – nicht nur auf der Erde (wo Julian Tifflor mit Anhang in Peking den Plänen der Invasoren auf der Spur ist), sondern auch im All und somit auf der LESLY POUNDER, mit der Perry Rhodan sich aufmacht, das Geheimnis der Weißen Welten der Liduuri zu lösen.

Statt weiterer Hinweise zum Inhalt genügt es in diesem Fall einfach, die insgesamt vier (!) Arbeitstitel, die im Exposé auftauchen, aufzulisten, da stecken ein paar Informationen drin: »Hilferuf der Liduuri«; »Sammelstelle Peking«; »Herr Ungleich«; »Der Erste Abriter«. Eigentlich sind all diese Arbeitstitel inhaltlich aussagekräftiger als »Melodie des Untergangs«; aber der tatsächliche Titel ist von der Stimmung, die der Roman trägt, deutlich passender.

Denn wie verrät uns das Exposé: »Ein wichtiger Roman, der den Kurs für die weitere Staffel festlegt!«

Und apropos »neue NEO-Staffel«: Da war ja dieser Zeitsprung, dessen Auswirkungen sich so langsam in den Romanen entfalten (möglicherweise nicht ganz so langsam wie die des Zeitsprungs zwischen NEO 100 und 101 …). Rainer Schorm, der die Staffel eröffnete, hat sich in einem zweiteiligen Werkstattbericht auf der PERRY RHODAN-Website zu diesem Thema geäußert.

An sich scheint das alles ganz einfach zu sein: »Also holen wir die bekannten Figuren aus ihren Schubladen und lassen wir sie altern. Nicht viel, aber immerhin. Dazu ein paar neue Charaktere, die sich daran reiben. Ein gewisser Farouq ... ein bisschen Mars, da waren wir schon mal ... und eine neue Zivilisation. Und natürlich die Sonne, die bekanntlich ihre Macken hat ... und einen Sprung in der Schüssel.«

Teil 1 des Berichts findet ihr hier, direkt »darunter« kommt dann Teil 2 .

Und der Kollege Frick schrieb ein Logbuch zum Thema »Fünf Jahre NEO – und noch mehr« … Das ist eine sehr schöne Übersicht zur Entstehung der Serie.

Ökonomie in der SOL

SOL 83
Letzte Woche kam die neue Ausgabe der SOL, der Mitgliederzeitschrift der PERRY RHODAN-Fanzentrale, bereits Heft 83. Es sind diesmal vier Seiten weniger als bei der Vorgängernummer (siehe die Besprechung im Infotransmitter vom 6. Mai dieses Jahres), was daran liegt, dass sich die Personallage in der Redaktion immer noch nicht entspannt hat.

Markus Gersting, als Betreiber des Blogs Hydorgol bekannt, gibt sich redlich Mühe, in seiner regelmäßigen Kolumne »Gelesen …« in die über Jahre gewachsenen Fußstapfen seines Vorgängers Rainer Stache zu treten. Gleichsam ergänzt wird er durch Christina Hacker, die sich (ebenfalls auf Grundlage ihres Blogs) staffelweise mit der Betrachtung von PERRY RHODAN NEO beschäftigt – in der vorliegenden Ausgabe mit der Posbi-Staffel.

Weitere  Beiträge befassen sich mit Wirtschaft im Perryversum, der Geschichte der OPRFZ sowie einem Vergleich zwischen den (Rhodan-fannischen …) Werdegängen von Christian Montillon und Andreas Schweitzer. Interviewt wird in dieser Ausgabe Roman Schleifer. Es gibt nur eine Kurzgeschichte: Holger Dörings »Das Skarg«. Wer nun vermutet, es könne sich um ein Atlan-Abenteuer zu Zeiten des Methankrieges handeln, hat nicht wirklich Unrecht.

Die SOL ist für Mitglieder der PRFZ im Mitgliedsbeitrag inbegriffen. Nichtmitglieder erhalten die Zeitschrift für 9 Euro im Space-Shop.

Öffentliche Äußerungen zur Arbeit hinter den Kulissen

Michael Thiesen
Morgen werde ich auf dem Austria-Con in Wien mit ihm zusammen auf der Bühne sitzen, mit  Band 1876 (»Das Heliotische Bollwerk« von Horst Hoffmann, August 1997) feierte Michael Thiesen seinen Einstand als freier Mitarbeiter der PERRY RHODAN-Redaktion. Seither wirkt er im Hintergrund und sorgt dafür, dass möglichst wenig Fehler in den Romanen enthalten sind.

Tausend Bände ist eine lange Zeit, und aus diesem Grund führte Klaus N. Frick mit Michael Thiesen ein Interview per Mail. Wir haben es in zwei Teile gegliedert – den gestern veröffentlichten ersten Teil und heute, ganz aktuell, Teil zwei.

Michael verrät in diesem Interview viel über seine Arbeit als »internes Korrektiv« bei PERRY RHODAN und gibt den einen oder anderen Einblick in die Abläufe, die zwischen dem Schreiben des Romans und seiner Drucklegung vor sich gehen. Und über Termine …

Im zweiten Teil geht es hauptsächlich um die beim SFC Universum erscheinenden »Zeitraffer«-Bände, die mit ihren Handlungszusammenfassungen und Querverweisen für jeden PR-Interessierten zur Pflichtlektüre gehören. Spannend finde ich vor allem die Zusammenhänge zwischen den Heftromanen und den »Zeitraffern«:

»Das ›Zeitraffer‹-Schreiben spielt für die Kontrolle der Manuskripte eine große Rolle. Zum einen zwingt es, die Texte genauer zu lesen, manche Dinge wie die falsche Schreibweise eines Namens fallen mir erst dann auf. Zum anderen ist durch die ›Zeitraffer‹-Dateien im PC ein Nachschlagewerk vorhanden, mit dem man schnell und gezielt recherchieren kann. Mittlerweile schreibe ich die ›Zeitraffer‹-Texte meistens sofort nach der Lektüre des unredigierten Manuskripts und korrigiere sie später noch mal, wenn die von Alexander Huiskes bearbeitete Version vorliegt.«

Ökologie und Insekten nach Kasper

Wim Vandemaan
Lange haben wir nicht mehr über die Kolumnen von Exposéautor Wim Vandemaan alias Hartmut Kasper auf Heynes Internet-Portal »Die Zukunft« geredet, wo er als »Dr. When« schreibt. Zum Glück ist vor gar nicht allzu langer Zeit (am 19. September, um genau zu sein) eine neue davon erschienen. Und da die Seite uns ganz hilfreich verrät, dass der Artikel eine Lesezeit von gerade einmal vier Minuten habe, lässt sich die Ablenkung sicher verschmerzen.

In seinem typischen Stil vermischt Hartmut hier das real existierende Problem des Insektensterbens (dem übrigens auch der zumindest namentlich verwandte Doctor Who schon eine ganze Staffel gewidmet hat) mit PERRY RHODAN.

Die Zusammenhänge zwischen Urlauben, Insekten und Invasionen (und anderen Dingen, wie Panzer und Tankstellen) könnte ihr hier  nachlesen (und ja, das mit den Individualverformern damals war beängstigend). Ihr dürft euch auch ruhig mehr als vier Minuten Zeit dafür lassen.

Öh … jetzt ist also der Zyklus hinter den Materiequellen …?


Vor zwei Wochen ging der Zyklus »Das Atopische Tribunal« mit Band 2874 (»Thez« von Wim Vandemaan und Christian Montillon) zu Ende. Seitdem wird viel diskutiert über den Zyklus, und da möchte ich mich hier nicht ausnehmen. Also werden wir zumindest diesen und den nächsten Infotransmitter mit Anmerkungen zur Handlung verbringen.

Wie ich schon im Infotransmitter vom 19. August 2016 androhte: Auch nach 175 Bänden der Ägide Vandemaan/Montillon durfte nicht erwartet werden, dass alles, was mit Band 2700 (»Der Techno-Mond« von Andreas Eschbach, Mai 2013) aufgeworfen worden war, auch wirklich zum Abschluss gebracht wurde.

Auch wirklich zum Abschluss gebracht werden konnte.

Ich rede hier nicht vom Techno-Mahdi. Der kommt noch, keine Sorge. Es hätte ihm aber sicherlich nicht geschadet, wenn man ihn ein klein wenig später in der Handlung angekündigt hätte. (Ich habe da ja einen Tipp und behaupte, dass er schon lange da ist, aber das wäre pure Spekulation … die, wie es der Kollege Huiskes während der Schifffahrt formulierte, als wir in fünf ruhigen Minuten die neuen Exposés diskutierten, mit jedem neuen Band an Validität verliert).

Was ich meine, ist die Ekpyrosis, der Weltenbrand. So, wie der Zyklus aufgebaut war (und die grobe Struktur stand von Anfang an – das Gespräch mit Thez am See der Fauthen als Finale war immer Teil der Planung), konnte sich die Frage um die Ekpyrosis nicht entwickeln, bevor Atlan nicht mit Thez »gesprochen« hatte.

Glauben wir für den Moment einmal der Behauptung von Thez in 2874, dass das Atopische Tribunal tatsächlich in der Milchstraße war, um den Weltenbrand zu verhindern. Und dass die Atopen – und nur die Atopen – das auch hätten tun können; sonst wären sie nämlich nicht dort gewesen.

Wenn also nur die Atopen den Weltenbrand hätten verhindern können, war von vornherein  die Lösung, dass der Weltenbrand verhindert würde und das Atopische Tribunal abzöge, nicht möglich. Entweder würde das Tribunal abziehen – dann findet die Ekpyrosis statt. Oder die Ekpyrosis würde nicht stattfinden/stattgefunden haben/wieauchimmer – dann hätten die Atopen in der Milchstraße bleiben müssen. Eine dritte Lösung gibt es nicht/gab es nicht/wird es nicht geben/würde es nicht gegeben haben.

Thez hat diese Entscheidung in Atlans Hände gegeben, und Atlan hat entschieden: gegen die für die Bewohner der Milchstraße sichere Version einer Existenz unter der wohlwollenden (?) Hand von Thez und dessen Organen, den Atopen, für eine unsichere und mit Sicherheit von Krisen geschüttelte Zukunft in einer Galaxis, die vom Weltenbrand bedroht ist und wohl ab jetzt auch ohne ihre Superintelligenz auskommen muss – aber in der die Galaktiker frei über ihr Schicksal entscheiden können.

Warum tut der alte Arkonidenfürst das?

Zum einen natürlich, weil er – so denkt er zumindest – dank seiner langjährigen »kosmischen« Tätigkeit als Ritter der Tiefe, Gänger des Netzes usw. usf. eine gewisse Erfahrung erworben hat, die ihn dazu befähigt, auch komplexe Probleme wie das Schicksal seiner Heimatgalaxis zu beurteilen. Und natürlich geht er davon aus, dass die »Hohen Mächte« (ganz gleich, ob sie nun Kosmokraten, Chaotarchen oder verblasste Rückstände verlebter Universen sind) nie die ganze Wahrheit sagen oder sich so komplex ausdrücken, dass man sich nie sicher sein kann, dass man sie auch wirklich versteht.

Oder dass sie ohne Hintergedanken agieren.

Und Atlan glaubt nicht, dass das »großzügige« Angebot von Thez, in einer von diesem Überwesen gelenkten, ewigen Utopie von Thez’ Gnaden zu leben, wahrhaft lebenswert sei – dem steht der Freiheitstrieb des Menschen (sei er nun Arkonide, Terraner oder was auch immer) klar entgegen. Das Beispiel des Motuners Doureo, den Thez zwar gerettet hat, was diesem aber auch nicht so viel gebracht hat, steht Atlan nur zu klar vor Augen. Insofern erreicht Thez durch seine Demonstration seiner »Liebe für das Leben« bei unserem Ex-Imperator das genaue Gegenteil.

Vermutlich hat Atlan auch im Hinterkopf, was Perry Rhodan ihm über die Entwicklung in Larhatoon erzählt hat. Die Geschehnisse in jener Galaxis haben die Exposéautoren ja nicht  nur eingeführt, um irgendwann die von ihnen als fehlend angesehene Begründung für die Invasion der Milchstraße durch das Konzil der Sieben nachzureichen.

Letztlich haben sie damit auch ein Muster vorgegeben: Larhatoon wurde vernichtet, dann schritt das Tribunal ein und machte die Vernichtung rückgängig – nachzuerleben im »Kontrafaktischen Museum« auf Axxallia-Annor (siehe den gleichnamigen Band 2735 von Leo Lukas).

Julian Tifflor postuliert ja auf Seite 36 des Romans, dass die Milchstraße in einem »ersten Durchlauf« universaler Geschichte durch den Weltenbrand vernichtet wurde und das Tribunal »nachträglich« einrückte, um diese Vernichtung rückwirkend zu verhindern, also gleichsam »kontrafaktisch« eine »neue« Milchstraße einzurichten (was die »falsche Welt« der Bände 2812 bis 2815 erklärt, deren Realität damals ungesichert war, da ja Atlans Entscheidung noch ausstand). Und somit würde der Abzug des Tribunals die Aufhebung der Vernichtung wieder rückgängig machen, die Milchstraße würde also doch vernichtet werden – entweder weil sie es immer schon wurde oder weil dies nun dank Atlan »kontra-kontrafaktisch« ermöglicht worden ist.

Sagt zumindest Julian Tifflor – und dem, einem der ältesten Handlungsträger der Serie, kann man ja wohl glauben!
 Kann man?
Nun ja.

Mehrfach wurde kritisiert, insbesondere im PERRY RHODAN-Forum, dass Julian Tifflor seit Band 2700 nicht mehr »der Alte« sei, man die Figur unsympathisch fände. Ich zitiere nur kurz aus einem Beitrag von »Frank Chmorl Pamo« vom 15. September: »Thez will für ›Gerechtigkeit‹ in Hunderte von Milliarden Jahren Vergangenheit sorgen, und Tifflor ist voll dabei. Scheinbar sind Jahrmillionen der Wanderschaft dem kritischen Denken abträglich. Ich hab schon so manchen ›guten Freund‹ in der Serie verloren, doch *diesem* Tifflor weine ich keine Träne nach. Dabei ist Tifflor nicht ambivalent geschildert, sondern so verbissen wie seinerzeit die Zeitpolizei, ein richtiger Überzeugungstäter.«

Ja. Nun. Eine Million Jahre des Wanderns können sich verheerend auf einen Menschen auswirken (ein Grund, warum auf meinen schulischen Wandertagen möglichst wenig tatsächlich gewandert wird – ich will ja nicht enden wie Tifflor).

Also halten wir es mit Atlan und treten diesem neuen, atopisch orientierten Tifflor mit einer gehörigen Portion Misstrauen gegenüber.

Aber selbst, wenn alles wahr wäre, wenn die Milchstraße tatsächlich bereits vernichtet wurde und nur durch Thez kontrafaktisch noch gerettet werden könnte, wenn ihm das alles unwiderleglich ausgeführt worden wäre (und das wurde es ja nicht) – selbst dann hätte Atlan abgelehnt.

Warum?

Weil Atlan nun weiß, wie es war, hätte sein können, werden könnte und vielleicht gewesen sein wird. Allein die Tatsache, dass die – zugegebenermaßen sehr komplexe – Sachlage nun bekannt ist, verändert sie. Wenn Atlan nun weiß, dass ES dabei versagen wird, die Milchstraße vor der Ekpyrosis zu retten, was er vorher erst erfahren hätte, als ES bereits versagt hätte, besteht auch die Hoffnung, die Lage dennoch zu ändern (was auch, zugegebenermaßen, gut für die Serie wäre).

Für Atlan sind die Karten damit neu gemischt.

Also hätte Thez letztlich doch etwas Gutes erreicht, indem der Arkonide sein Angebot abgelehnt hätte.

So sehe ich das zumindest.

Stimmt das alles?

Keine Ahnung.

Ich habe nicht bei den Exposéautoren nachgefragt und diese Zeilen auch nicht mit ihnen abgesprochen. Womöglich liege ich völlig daneben. Aber mir kommen zu viele von den literarischen Motiven, die hier zum Tragen kommen, nur zu bekannt vor, als dass ich wirklich falsch liegen könnte.

Denke ich.

Auf jeden Fall ist es ein nettes Gedankenexperiment.

Was dann doch für den Zyklus spricht.

Österreich ruft!


Während ihr dies lest, sitze ich vielleicht schon im Flugzeug nach Wien (Flug um 16.50 Uhr), auf dem Weg zum Austria-Con, einschließlich verlängertem Wochenende, da Montag ja Feiertag ist (zumindest in Deutschland). Und damit niemand diesen Con vergisst, hat der Kollege Bollhöfener letzte Woche noch einmal eine Erinnerung für Kurzentschlossene verfasst. Vorsichtshalber gebe ich euch auch noch einmal den Link zur Homepage des Cons. Im nächsten Infotransmitter werde ich dann selbstverständlich von dieser Veranstaltung berichten.

Und wir unterhalten uns über Utopien, Dystopien, wie man das im Perryversum sieht und ob PERRY RHODAN das eine oder das andere davon ist. Und was Thez damit zu tun hat. Und mein Zwölfer-Grundkurs.


Bis dann,

Euer
Rainer Nagel

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