PERRY RHODAN Infotransmitter
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Ob es auch in NGC 4622 regnet?

Rainer Nagel


Während ich diesen Infotransmitter schreibe, regnet es. Wie schon vor zwei Wochen, als ich den letzten Infotransmitter schrieb. Die vierzehn Tage dazwischen war schönes Wetter. Will uns das irgendetwas sagen?

Beim Katoraum meiner Kleinen gibt es nichts Neues. Die Tür des Schranks steht allerdings offen – sie haben also zumindest keinen Schlussstein eingesetzt (was ja auch problematisch gewesen wäre, da wir keinen Kelosker in der Klasse haben – aber gut in Mathe sind sie trotzdem). Die Uhr liegt immer noch attraktiv auf dem Schrank, direkt neben der alten, kaputten (der mit den Jankaron…
erm …Vogelstimmen). Und im schriftlichen Grundkurs-Abitur Englisch kam doch tatsächlich ein Vorschlag zum Thema Utopien/Dystopien (ein Auszug aus dem Roman »Uglies« von Scott Westerfeld, der in Bezug zu im Unterricht behandelten Inhalten zu setzen war), aber leider hat keine von meinen vier Schülerinnen die Chance ergriffen, im Abitur über PERRY RHODAN zu schreiben – sie fanden alle das Thema mit der Tochter jamaikanischer Einwanderer, die über ihre Kindheit in Großbritannien erzählte, spannender. War es ja vielleicht auch.

Die aktuellen Exposés beantworten (unter anderem) einige der vielen Fragen, die seit dem Erscheinen von Band 2900 aufgekommen sind: Wie geht es den Arkoniden? Und was macht Bostich? Keine Sorge, darauf gehen wir ein. Bei den fertigen Manuskripten sind wir gerade mit den ersten Romanen der Milchstraßenebene beschäftigt, die sich auf Terra konzentrieren und sich um das erste Auftreten eines der beiden Völker, die die Milchstraße besuchen, drehen.

In diesem Infotransmitter besuchen wir zuerst ganz kurz noch einmal Orpleyd, bevor wir uns dem »Genesis«-Zyklus zuwenden.

Auch Terminus kommt nun ernsthaft in die Gänge. Zudem wird es wieder Zeit für aktuelle Informationen zu den Zaubermond-Planetenromanen, und zu NEO gibt es natürlich ebenfalls Neues zu vermelden. Zudem gehen wir wieder einmal auf Hartmut Kaspers Kolumnen in Heynes »Die Zukunft« ein. In »Hinter den Materiequellen« stelle ich der Frage nach einem »Terranischen Traum« in der frühen Serie.


Rückschau auf Orpleyd




tl_files/comic/images/news/news/PR_Paket_58_Cover.jpgMittlerweile sind die 25 Bände dieses Kurzzyklus auch als E-Book-Paket erhältlich.

Dabei ist allerdings ein kleiner Haken: Da E-Book-Pakete immer 50 Bände umfassen, sind die letzten 25 Hefte des Zyklus »Die Jenzeitigen Lande« auch mit dabei.

Aber es kann ja gar nichts schaden, zu lesen, wie Perry Rhodan überhaupt in die Situation kam, die ihn nach Orpleyd geführt hat …

Natürlich wird der Zyklus auch im PERRY RHODAN-Forum ausführlich diskutiert; der entsprechende Strang umfasste, als ich das letzte Mal hineinschaute, bereits 15 Seiten.




Auf zur Genesis!




Wenn ihr dies lest, hattet ihr eine Woche Zeit, euch mit PR 2900 zu beschäftigen, Verena Themsens »Das kosmische Erbe«. So wisst ihr auch, dass sich die von mir zitierten ersten beiden Sätze auf den Bericht des Senders Augenklar über die Ankunft des larischen Botschafters auf Terra beziehen. »Mit dem Herz eines Terraners.«, hm? Unser Chefredakteur Klaus N. Frick schrieb dazu im PERRY RHODAN-Forum: »Wir wollten mal was Positives über die Medien sagen. Geschimpft wird schließlich viel zu oft ...«

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2900tibi.jpgDen »Genesis«-Zyklus hat Expokrat Wim Vandemaan ja hier in zwei Sätzen elegant zusammengefasst:

»Die Menschheit hat ihren Mentor verloren, die Superintelligenz ES. Nun müssen die Terraner ihren Weg zu den Sternen aus eigener Kraft suchen.«

Den Weg zu den Sternen kennen die Terraner natürlich schon, aber jetzt sind sie auf sich allein gestellt. Das waren sie früher aber auch schon ab und an – das werden sie schaffen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ES sie ganz schutzlos zurückgelassen hat.

Auf jeden Fall geht es bis einschließlich Heft 2905 erst einmal in Sevcooris weiter, dann schwenken wir zurück in die Milchstraße. Achtet mal auf die kleinen Details, wie Holzkästchen und einen bekannt klingenden Namen … da bauen wir schon eifrig auf – bzw., wie es anscheinend in der Branche so gern heißt, »schlagen Pflöcke ein«.

Für all jene, die besorgt sind, dass jetzt schon wieder alles umgeworfen wird, darf ich beruhigend auf eine Kolumne des Kollegen Klaus N. Frick zum Thema »Zeitenwenden bei PERRY RHODAN« verweisen. Für Hastige und Überbesorgte gibt es auch gleich die Kernstelle: »Ist von Band 2900 eine ähnliche Zeitenwende zu erwarten? Nein.« Oder vielleicht doch noch ein bisschen Panik …?

»Aber die Serie wird nicht grundsätzlich umgestaltet – das wäre vielleicht ein Thema für Band 3000.« Vielleicht hat ja der nach dem Abzug des Atopischen Tribunals wieder aktuelle Weltenbrand damit zu tun …

Und weil’s ganz gut passt, aber nicht für einen eigenen Punkt ausreicht: Im Nachgang zu unserer Berichterstattung zur Autorenkonferenz aus dem letzten Infotransmitter hat Klaus N. Frick selbst noch einen Bericht geschrieben sowie einen Nachtrag eingereicht.

Interessant hier sicherlich diese Passage: »Die ersten Romane des ›Genesis‹-Zyklus lagen zu diesem Zeitpunkt vor, wir sahen, was gut funktionierte und was nicht so gut umgesetzt worden war. Die Exposés waren schon weit vorangeschritten, ebenso die Detailplanung. «

Terminus naht!


Unsere neue Miniserie PERRY RHODAN-Terminus macht gut Fortschritte. Mittlerweile habe ich die ersten beiden Romane fertig auf der Festplatte liegen, also »Zeitspringer« von Uwe Anton und »Flucht durch Terrania« von Dennis Mathiak. Untertitel von Band 1 gefällig? »Die Vergangenheit wird lebendig – uralte Obelisken weisen den Weg«. Das passt ja auch zur Anzeige in Band 2900:
»Die Vergangenheit wird lebendig. Perry Rhodan trifft auf ein verborgenes Imperium.

Am äußersten Rand des Sonnensystems: Auf einem der Asteroiden des Kuiper-Gürtels machen Wissenschafter eine erschreckende Entdeckung. Zahlreiche Obelisken weisen auf Ereignisse aus tiefer Vergangenheit hin.

Als Perry Rhodan die Obelisken inspiziert, erkennt er Zusammenhänge - sie führen zum geheimnisvollen Planeten Terminus ...«

Terminus ist also ein Planet, jetzt wissen wir’s.

Nächste Woche gibt es dann vielleicht den ersten Satz von Band 1 …

Gleichzeitig sitzt Klaus N. Frick an weiteren Romanen zur Minsierie sowie an den verschiedenen Werbeaktionen; er hat hier ein wenig dazu verraten. Und hier sagt er ein wenig mehr zu den ersten drei Bänden.

Als erste Minisetl_files/comic/images/cover/terminus/PR_Terminus01.jpgrie aus unserem Hause wird Terminus ein »Lesermagazin« haben, das von Uwe Anton betreut wird: »Auf diesen Seiten wollen wir euch interessante Informationen über unsere neue Miniserie geben«, schreibt er in der ersten Ausgabe.

Mittlerweile gibt es zu PERRY RHODAN-Terminus auch eine offizielle Facebook-Gruppe. Dort erwarten euch Hintergrundberichte, und ihr habt die Möglichkeit, mit den Autoren live zu diskutieren. So schrieb dort jemand namens »Sinco Venethos« (es sollte nicht ganz so schwer sein, herauszufinden, wer das ist …): »Ich les grad noch einmal Band 1 ›Zeitspringer‹ und hör abwechselnd ›Jump around‹ von House of Pain und ›Jump‹ von Van Halen ... « Wie passend.

Und gleich noch eine Spekulation von Markus Gartung (der ja mittlerweile für die SOL die Romane der Erstauflage bespricht): »Na, es gibt ja einen Uraltschwarm, der vor 600.000.000 Millionen Jahren in der Milchstraße gestrandet ist. Der Schwarm, den Du meinst, dürfte mittlerweile woanders seinen Halt gemacht haben. Die Zeitbrunnen sind auch inaktiviert worden, klar, vermutlich können die Cynos diese zeitweilig kurz wieder eröffnen. Nun Erklärungen dazu wären sicher interessant :) Ich freue mich schon mal, sollte es dazu auch kommen.«

Unser »Sinco Venethos« ist davon allerdings nicht sehr überzeugt: »Oder es ist ganz was anderes …«

Na, in ziemlich genau einem Monat wisst ihr mehr. Vorbestellen könnt ihr auf jeden Fall schon einmal hier.

Auch die E-Books sind bereit bei allen gängigen Shops, wie Amazon; Ebook.de; Science-Fiction E-Book vorbestellbar.

Xisrapen und Hyptons bei Zaubermond


Bereits seit dem 3. März ist der Zaubermond-Band 73/74 erhältlich. Er bringt uns die beiden frühen Omar-Hawk-Romane von H. G. Ewers, wenn man so sagen möchte, »Jugendromanen« aus dem Jahr 1967, wieder zurück: Taschenbuch 34, »Die Festung der Raumfahrer«, sowie 36, »Die Katakomben der Besessenen«. Hier erfahren wir, wie Omar Hawk zu seinem Okrill Sherlock kam und wie sich die Besiedlung des Planeten Oxtorne entwickelt hat.

tl_files/comic/images/cover/planetenromane/PRTH_75_76cover.jpgAm 7. April nun springen wir in einen etwas späteren Handlungszeitpunkt des Perryversums, in die Zeit des Konzilszyklus bzw. kurz danach. Peter Griese beschäftigt sich in Band 75/76 zum einen mit den Xisrapen (»Findelkinder der Galaxis«, vormals Planetenroman 221 von 1981) und zum anderen mit den Hyptons (»Geheimprojekt der Hyptons«, Band 256 von 1984). Mit diesen beiden farbenfrohen Romanen bringt uns Peter Griese einige Elemente der »frühen Voltz-Ära« näher. In den Nachworten arbeite ich zudem die Geschichte der Xisrapen sowie der Hyptons auf.

Der Mai sieht zwei Taschenbücher von Robert Feldhoff vor, die im Imperium Dabrifa angesiedelt sind: »Scitt, der Zwerg« (ursprünglich TB 316, Juli 1989) und »Die Toleranz-Revolution« (376, Juli 1994). Interessant ist an diesen beiden Romanen, die durch die Person Scitt lose miteinander verknüpft sind, der Perspektivwechsel in das Reich des »Feindes«. In den Nachworten gehe ich deshalb auch darauf ein, wie sie in der ersten Hälfte des Cappin-Zyklus (PR 400 bis 449) zu verorten sind.

Für den Juni steht wieder einmal Hans Kneifel auf dem Programm. Diesmal geht es um zwei seiner frühen Planetenromane, jeweils Kolonistenabenteuer: »Der stumme Robot« (ursprünglich TB 35) und »Die Grenze des Imperiums« (TB 38), beide von 1967. Das gab mir in den Nachworten die Möglichkeit, mich über die Darstellung des Alltags im Solaren Imperium auszulassen.

Das letzte Manuskript, das ich abgeliefert habe, umfasst zwei Explorer-Abenteuer von Horst Hoffmann aus völlig verschiedenen Epochen, die uns zeigen, dass diese Unterabteilung des terranischen Kolonialamtes immer wieder eine wichtige Rolle in der Serie gespielt hat.

Der übliche monatliche Abschlussabsatz: Wer nicht dauernd nachsehen möchte, wann welcher Roman erscheint, kann ein Abonnement abschließen. Oder man bestellt sie einfach in der nächstgelegenen Buchhandlung.

Natürlich gibt es die Romane auch als E-Books – ich glaube, das habe ich noch gar nicht erwähnt.

Was passiert auf der Erde nach dem Abzug der Sitarakh?


In den letzten drei Wochen haben wir uns in drei Einzelromanen mit den drei Figuren Perry Rhodan, Tuire Sitareh und Atlan befasst, die ja am Ende der »Meister der Sonne«-Staffel in grellen Lichterscheinungen verschwunden sind und an verschiedene Orte der Galaxis versetzt wurden. Bevor wir deren Handlungsstränge wieder zusammenführen, schwenken wir erst einmal ins Solsystem zurück und zeigen auf, was dort in der Zwischenzeit passiert ist.

Nach dem Abzug der Sitarakh sowie der Überwindung des Cortico-Syndroms sieht es dort gar nicht gut aus. Damit beschäftigt sich Michael H. Buchholz in »Verkünder des Paradieses«, seinem leider letzten Roman für PERRY RHODAN NEO, also dem ab heute verfügbaren Band 144. Der Arbeitstitel war »Edikt der Memeter« – oh, richtig, die sind ja auch noch da.

Das Exposé sagt: » Wir beschreiben dort nicht nur die weiteren Hilfsmaßnahmen für die vom Cortico-Syndrom gezeichneten Menschen, sondern enthüllen auch die wahren Pläne der Memeter, die mit einer unerhörten Forderung an die Bewohner des Sonnensystems herantreten.« Was diese Forderung ist, könnt ihr ja direkt nachlesen.

Der Roman nimtl_files/comic/images/team/autoren/buchholz.jpgmt sich all jener Fragen an, die sich die Leser seit dem Ende von NEO 140 gestellt haben: »Wie geht man dort mit dem Verschwinden Perry Rhodans um? Wie schreiten die weiteren Hilfsmaßnahmen für die durch die Folgen des Cortico-Syndroms schwer gezeichnete Menschheit voran? Was tun die im Sonnenorbit wartenden Memeter?«

Und wenn wir all das geklärt haben, springt in zwei Wochen Rüdiger Schäfer in »Hafen der Pilger« wieder zu Perry Rhodan und seinen Erlebnissen auf der Suche nach METEORA in Sagittarius. Und siehe da – wir treffen tatsächlich auf die Gurrads.

Mittlerweile hat Klaus N. Frick auch einen Logbuch-Eintrag zum Tode von Michael H. Buchholz verfasst – den möchte ich euch nicht vorenthalten; Rüdiger Schäfer hat auf der Homepage einen Nachruf veröffentlicht.

Zudem sind mir weitere Würdigungsbeiträge zur Kenntnis gekommen, und zwar von Uschi Zietsch, Achim Mehnert und Christina Hacker.

Hartmut Kasper und die Schönheit der Vergangenheit



tl_files/comic/images/team/autoren/vandemaan.jpgWir weisen ja immer wieder gern darauf hin, dass unser Co-Exposéautor Wim Vandemaan als Hartmut Kasper auch auf Heynes Webportal »Die Zukunft« aktiv ist, wo er eine regelmäßige Kolumne schreibt.

Die aktuellste davon ist am 13. März erschienen und trägt den Titel »Schöne alte Welt«. Dort beschäftigt er sich auf Grundlage seines eigenen Lebens mit der Frage: »Warum ist die Vergangenheit gerade eigentlich wieder so beliebt?« und kommt zu dem Schluss: »Der Rückblick in die Vergangenheit taugt allenfalls dazu, zu entdecken, was aus der Zukunft geworden ist.«

Die Kolumne davor (vom 30. Januar 2017) beschäftigt sich unter dem Titel »Splundig Vur Thrigg« mit Oxford (der Stadt in England, nicht Faryes genoptimiertem Dodo) bzw. mit Großbritannien in seiner Allgemeinheit. (Der Titel der Kolumne bezieht sich auf den Comic »2000 AD«, wem das etwas sagt.)

Diese Beiträge sind immer sehr interessant zu lesen, gerade für die Älteren unter uns, die mit den meisten Anspielungen noch etwas anfangen können.


Hinter den Materiequellen: Gab es einen Terranischen Traum?


Im PERRY RHODAN-Forum wird gerade der Auftakt des neuen Zyklus diskutiert. Dabei schrieb Forist »rolf2001«: »Oder warum trägt Perry Rhodan, als er zu einer unauffälligen archäologischen Ausgrabungsstätte im friedlichen Sol-System gerufen wird, einen Strahler? Getreu dem Motto, dass jeder das Recht hat, mit einem Revolver am Gürtel rumzulaufen? Eigentlich hätte ich gehofft, dass die Serie so etwas hinter sich gelassen hätte.«

Wenn man so denkt, wie ich denke (Roman Schleifer stellte mich letztes Jahr auf dem AustriaCon in Wien vor als »der Mann, der Querverbindungen herstellt, an die wirklich keiner gedacht hätte«), und zudem auch gerade noch an alten Romanen arbeitet (für Zaubermond), die im Solaren Imperium des 24./25. Jahrhunderts nach Christus spielen, fängt es da schon an, im Kopf zu klicken …

Die nachfolgenden Anmerkungen beruhen auf den drei Kneifel-Taschenbüchern »Der stumme Robot« (ursprünglich Planetenroman 35, 1967), »Die Grenze des Imperiums« (Band 38, 1967) und »Höllentanz der Marionetten« (TB 47, 1968).
Der terranische Zivilist des frühen 25. Jahrhunderts ist ein interessanter Mensch. Ganz selbstverständlich trägt er eine Waffe (ohne dafür eine Lizenz zu benötigen) und kann damit umgehen. In »Höllentanz der Marionetten« erfahren wir, dass selbst die Stewardessen auf Passagierraumschiffen kleine Handstrahler mit sich führen. Zugegeben, all diese Geschichten sind während des Kampfes gegen die Meister der Insel angesiedelt – aber es könnte natürlich ebenso gut sein, dass der Durchschnittsbewohner des Solaren Imperiums sein Recht auf den Besitz einer Waffe für nicht minder unveränderbar hält wie heutzutage viele Amerikaner.

Eine wehrhafte Demokratie ist das Solare Imperium Kneifelscher Prägung allemal. Weder Tarn Sagarra (in TB 35) noch Kelly Morteen (in TB 38) haben Probleme (oder Bedenken), mit Waffengewalt gegen ihre Gegner vorzugehen; auch Takanji Ashikaga (ebenfalls Band 38) findet wenig dabei, sich mit der Waffe in der Hand im Versteck des Schurke auf die Lauer zu legen und diesen auch ohne Backup anzugreifen.

Und die Filmcrew auf Chephren Nova in »Der stumme Robot« (Siedler-Statisten mit eingeschlossen) schlägt wie selbstverständlich in einer koordinierten Aktion einen Roboterangriff zurück. Der Journalist Rogier Keevan-Stahl schließlich verhindert in »Höllentanz der Marionetten« in Zusammenarbeit mit einem nicht minder schießwütigen Hotelier fast im Alleingang einen Anschlag der Meister der Insel auf die Galaktische Gipfelkonferenz.

Die Botschaft ist klar: Das Solare Imperium ist stark, weil jeder seiner Bürger stark ist – und weil jeder es für selbstverständlich erachtet, die Werte des Staates zu verteidigen. Insofern präsentiert Hans Kneifel in dieser Hinsicht ein durchaus positives Bild der menschlichen Gesellschaft im frühen 25. Jahrhundert. Wir alle sind Terra, weil wir die Werte von Terra gutheißen. Oder, anders ausgedrückt: Es ist egal, ob man den Feinden des Imperiums einen Raumfahrer, einen Geheimdienstagenten, einen Schauspieler, einen Architekten oder einen Journalisten entgegenstellt – der Terraner wird sich durchsetzen, weil er für die überlegenen Werten kämpft.

Es gibt da aber Abstufungen.

Tarn Sagarra in »Der stumme Robot« ist gut mit der Waffe, dem Nahkampf und sogar dem taktischen Denken, benötigt er aber immer noch die sehr direkte Hilfe eines Agenten der Galaktischen Abwehr, um den Gegner zu besiegen – und die tefrodische Agentin überlässt er dann doch lieber Gary Bogard.

Auch Kelly Morteen hat in »Die Grenze des Imperiums« die Hilfe einer Agentin der Galaktischen Abwehr, allerdings ohne dass er es weiß – und ohne dass er darauf bauen kann, dass ihm jemand hilft. Er kennt zwar das Gerücht, ein Agent der Abwehr sei auf Counterpart, aber so richtig bezieht er das nicht in seine Planungen mit ein. Nein, Morteen ist es gewohnt, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen (und notfalls Deckung »von oben«, also der Solaren Administration, zu erhalten). Und so legt er sich ohne jeden Selbstzweifel mit einem Major des Pionierkommandos an und bleibt siegreich. Nur am Ende benötigt er die Hilfe eines Piloten der Solaren Flotte – doch die Offiziere kommen fast alle unsympathisch herüber. Kelly Morteen hat die Lage auf jeden Fall auch so im Griff.

In »Höllentanz der Marionetten« setzt Rogier Stahl-Keevan noch einen drauf. Er erledigt einfach alles und jeden selbst, zusammen mit einer Mit-Journalistin sowie dem Hotelbesitzer (namens Lee Finesilver). Zugegeben, ein Wissenschaftler und ein Ex-Journalist helfen ein wenig mit technischem Know-How, aber das ist dann auch schon alles, was sich gegen die Macht zweier Agenten der Meister der Insel stellt, die einen perfiden Anschlag auf das Solare Imperium vorhaben. Mehr braucht es aber gar nicht, denn Rogier, Lee und Satya sind erfolgreich. Zwar tauchen am Ende des Romans zwei Agenten der Abwehr auf, aber die stolpern nur kurz durch das Bild und haben wenig Einfluss auf den Ausgang der Geschehnisse. Das klappt alles ohne sie.

Insofern greift also meiner anfängliche Vermutung, dass die Terraner zu ihren Waffen wohl ein ähnliches Verhältnis haben wie heutzutage die Amerikaner: Wir dürfen sie benutzen, also benutzen wir sie, damit wir ein erhöhtes Gefühl der Sicherheit haben und uns generell besser fühlen. Gibt es also, analog zum Amerikanischen Traum (das Recht auf freie Entfaltung und Glücklichsein), auch einen Terranischen Traum? Gehört zu diesem auch das Recht auf Selbstbestimmung, Gleichheit und Glück? Und das Tragen von Waffen?

Ich habe ja schon im Juli 2003 auf der PERRY RHODAN-Tagung in Berlin die Ansicht vertreten, dass die Gesellschaft des Solaren Imperiums primär an die amerikanische angelehnt sei, weniger an die deutsche; ich erinnere mich noch daran, wie Hartmut Kasper mir damals auf Grundlage einiger Details des politischen Systems vehement widersprach. Die Vorträge dieser Konferenz sind seinerzeit unter dem Titel »Spurensuche im All« veröffentlicht worden.

Jedenfalls findet sich keine direkte Aussage zu einem »Terranischen Traum« in der Serie. Aber der Ausbreitungswille der frühen Terraner (beginnend mit Band 11, in dem sich Perry Rhodan Gedanken darüber macht, wie er dem Thort beibringen könnte, dass er Ferrol als ersten Teil eines noch zu schaffenden terranischen Sternenreiches ansähe) erkennen wir schon die »Manifest Destiny« der Amerikaner wieder (ohne die religiöse Komponente): Die Ideale der Freiheit und der Nation sind von weitreichender Bedeutung und müssen in neue Länder gebracht werden, indem sie die Reichweite der Nation (und damit ihrer Grenzen) erweiterten.

Das sieht man auch in der Expansionsphase ab dem zweiten Zyklus – die noch im Gange ist, wenn Kelly Morteen seine Stadt baut, die im Sinne des Wortes die Grenzen des Imperiums erschließen soll.  Ein wenig erinnert das durchaus an das »Westward Movement« der USA in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts: Wir wissen nun, dass das Land da ist – lasst es uns besiedeln!
Und dazu braucht man Waffen.

Denn, um es mit einem der berühmteren Zitate der frühen PR-Geschichte zu sagen, hier zitiert aus Walter Ernstings Perspektive, die in »Clark Darlton – Der Mann, der die Zukunft brachte« von Heiko Langhans (Seite 96) zitiert wurde:

»Die Handlung sollte spannend und konfliktreich sein, aber im Ton auch versöhnlich und tolerant den Fremden und Außerirdischen gegenüber.

›Aber nur, wenn sich die Fremden anständig benehmen‹, schränkte KHS ein. ›Sonst gibt’s Zunder!‹

›Zuerst einigen wir mal die Menschheit durch eine Art Dritte Macht‹, schlug ich vor. ›Und dann geht’s ab in den Weltraum.‹«

Da sehe ich schon eine gewisse Ähnlichkeit zum Amerikanischen Traum und dem Selbstverständnis der USA: Ganz wie aus dem Einwanderern der verschiedenen Kulturen im »Schmelztiegel« des amerikanischen Kontinents ein neuer Menschenschlag erwächst, gilt dies ebenso für die Terraner. Und sicherlich findet sich hier auch Platz für das abgewandelte Zitat von Kaiser Wilhelm II:

»Ich kenne keine Menschen verschiedener Völker mehr, ich kenne nur noch Terraner!« Auch wenn der kein Amerikaner war …

Das war’s dann auch schon wieder


Ab nächsten Mittwoch bin ich mit dem Tennessee-Austausch unserer Schule vier Wochen in den USA, vom 29. März bis zum 24. April. Das soll uns aber nicht weiter stören, da ich meinen Laptop mitnehme und zwischendrin Zeit genug haben werde, auch einen Infotransmitter von der anderen Seite des Atlantiks zu verfassen – den 60. meiner Redaktionszeit. Das gab’s bestimmt noch nicht. Und vielleicht reicht es sogar für den 61.

Ob ich Augenzeugenberichte für PR in den USA finde? Wir werden es sehen …

Bis dann,

Euer
Rainer Nagel


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