PERRY RHODAN Infotransmitter
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Tach!

Rainer Nagel


Sagt man das so in Köln? Na, jedenfalls, ich war auf dem ColoniaCon. In Köln.

Dort fragte mich ein Besucher, ob ich denn in einer Großfamilie lebe. Ich musste dann klarstellen, dass es sich hier keinesfalls um meine eigenen Kinder handelt, sondern um einen Haufen »Ersatzkinder«. Die sich ja auch manchmal ganz wunderbar dazu eignen, bestimmte PERRY RHODAN-Handlungspunkte zu erläutern – manchmal gar dazu, in versteckter Form noch die eine oder andere Information unterzubringen (wie letzte Woche).

Auch die ursprüngliche Grundidee hatte einen PR-Bezug: Man fühlt sich als Klassenlehrer oft wie ein Haluter mit einer Reihe von »Kleinen«, auf die man ewig aufpassen muss – gelegentliche Drangwäsche inklusive. Wie am Montag, als wir eine Grundsatzdiskussion zum Thema »Warum ich mein Klassenarbeitenheft nicht verlieren sollte« führen mussten.

Aber zu den aktuellen Exposés. Da ist eines, das doch tatsächlich einen Bezug zu einer Frage aufwirft, die auf dem Con auf dem PR-Panel gestellt wurde: »Wird demnächst jemand unsterblich?« Das haben wir eher abschlägig beschieden. Lag aber auch ein bisschen an der Art, wie die Frage formuliert war, das ließ Manövriermasse für ausweichende Antworten. Also wartet mal bis so kurz vor Ende des Zyklus ab …

Die aktuellen Romane spielen in den Jenzeitigen Landen. Also dürfte es auch um Atlan gehen (»So er denn noch lebt«, wie Oliver Fröhlich auf dem PR-Panel in Köln einwarf). Auf jeden Fall geht es hier um die Finale Stadt. Da wird auch einiges passieren, das recht final ist.

Und was passiert hier? Es gibt die üblichen Neuigkeiten zu Arkon, Jupiter und der Sammlerausgabe zu den ersten drei Comicheften. Hinzu kommt NEO. Und wir informieren über zwei nahende Fanveranstaltungen. »Hinter den Materiequellen« befasst sich mit dem Gesicht der Erde im Perryversum nach all den Katastrophen, Umsiedlungen und Entvölkerungen.

Wegen Katrin Weils Urlaub erscheint diese Ausgabe des Infotransmitters schon einen Tag früher als geplant, also am Donnerstag. War ganz schön hektisch …

Täter gesucht!

Arkon-Cover Band 11 von Dirk Schulz
Mittlerweile wisst ihr dank Verena Themsens Arkon-Band 10 (»Hüter der Gedanken«), woher die Extrasinne der Arkoniden kommen. Das Wissen um die Schwarze Maschine erklärt, warum sich die Extrasinnträger derzeit so sonderbar verhalten.

Was die Leser noch nicht wissen, ist, wer denn nun für die aktuellen Probleme verantwortlich ist und sich die größte Mühe gibt, das Kristallimperium ins Chaos zu stürzen – Sidhar kann es ja wohl kaum sein.

Hier kommt nun Susan Schwartz ins Spiel, die nächste Woche (also am 10. Juni) mit ihrem zweiten Beitrag für unsere Miniserie – »Auf dem Wandelstern« (also Band 11) – genau dieses Problem anpackt. Wir erinnern uns daran, dass der/die/das Schurke so geheim ist, dass der Name nicht im Personenkasten auftaucht. Wer es wohl sein mag? Ist es »jemand aus der unmittelbaren Umgebung von Rhodan«, wie in diesem Strang im PERRY RHODAN-Forum gemutmaßt wird?

Und dann fehlt uns nur noch ein Band, nämlich Marc A. Herrens Abschlussroman »Kampf um Arkon« (was Atlan da wohl macht auf dem Bild …?). Da löst sich dann alles auf (wir vergessen noch nicht einmal, dass der arme Perry trotz anderslautenden Versprechens Mondras Jacht geschrottet hat). Das gibt’s aber erst am 24. Juni.

Tau-acht kommt groß raus

Jupiter-Cover Band 1 von Arndt Drechsler
Wenn PERRY RHODAN-Arkon zu Ende ist, werdet ihr zum Glück gar nicht lange warten müssen, bis die nächste Miniserie kommt – schon am 8. Juli geht’s weiter.

Mit Band 1 von PERRY RHODAN-Jupiter. Der Roman trägt den Titel »Kristalltod«, auf dem Cover sind Wim Vandemaan und Kai Hirdt als Autoren angegeben. Und das kommt so:

Der Text des ursprünglichen »Ziegelsteins« reichte zwar für ein Paperback mit 1007 Seiten, aber nicht für eine zwölfbändige Miniserie. Also musste noch weiterer Text geschrieben werden, für den Kai Hirdt verantwortlich ist. Dies sehen wir nicht zuletzt in Band 1, in dem die Handlungsebene um Tau-acht deutlich erweitert wird – und in dem wir auch einige sehr entfernte Verwandte Perry Rhodans kennenlernen. Zugleich fließen hier die Prologe und Stimmungsbilde aus dem Anfang des Originaltextes ein – und die sind von Wim.

Ähnlich wird dies auch bei den späteren Bänden laufen. Natürlich haben die Autoren Hubert Haensel, Christian Montillon und Wim Vandemaan im Jahre 2011 nicht daran gedacht, ihre Beiträger für »Jupiter« in einem Format bzw. einer Länge abzuliefern, woraus sich später sauber zwölf Heftromane machen lassen würden. Also sind weitere Ergänzungen, Überleitungen und auch Kürzungen zu erwarten – Kai sowie Lektor Dieter Schmidt werden ihren Spaß haben. Weniger Spaß haben werden die Statistiker, die darüber Buch führen, welche Autoren wie viele Romane geschrieben haben …

Ein Teil dieser Informationen stammt vom Miniserien-Programmpunkt auf dem ColoniaCon, wen’s interessiert. Man nimmt ja seine Pflichten als Infotransmitter-Redakteur ernst. Unser Chefredakteur Klaus N. Frick berichtet hier noch ein klein wenig mehr.

Natürlich werden wir auch wieder eine »Edition« herausbringen, also ein Abo über alle zwölf Romane, wie schon seinerzeit bei Arkon. Statt eines Posters gibt es diesmal allerdings eine exklusive Kurzgeschichte von Wim Vandemaan, die mit Band 1 als separates Heft ausgeliefert wird. Details gibt es hier.

Und selbstverständlich wird es das alles auch als Hörbuch und als E-Books geben!

Tarnmission auf Abwegen

NEO-Cover Band 123 von Dirk Schulz
Richtig, hier geht es um NEO 123. Der Roman von Rainer Schorm hieß, wir haben es vor zwei Wochen bereits erwähnt, vom möglichen Arbeitstitel her »Die Tarnmission«. Oder »Das Höllentor«. Oder »Abstieg in die Unterwelt«. Herausgekommen ist dann »Blick in den Abgrund«. Auch gut.

Rainer befasst sich in seinem Roman mit den Nachwirkungen des Angriffs der Maahks. Crest und Thora erleben dabei den Absturz eines riesigen Trümmerstücks auf Arkon III mit. Tuire Sitareh und Ishy Matsu hingegen nehmen zusammen mit Orome Tschato und der MAYA die Spur der versprengten Maahkflotte auf. Da will sich Perry Rhodan auch nicht lumpen lassen und entfaltet eine Aktivität, die ihn ins Snarfsystem führt.

Klingt kompliziert? Nun, das Exposé meint: » Wir haben diesmal drei Handlungsstränge, die sich zwar später wieder vereinen, aber im Moment jeder für sich für Spannung sorgen.« Wird schon klappen.

Den Roman gibt es ab morgen im Handel.

Ich hätte gern auch etwas Neues aus dem NEO-Panel auf dem ColoniaCon verkündet, aber … ich hab’s verpasst, weil ich mit Uwe Anton und ein paar Foristen in der Sonne geplauscht habe. Es soll aber hauptsächlich um »technische« Details zur Herstellung der Romane vom Exposé bis zum Lektorat gegangen sein, haben mir meine Spione berichtet.

Als Ausgleich eine Frage der Exposéautoren, die schon etwas älter ist, aber noch nicht beantwortet zu sein scheint: Wann wurde eigentlich der NEO-Rhodan geboren? Sachdienliche Hinweise nimmt die Redaktion gern entgegen.

Toller Tag in Köln

ColoniaCon
Es waren bestimmt zwei tolle Tage, aber ich war nur am Samstag da – schließlich will ja auch dieser Infotransmitter geschrieben werden, von der Englischklausur meiner Kleinen (und der Elfer … und der Neuner …) ganz zu schweigen …

Also, letztes Wochenende war der 22. ColoniaCon  in … erm .. Köln. Ich bin am Samstagmorgen mit dem Zug hin und abends so auch wieder zurück. Auf der Hinfahrt gab es den Wagen nicht, in dem ich meinen Sitzplatz gebucht hatte (aber einen anders nummerierten Ersatzwagen mit dem gleichen Sitz), die mir wegen der großartigen Aussicht glühend empfohlene Fahrt mit der Rheinseilbahn fiel wegen einer ominösen Wetterwarnung aus (weshalb ich dann im schwül-heißen Wetter ohne Unwetter über die Rheinbrücke laufen durfte). Der Zug für die Rückfahrt (der sich nur sehr oberflächlich als ICE tarnte) kam mit 25 Minuten Verspätung in Köln an und war letztlich mit 45 Minuten Verspätung in Mainz – aber der Con an sich war sehr schön.

Es war sehr nett, eine Reihe alter Bekannter zu treffen (ohne Rücksicht auf Vollständigkeit: Dieter Bohn, Werner Fuchs, Achim Mehnert, Herrmann Ritter, Peter Scharle, Robert Vogel), dazu eine Reihe von Mit-Foristen sowie natürlich die schreibenden Kollegen Uwe Anton, Oliver Fröhlich, Ben Calvin Hary, Kai Hirdt, Rüdiger Schäfer, Roman Schleifer und Michael Thiesen (Wen habe ich vergessen?) sowie den lektorierenden Kollegen Dieter Schmidt – und natürlich Robert Corvus (der sich den ganzen Con über hinter der Bar aufhielt, dort einen Riesenspaß hatte und mich bei jedem Bier, das ich mir kaufte, fragte: »Und, wie war das Panel?«).

Nachstehend ein paar Links zur Nachbetrachtung:

Die Facebook-Seite der Con-Orga hat eine Reihe sehr aktiver Mitglieder, die auch jetzt noch eifrig posten.

Auf dem kurzen Video von Ulrich Bettermann sieht man am Ende sogar mich während des PR-Panels (oh Graus!).

Ben Calvin Hary ist sehr stolz auf seinen ersten »offiziellen« Auftritt.

Natürlich hat auch Achim Mehnert in seinem Blog etwas geschrieben,

Und hier kann man sehen, wie der in den Werbevideos im Zentrum stehende Jülziish auf der Suche nach dem Con letztlich im Jugendpart eintrifft.


Totales Kartografen-Erlebnis

Comic-Sammelband
Parallel zum ColoniaCon fand der Erlanger Comic Salon 2016 statt. Ich hätte im Vorfeld gern darüber berichtet, aber der Platz, der Platz … (Auf dem Con fragte mich jemand, ob das denn tatsächlich stimme mit der Platzbeschränkung im IT auf maximal neun »Slots«. Ja, tut es. Ich würde doch nie lügen. Außer es ginge um die aktuelle PR-Handlung.)

Na, jedenfalls – in Erlangern konnte man schon vor dem Erstverkaufstag (der war gerade) den Sammelband der drei Comic-Bände zu »Die Kartografen der Unendlichkeit« von Cross Cult als Hardcover-Ausgabe (112 Seiten, ISBN 978-3-86425-835-0) bewundern (und für 20 Euro käuflich erwerben).

Als Cover-Illustrator konnte der Münchner Alexander Lozano gewonnen werden – einer der bekanntesten Marvel-Coverzeichner (»All-New X-Men«, »Cyclops«).

Treffen überall!

SciFi-Days Grünstadt 2016
Wir beschließen den Infoteil dieser Ausgabe mit dem Hinweis auf zwei weitere Veranstaltungen, die für PR-Fans interessant sein könnten.

Schon am 11. und 12. Juni 2016 bieten die SciFi-Days im rheinland-pfälzischen Grünstadt ein reichhaltiges Programm. Im Weinstraßencenter Grünstadt wird die Vielfalt der Science Fiction aus den Bereichen Film, Fernsehen und Literatur präsentiert, ebenso werden Modelle und Kostüme gezeigt.

Selbstverständlich darf bei einem solchen Treffen die PERRY RHODAN-Serie nicht fehlen. Der Mannheimer Stammtisch wird die Vielfalt der Serie präsentieren – an einem Gemeinschaftsstand zusammen mit dem Science Fiction Club Universum (SFCU). Dort werden dort die vom SFCU herausgegebenen PERRY RHODAN-Publikationen angeboten. Zudem wird die PR-Teamautorin Verena Themsen am Stand für Autogramme und Besucherfragen zur Verfügung stehen, ebenso der PR-Arkon-Autor Ben Calvin Hary. Mit einem Vortrag ist zudem der STELLARIS-Autor Ulf Fildebrandt (siehe »Erinnerungen« in PR 2854) vertreten.

Nähere Informationen zur Veranstaltung und zum Programm finden sich hier.

Und Ende Juni (am 25., um genau zu sein) veranstaltet die Phantastische Gemeinschaft Rodgau e.V. ihren 3. PERRY RHODAN-Abend im Jugendhaus Dudenhofen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Als Gäste plaudern aus dem Nähkästchen die PERRY RHODAN-Teamautorinnen Michelle Stern und Verena Themsen sowie PR-NEO-Autor Rüdiger Schäfer

Terranisches Kulturgut? Alles hinter den Materiequellen!


In unserer letzten Ausgabe haben wir uns darüber unterhalten, wie die Menschheit im 15. Jahrhundert Neuer Galaktischer Zeitrechnung aussehen könnte – und uns dabei hauptsächlich auf die Ausarbeitung von Peter Terrid bezogen, die 1996 im von Klaus N. Frick herausgegebenen Buch »Das große  PERRY RHODAN Fanbuch« im Heyne-Verlag (Nummer 9968) erschienen ist. Das dort in Auszügen abgedruckte »PERRY RHODAN-Handbuch« (Stand so um Band 1808, also 1288 NGZ) befasst sich auch damit, wie wir uns die Erde im 13. Jahrhundert NGZ vorzustellen haben.

Wir haben uns darüber schon oft im Infotransmitter unterhalten. Der Planet wurde mehrfach entvölkert und verwüstet, nicht zuletzt sehr gründlich von den Dolans im Jahre 2437 christlicher Zeitrechnung. Seinerzeit schrieb H. G. Ewers als Abschluss von Heft 399 (»Alarm für die Galaxis«, April 1969):

»Die Sonne ging als trübroter, schmutziger Ball hinter den Aschen und Staubwolken auf, die langsam über den Himmel wanderten. Staub und Asche wirbelten auch unter den Füßen des einsamen Mannes empor, der müde, mit gesenktem Kopf durch die zerstörten Bezirke der Stadt schritt.

Rhodans Fuß stieß gegen etwas Hartes. Er bückte sich und betrachtete die aufgewölbte Terkonitstahlplatte, deren Material zerfiel, wenn man sie berührte. Hier und da entdeckten Rhodans forschende Blicke einen Schimmer von Gold und Spuren der Beschriftung.

Jäh überkam ihn die Erinnerung.

Er legte den Kopf in den Nacken und blickte zu dem zerfaserten Stahlplastikskelett auf, das von einem der imposantesten Bauwerke Terranias übriggeblieben war: der Solar Hall, in dem in glücklicheren Zeiten die Administratoren der Siedlungswelten unter dem Vorsitz des Großadministrators getagt hatten.

Rhodan lenkte seine Schritte nach Südosten, während seine Gedanken um die Frage kreisten, wie die Zukunft der Zweiten Menschheit aussehen würde.

Gewiß würden die Städte der Erde sich in neuem Glanz aus der Asche erheben, wie jener sagenhafte Vogel Phönix, der immer wieder neu und schöner als zuvor geboren wurde. Neue Wälder würden herangezogen werden. Aus einem sauberen Himmel würde die Sonne auf Wiesen Blumen und Felder leuchten.

Aber würde es jemals wieder wie vorher sein – konnte es das überhaupt ...? Die Erfahrungen vieler Jahrhunderte und die Geschichte zahlreicher Zivilisationen sagten dem einsamen Mann, daß es sinnlos sei, das Rad der Geschichte zurückdrehen, einen faden Abklatsch des alten Glanzes restaurieren zu wollen.

Sicher, für den Anfang würde es so scheinen, als käme das, was Dolans und Zweitkonditionierte vernichtet hatten, wieder. Doch das würden nur Äußerlichkeiten sein. In Wirklichkeit war bereits der Keim einer neuen Entwicklung gelegt.

Rhodan seufzte.

Seine Füße wirbelten Staub und Asche auf. Eine fast unversehrte Puppe rief die Erinnerung an seinen Sohn Michael wach, riß die frische Wunde erneut auf.

Nach einer Weile klärten sich Rhodans Gedanken. Er erhob sich von dem Mauerrest, auf den er sich gesetzt hatte. Sein Blick fiel auf einen Grashalm, der seine zartgrüne Spitze aus dem Staub reckte, der Sonne entgegen.

Perry Rhodan verharrte ehrfürchtig vor diesem Ausdruck des unbeugsamen Lebenswillens der Natur.

Tief sog er die Luft in die Lungen, mochte sie auch Staub und Asche enthalten. Er schritt schneller aus. Die Sonne war bereits über den Zenit gewandert, als er eine Lichtung inmitten des Trümmerfeldes erreichte.

Rhodans Augen weiteten sich.

Der hohe Marmorfelsen auf dem weiten Platz war in Stücke zerborsten. Aber die schlanke Konstruktion des Raumschiffes darauf war wie durch ein Wunder nahezu unversehrt geblieben und reckte trotzig den spitzen Bug in den Himmel. Die STARDUST, konserviert und als Denkmal im Gobi-Park ausgestellt, zur Erinnerung an jene Mondexpedition Perry Rhodans, vor vierhundertsechsundsechzig Jahren, mit der alles begonnen hatte ...

Rhodan schreckte aus der Wanderung durch die Erinnerung auf, als er das Geräusch von Schritten vernahm.

Hinter dem STARDUST-Denkmal kam eine Gestalt hervor, hochgewachsen, das lange weiße Haar vom Wind bewegt: Atlan.

Lange standen sich der Arkonide und der Terraner gegenüber, sahen sich in die Augen, bis ihrer beider Blicke sich auf das schlanke Raumschiff richteten. Worte waren überflüssig, sie hätten gegenüber dem, was die beiden Männer bewegte, doch nur wie banale Redensarten gewirkt. Sie wußten beide, daß sie auf den Trümmern ihrer Träume standen, daß nichts auszulöschen vermochte, was geschehen war.

Sie wußten aber auch, daß die Blicke der Menschheit weiterhin voller Sehnsucht in den Himmel und darüber hinaus gerichtet bleiben würden wie die Spitze jenes Raumschiffs, das der Menschheit zum erstenmal das Tor zum Kosmos geöffnet hatte ...«

So wird es wohl überall ausgesehen haben, und spätere Zerstörungen (wie die bei der Versetzung der Erde durch den Sonnentransmitter zur Larenzeit) dürften ein Übriges getan haben. Auch Ramihyn hat 1291 NGZ der Erde ganz schon übel mitgespielt (PR 1995, »Der Tod auf Terra« von Hubert Haensel, November 1999).

Schon davor waren Kulturgüter zerstört worden, zum Beispiel der Eiffelturm von den Laurins im Jahre 2114 n.Chr. (Band 142, »Agenten der Vernichtung« von Kurt Brand, Mai 1964).

Robert Feldhoff geht in Band 1594 (»Flugziel Dorifer«, März 1992) ebenfalls auf dieses Thema ein. Dort lässt er Rhodan sinnieren:

»Von den Britischen Inseln seiner Jugendzeit war wenig übrig. Schon der Angriff der Dolans im Jahre 2437 hatte diesen Teil der Erde zerstört, und was er heute überflog, war das Ergebnis mühsamer Restauration.« Im Jahre 1173 flieht Rhodan nämlich vor Voltago nach »Groß-London«, das deutlich größer ist als das, was man heutzutage unter »Greater London« versteht. Unser Held kommt an einer namenlosen Röhrenbahnstation an und lässt dann ein Gleitertaxi durch eine »leere, sehr breite Ausfallstraße« dreißigeinhalb Kilometer weit fahren, wonach es immer noch mitten in Wohngebiet ist. Rhodan ist verwirrt: »Aber seine Kenntnisse von damals halfen ihm heute wenig. Mit Nostalgie konnte er wenig anfangen, und im Groß-London der Gegenwart war er nie gewesen.«

Wenigstens regnet es.

Aber getreu der im letzten Infotransmitter zitierten Weisheit »Schreibe über das, was du kennst.« sind die wichtigen Bauwerke der Menschheit natürlich grundlegende Identifikationsmerkmale unserer Serie, die Anknüpfpunkte für die Leser schaffen, »Anker« in der Realität, in denen man sich wiederfinden kann.

Möchten wir also ohne diese Identifikationsmerkmale auskommen?

Wohl eher nicht.

So stehen im Jahre 3586, also deutlich nach der Verwüstung durch die Dolans sowie zwei Sonnentransmittersprüngen der Erde, immer noch die Pyramiden von Giseh, in denen die Loower einst Laires Auge verborgen hatten (siehe PR 883, »Die große Pyramide« von Hans Kneifel, Juli 1978).
Das wusste auch Peter Terrid (von Ramihyn mal abgesehen, der kam erst drei Handlungs- und  dreieinhalb Realjahre später).

Also schrieb er auf Seite 207f. unserer Quelle:

»Nach den fürchterlichen Zerstörungen und nachhaltigen Verwüstungen, die sich Terra in den letzten Jahrhundert hat gefallen lassen müssen, hat sich das Oberflächenbild der Erde stark verändert. Zwar liegen die Kontinente noch da, wo sie waren, auch die Gebirge, Flüsse, Meere sind nach wie vor vorhanden, aber der von Menschen gestaltete Teil der Oberfläche ist sehr von jenem Bild verschieden, das wir kennen.



Das manifeste, anfaßbare Erbe der menschlichen Kultur auf Terra ist weitgehend zerstört worden. Die Daten – Texte, Bilder oder Noten – blieben zwar erhalten, in NATHAN gespeichert, aber die Bauwerke wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ein großer Teil dieser Monumente ist allerdings in den letzten Jahrhunderten wieder nach alten Unterlagen neu erbaut worden, um den Menschen ihr kulturelles Erbe sichtbar vor Augen zu führen. Ähnliches gilt für Gemälde, Plastiken und andere Kunstwerke. Beendet ist diese Arbeit allerdings noch lange nicht.

(Also: Ein Autor, der den Kölner Dom als Handlungsort benutzen oder gar den Schiefen Turm von Pisa zerblastern möchte, muß das bei der Redaktion beantragen!)

Geblieben ist allerdings die alte Geographie: Es gibt Frankreich, Italien oder China, aber eben nur als Bezeichnungen für bestimmte Teile der terranischen Landmasse.

Die Charakteristik dieser alten Regionen und Staaten hat sich aber trotz aller Ereignisse noch in gewissem Umfang erhalten. Zum einen legen die Bewohner einen gewissen Wert auf die Besonderheiten ihrer Region; sie mögen es nicht, in einem terranischen Einheitsbrei zu versinken.

Hinzu kommt die breite Bewegung der #Terra-Nostalgiker, #, die sich eifrig darum bemühen den unterschiedlichen Landschaften Terras wieder ein markantes, eigenständiges und unverwechselbares Gepräge zu geben. Aus diesem Grund auch gibt es in Italien oder China sehr aktive Brauchtumsvereine, die sich intensiv um den Erhalt oder die Wiederbelebung der historischen Tradition bemühen. Allerdings müßten logischerweise dazu auch Traditionen gehören, die erst im Laufe der Rhodan-Handlung entstanden sind.«

Soweit Peter Terrid.

Um auf die Pyramiden zurückzukommen: Sie wusste wahrscheinlich gar nicht, dass es sie 3587 nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form geben durfte. Oder wir gehen einfach davon aus, dass so viele Außerirdische an ihrem Bau beteiligt waren, dass sie schlicht und ergreifend immun gegen alles sind, was das Universum ihnen antun möchte …

Tschau!


Auch unsere nächste Ausgabe wird wieder an einem Donnerstag erscheinen.

Dann werde wir uns wohl abschließend mit PERRY RHODAN-Arkon beschäftigen – können aber direkt mit Jupiter weitermachen, damit hier niemand Miniserien-Entzugserscheinungen bekommt.

Und – ihr habt euch doch bestimmt alle rot im Kalender angestrichen, dass Perry Rhodan am 8. Juni 2016 (also genau in der Woche zwischen diesem und dem nächsten Infotransmitter) 80 Jahre alt würde? Also bitte! Dieses bahnbrechende Datum begleiten wir mit einer Reihe von Aktionen, die natürlich, der Natur der Sache entsprechend, erst am 8. Juni online gehen. Ihr wollt einen kleinen »Spoiler«? Also gut: Dazu gibt’s ein Gewinnspiel auf Facebook. Außerdem gibt's ein Gratis-E-Book.

Wir berichten dann.


Bis dann,

Euer
Rainer Nagel

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