PERRY RHODAN Infotransmitter
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Szientifische Grüße!

Rainer Nagel


Da der erste Infotransmitter nach dem Jubiläum im Zeichen des »sz« stehen sollte, musste ich doch arg »kreativ« werden. Aber es ging schon. Gerade so.

(Ich hätte ja auch »Helau!« schreiben können, denn heute ist der 11.11. Aber »Helau!« fängt leider nicht mit »sz« an …)

Die Lösung des Gewinnspiels aus der letzten Ausgabe war »Weil«. Weil so heißt Katrin seit ihrer Heirat mit Nachnamen. Die Gewinner von 5 NEO-Hörbüchern sind: Nina V. aus Schenefeld, Claudius N. aus Stelle, Bernd K. aus Moorrege, Michael G. aus Viernheim und Alexander B. aus Bensheim. Je eine Silber Edition haben gewonnen: Dieter B. aus Neuss, Walter-Udo E. aus Hannover, Thomas W. aus Koblenz, Falko W. aus Ayl und Stefan B. aus Wiesbaden. Die Preise sind bereits verschickt.

Die Projektwoche ist vorbei, der Unterricht läuft wieder. Ich habe den Sechstklässlern im Projekt »Das Alte Ägypten zum Anfassen« nicht enthüllt, dass wir, je nach Chronist, die Pyramiden entweder Laires Auge oder Atlan verdanken, und habe sie ganz langweilig von ägyptischen Bauern errichten lassen. Atlan ist ja ohnehin gerade weg, da taugt er als Werbung nicht so viel.

Die aktuellen Exposés biegen auf die Zielgerade des Zyklus ein. Und um auf den Keller zurückzukommen: Unter einem gewissen Aspekt könnte man sagen, dass er fünf Stockwerke hat. Und es wird geschnittert. Die Exposés legen auch schon Grundlagen für den Zyklus ab Band 2900 – zum Beispiel, was das weitere Schicksal der RAS TSCHUBAI angeht. Und um die geht es auch in den aktuellen Romanmanuskripten – und damit nicht zuletzt auch um die  »Tschubai-Chroniken«.

In diesem Infotransmitter reden wir über PERRY RHODAN-Trivid, PERRY RHODAN-Jupiter, den neuen Silberband und NEO. Wir berichten über ein anstehendes Turnier des Sammelkartenspiels. Und in »Hinter den Materiequellen« befasse ich mit der RAS TSCHUBAI.

Szintillierende Action!


tl_files/comic/images/cover/ebooks/ebooks_trivid/PR_Trivid_03_Cover.jpgPERRY RHODAN-Trivid, unsere nur in elektronischer Form verfügbare Miniserie aus sechs Kurzromanen, ist ein echtes Kind ihrer Zeit: schnell, kurz und deutlich hastiger als der etwas behäbigere Infotransmitter. Seit gestern ist bereits die dritte Folge erhältlich, die Serie also schon wieder halb vorbei. Die Folge trägt den Titel »Labor« und wurde von Christian Montillon und Oliver Fröhlich verfasst. Beide Autoren sind für die komplette Serie verantwortlich – sie haben die Story gemeinsam entworfen, sie schrieben die Exposés, und sie verfassen die Romane. Für Nachzügler gibt es den Prolog nach wie vor gratis.

Oliver hat sich hier übrigens zu Lian Taupin geäußert. »Trevor Casalle 839« sagt bezüglich unserer Heldin im PERRY RHDOAN-Forum: »Lian Taupin wird sehr schön menschlich beschrieben – das gefällt mir sehr.«

Und weil es im Sinne des Wortes so schön ist, kommt hier gleich noch ein Link zu einer Besprechung von Teil 2 von Uwe Baetz. Sie fasst den gesamten Inhalt zusammen, aber bei einer wöchentlich erscheinenden Serie von Kurzromanen gehe ich schon davon aus, dass bei Erscheinen von Folge 3 die meisten Teil 2 gelesen haben werden. Wenn nicht – Achtung, Spoiler!

Oliver Fröhlich hat sich zudem noch zur Entstehung von PERRY Rhodan-Trivid geäußert; das könnt ihr hier nachlesen.

PERRY RHODAN-Trivid 3 »Labor« – ist bei allen bekannten E-Book-Shops wie Science-Fiction eBooks, eBook.de, iTunes und Amazon erhältlich und kostet 1,49 Euro. Der Prolog ist nach wie vor gratis erhältlich.

Szenerie des Untergangs, zum Ersten


tl_files/comic/images/cover/jupiter/PR_Jupiter10.jpgPassend zu diesem Infotransmitter erscheint Ausgabe 10 von PERRY RHODAN-Jupiter, »Ganymed fällt« von Hubert Haensel und Kai Hirdt. Dieser nicht sehr verheißungsvolle Titel führt uns zu Reginald Bull zurück, der den bevorstehenden Sturz des Jupitermonds auf dessen Mutterplaneten zu verhindern sucht. Dass sich die Bewohner des Mondes selbst uneinig sind, trägt nicht dazu bei, ihm das Leben zu erleichtern.

Und Chayton Rhodan? Der, so sagt uns der Hauptpersonenkasten, »wird zum Herrn der Finsternis«. Upps. Irgendwie hat er da wohl nicht die richtigen Lehren aus seinen bisherigen Erlebnissen auf MERLIN gezogen. Kann er wohl auch nicht (mehr).

Der Untertitel des Romans ist Programm: »Jupiters Mond stürzt der Vernichtung entgegen – 165 Millionen Menschen bangen um ihr Leben«.

Und das Ende könnte überraschen …Ich sage nur: »Wenige Minuten später wurde der Torpedo abgefeuert.«

Und wie geht es weiter?  Nun, Mondra Diamond und Chayton Rhodan sind immer noch auf MERLIN. Da geht es auch noch einmal um 20.000 Menschen. Deren Schicksal klärt in zwei Wochen Christian Montillon in Band 11 unserer Miniserie: »Countdown für MERLIN«. Und dann schließt Wim Vandemaan (unterstützt von Kai Hirdt) mit »Der ewige Lügner« alles ab, indem er die Ereignisse aus »Wie man Sterne programmiert« noch einmal aufgreift und zu ihrem Ende führt.

Szenario in M 82


tl_files/comic/images/news/news/Haensel_Silberbaende.jpgAm 14. November (also am Montag) erscheint der 136. Silberband mit von Hubert Haensel bearbeiteten Nachdrucken der »alten« (die meisten sind ja schon irgendwie zeitlos …) Heftromane unter dem Titel »Im Bann des Zweisterns«.

Wir sind im Jahre 1983 der Originalromane und immer noch im Zyklus um die Endlose Armada, der »kosmischen« Epoche der PERRY RHODAN-Serie – und zwar so ganz mittendrin: Das Buch enthält die Hefte »Operation Hornissenschwarm« (Band 1144) von H. G. Francis, »Der unsichtbare Bote« (Band 1145) von H. G. Ewers, »Angriff der Barbaren« (Band 1146) sowie »Die Spur zu Ordoban« (Band 1147) von Detlev G. Winter, »Die schwarze Pyramide« (Band 1148) sowie »Die große Vision« (Band 1150) von Kurt Mahr und »Im Bann des Zweisterns« (Band 1149) von Marianne Sydow.

Die Konfrontation mit der Endlosen Armada hält nicht nur an, sie scheint sich sogar noch zu steigern. Während die Terraner mehr Informationen über den Heerwurm aus Millionen und Abermillionen von Raumschiffen erhalten, werden sie zugleich stärker in die internen Kämpfe der Armada verstrickt. Rhodan lernt Armadaschmiede und Armadapropheten kennen, erfährt mehr über die Vergangenheit der riesigen Flotte und erkennt, dass sich die Zukunft der Menschheit auch in M 82 entscheiden wird … womit wir bei der »großen Vision« sind. Jemand namens Arnulf Höchstens wird da eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen.

Szenerie des Untergangs, zum Zweiten


tl_files/comic/images/cover/neo/neo135.jpgNa, das ist fast der Titel von NEO 132. Und um einen Roman der gleichen Autorin geht es hier auch. Das passt ja immer besser.

Aber der Reihe nach.

Letzten Samstag kam NEO 134 von Madeleine Puljic und Kai Hirdt: »Das Cortico-Syndrom«. Da geht es also ganz schön rund auf Terra. Und da es Madeleines erster NEO-Beitrag für PERRY RHODAN war, hat unser Chefredakteur Klaus N. Frick gleich ein Interview  mit ihr geführt.

Nächste Woche ist in der Tat wieder ein Roman von Susan Schwartz an der Reihe. Da wir jetzt wissen, dass Masmer Tronkh hinter allem steckt, dürfte der Titel von Band 135 –»Fluch der Bestie« – nicht überraschen. Die NEO-Städtereisen gehen weiter – neben Terrania sehen wir diesmal Straßburg und Dubai (worauf schon der – im Exposé einzige! – Arbeitstitel hinweist: »Sand des Verderbens«). Tipp: Die Zustände werden nicht besser, Perry Rhodan und die LESLY POUNDER vergessen wir aber auch nicht.

Das Exposé gibt sich ganz ähnlich wie schon für Band 134: »In diesem Roman ist die Erdhandlung für die Action zuständig, während es bei Perry Rhodan und Eric Leyden mal wieder eher um Rätsel geht.« Und wir etablieren einen neuen Charakter, der später noch wichtig wird.

Außerdem erscheint am Montag der zehnte Band der NEO Platin Edition. Das Buch trägt den Titel »Die Macht des Imperiums«  und enthält diese Romane: Band 37, »Die Stardust-Verschwörung« von Christian Montillon; 38, Michelle Sterns »Der Celista«; 39, »Der König von Chittagong« von Michael Marcus Thurner; und 40, Oliver Fröhlichs »Planet der Seelenfälscher«. Die für diesen Band neu geschriebene Geschichte heißt »Der Traum von Chittagong« und stammt ebenfalls von Michael Marcus Thurner.

Im PERRY RHODAN-Forum hat sich Rüdiger Schäfer zum Thema »lose Enden und offene Handlungsstränge« geäußert, das möchte ich euch nicht vorenthalten:

»Bei 26 Romanen pro Jahr müssen wir uns zwangsläufig immer wieder auf bestimmte Themenfelder und Figuren konzentrieren. Ich merke das gerade wieder beim Schreiben von Band 140, dem Finale der Staffel ›Meister der Sonne‹. Wenn man alles und jeden erwähnen will, bleibt die eigentliche Handlung auf der Strecke. Dass da der ein oder andere Leser enttäuscht reagiert (so gut wie jede Figur hat ihre Fans), ist verständlich, aber manchmal nicht zu vermeiden.

Nehmen wir als Beispiel das von Dir gebrachte ›Duploproblem‹. [Das bezieht sich auf die  Rhodan-Klone aus Band 100. – RN] Sicher hat man in Perry Rhodans engstem Vertrautenkreis diskutiert. Vielleicht gab und gibt es Expertenteams, die sich damit beschäftigen. Da es aber nicht in die aktuelle Handlung passt, wird es nicht explizit ausgeführt. Auch in der Erstauflage findest Du massenhaft lose Fäden. Früher wurden die in den Taschenbüchern aufgegriffen.

Ebenso die Naats: Natürlich hat man mit ihnen nach der Revolte gesprochen. Es gab womöglich Verhandlungen und Zugeständnisse. Aber daraus kann man keinen Roman machen, sondern solche Dinge bestenfalls mal in einem Nebensatz erwähnen. Aber keine Sorge: Die Naats sind nicht vergessen – und das arkonidische Imperium wird sich nach den Ereignissen in NEO 140 weiter radikal verändern!

Die große Zahl der Figuren, die sich in nun fast 150 NEO-Romanen angesammelt haben, sind ein ständiges ›Problem‹. Wie schon erwähnt, müssen wir uns immer wieder einige wenige herauspicken, auf die wir uns konzentrieren. Jeder Leser hat andere Lieblinge und möchte diese natürlich gerne in Aktion lesen. Für Michael und mich alles andere als eine einfache Aufgabe.

Ansonsten stecken wir gerade mitten in der Konzeption der Bände bis NEO 150. Im Mai nächsten Jahres feiert die Serie ihr nächstes großes Jubiläum, und wir freuen uns drauf!«

Weniger gefreut habt ihr euch vermutlich über diese Neuigkeit: PERRY RHODAN NEO wird teurer. Der Preis der Hefte steigt von 3,90 Euro auf 4,20 Euro. Dies gilt ab dem nächsten Band, den von Susan Schwartz, den wir weiter oben bereits besprochen haben.

»Die Preise für die E-Books verändern sich nicht«, erläutert Katrin Weil, als Marketing-Managerin bei PERRY RHODAN für das Digitalgeschäft verantwortlich. »Das einzelne E-Book kostet weiterhin 2,99 Euro, auch die NEO-Pakete bleiben unverändert. Ebenso ändert sich bei den Hörbuchpaketen nichts.«

Szenenspiel mit vielen bunten Bildern


tl_files/comic/images/news/news/Dreieich.jpgWir haben schon lange nichts mehr über das PERRY RHODAN-Sammelkartenspiel der Firma Between the Stars berichtet.

Mit diesem kann man in sehr detailgenauer Form den ersten Zyklus der Serie sowie Teile des zweiten durchspielen, auch hintereinander, gleichsam als die Fortsetzungsgeschichte, die PERRY RHODAN ja auch in Romanform ist.

Wer sich näher mit diesem Spiel beschäftigen oder einfach mal hineinschnuppern möchte, hat am 19./20. November 2016 in Dreieich bei Frankfurt am Main eine weitere Chance. Dort findet ein  großes »Sealed-Turnier« des Spiels statt. Was das bedeutet?

Die Ankündigung auf der Homepage erklärt es uns: »›Sealed‹-Turniere aber sind die Highlights unter den Turnieren. Hier erhält jeder Teilnehmer erst direkt vor dem Turnier, nach Entrichtung der Startgebühr, fünf originalverpackte Starter-Packs der Phase V und muss sich innerhalb einer relativ kurzen Zeit aus den darin enthaltenen Karten ein funktionierendes Spieldeck zusammenstellen, mit dem er dann gegen seine Mitspieler antritt. Das erfordert eine hohe Flexibilität in der Spielweise, weshalb dieses Turnierformat für jeden Spieler eine besondere Herausforderung darstellt. Alle in den fünf Startern enthaltenen Karten können die Spieler nach dem Turnier natürlich mit nach Hause nehmen.«

Dazu braucht man schon ein wenig Erfahrung mit dem Spiel. Man kann aber auch beim Zuschauen einen ganz guten Eindruck erhalten, wie das funktioniert. Und: Es gibt in Dreieich auch Einführungsrunden in das Spiel, deren Karten vom Veranstalter gestellt werden – man kann also alles ganz unverbindlich austesten.

Szenenapplaus für die RAS TSCHUABI


– hoffentlich nicht nur hinter den Materiequellen

Kürzlich gab es in PERRY RHODAN-Forum eine Unterhaltung zum Thema »denkwürdige Raumschiffe in PR«. Und während sich eigentlich alle darüber im Klaren waren, dass die SOL und die BASIS mit nahezu legendären Rufen ganz weit (und wohl uneinholbar) vorne sind, wurde es danach schon eher uneinheitlich.

Sicherlich, bei der SOL und der BASIS greift schlicht und ergreifend der Faktor, wie lange diese Schiffe in der Serie waren (BASIS) bzw. sind (SOL). Das soll auch jetzt gar nicht das Thema sein – zumal die Geschichte der SOL noch gar nicht zu Ende erzählt ist.

Ein Vergleich, der bezüglich der RT aufkam, war der zur GILGAMAESCH der Romane 1800ff. Zweifelsohne war das ein tolles Konzept – ein modular aufgebautes Raumschiff für die Zellaktivatorträger, in dem jeder sein eigenes Schiff hatte, die man aber auch koppeln konnte, um etwas zu erhalten, das größer war als die Summe seiner Teile.

Das erste Auftauchen der GILGAMESCH in Band 1800 (»Zeitraffer« von Robert Feldhoff, Februar 1996) ist großartig:

»Das Ding besaß die Form eines Diamanten. Die größte Länge betrug rund tausend Meter; wobei fast ein Zehntel auf unbekannte Vorrichtungen entfielen, also nicht zum Rumpf gehörten. Konnter hielt diese Vorrichtungen für Waffen. Sein Instinkt sagte ihm, dass er Transformkanonen vom größten Kaliber vor sich hatte. Die Form des Schiffes wurde von seiner Syntronik als ›Pentagondodekaeder‹ bezeichnet. Weil er aber keiner war, der sich mit Zungenbrechern auskannte, nannte er das Ding einfach weiter einen Diamanten. Lob Konnter schickte nochmals seinen Notruf aus.

Die Arkoniden setzten wütend ihren Beschuss fort – während das fremde Schiff sämtliche Anrufe und Aufforderungen zur Identifikation missachtete.

Mit Unterlichtgeschwindigkeit trieb der Diamant ins Kampfgebiet. Seine Hülle war von einem Paratronschirm umschlossen. Die Intensität des Defensiv-Feldes ließ sich nicht messen, sie musste unerhört groß sein. Im selben Augenblick verloren die Arkoniden die Nerven. Sechs der zwölf Kreuzer wandten sich dem Diamanten zu, eröffneten das Wirkungsfeuer. Ein normales Raumschiff hätte den Feuerschlag nicht überstanden. Der Diamant schüttelte sich nicht einmal. Dort, Wo er sich gerade noch befunden hatte, zerfiel der Ortungsreflex in einen Haufen absolut identischer Bilder die in hohem Tempo auseinander strebten.

Konnter begriff, dass dort drüben ein technisch weiterentwickelter Virtuellbildner eingesetzt wurde. Für die Orter ließ sich nicht mehr unterscheiden, welcher der vielen Reflexe der einzig echte war. Das Resultat: Jedes der zwölf Arkonidenschiffe beschoss nun ein anderes Ziel, und es sah ganz so aus, als erzielten sie unter Hunderten von Versuchen nicht einen einzigen Treffer. Ihre Energien verpufften einfach. Die virtuelle Wolke war nahe heran. In diesem Moment eröffnete der Diamant das Feuer. Die Schutzschirme der Arkoniden wurden mit einem einzigen Schlag in alle Winde zerblasen. Dabei setzte der fremde Raumer kein einziges Mal Transformkanonen ein; sonst hätte es auf der Gegenseite zweifellos keine Überlebenden gegeben.

Stattdessen kam es lediglich zu Blechschäden. Die Arkoniden traten – ihrer Schutzschirme beraubt – in kürzester Zeit den Rückzug an. Sie zerstreuten sich in alle Winde, erreichten die notwendige Geschwindigkeit, sprangen in den Hyperraum. Die virtuelle Wolke verblasste nun. Stattdessen erkannte ein scheunentorbreit grinsender Lob Konnter ›seinen‹ Diamanten wieder. Der Einsatz des Schiffes erinnerte ihn an gute alte Zeiten, als er selbst noch gehen konnte und die Milchstraße voller Abenteuer gewesen war.«

Das ist geheimnisvoll, das erzeugt Spannung und den Wunsch nach mehr.

Leider wissen wir zu diesem Zeitpunkt bereits, um welches Schiff es sich wohl handelt, da wir weiter vorn im Heft über den Bau der GILGAMESCH informiert werden, noch bevor es das Schiff gibt. Oder, in anderen Worten: Man erzählt uns von ihm, zeigt es uns aber nicht. Und als wir es dann sehen, ist es einfach da, bereits als Tatsache eingeführt. Wir lernen einzelne Module kennen, nie aber das Schiff als solches – und schon gar nicht aus der Sicht seiner Besatzung. Es gelingt uns nie, eine emotionale Bindung zu diesem an sich doch so tollen Raumschiff aufzubauen.

Den Autoren ging es offenbar ebenso, ihren Figuren auch. In Hubert Haensels »Flugziel Chearth« (Band 1954 vom Februar 1999) erfahren wir, dass Ronald Tekener seine KENNON eigentlich fremd ist, und dass manche Aktivatorträger ihre Module noch nie betreten haben. Das spricht nicht gerade für das Schiff und seinen Stellenwert in der Serie.

Und so wird die GILGAMESCH erst ausgemustert und dem Galaktikum überstellt, um schließlich in Heft 2027 (»Schwanengesang« von Uwe Anton, Juni 2000), gerade einmal viereinhalb Jahre nach ihrer Einführung, vernichtet zu werden.

Mit der RAS TSCHUBAI wollten es die Exposéautoren besser machen, Bewusst lehnten sie sich im Exposé für Band 2750 (»Aufbruch« von Uwe Anton, Mai 2014) an die erzählerische Struktur von K. H. Scheers Heft 450 (»Aufbruch der MARCO POLO« vom April 1970) an. Die Ähnlichkeiten gehen weit über den Titel hinaus: Wir lernen das Schiff mit den Augen eines Besatzungsmitgliedes kennen, Schritt für Schritt, das das Fernraumschiff zum ersten Mal betritt und erforscht – ganz wie 1970/3437 Mentro Kosum und Menesh Kuruzin.

Leider funktioniert dieser Kniff nur zum Teil – denn als Perspektivfigur wird Bully ausgewählt. Der hat in seinem langen Leben nun wirklich alles gesehen, was den Terranern zur Verfügung stand: Er kennt die BASIS, er kennt die SOL, er hat die als Kosmische Basare eingesetzten Sporenschiffe gesehen, und er war dabei, als OLD MAN auftauchte. Jemand wie er dürfte wenig finden, das ihn an der RAS TSCHUBAI ernsthaft beeindruckt.

Und so ergeht sich Bully in müßigen Größen- und Volumenvergleichen, die uns als Leser von der RAS TSCHUBAI überzeugen sollen. Damit kann man keine emotionale Bindung aufbauen.

Allerdings gelingt es den Autoren danach, in Larhaaton der RT über ihre Besatzung eine Art Charakter einzuhauchen, die aus dem Schiff mehr macht als »Perrys aktuelles Fortbewegungsmittel«.

Auf dieser Schiene wollen wir weiterfahren. Die Reparatur- und Umbautätigkeiten nach der Schlacht um das Solsystem haben dies bereits vorbereitet. Und dabei ist es wieder Uwe Anton, der uns die »neue« RT vorstellt, in PR 2878, »Aufbruch nach Orpleyd«, Oktober 2016.

Und hier gelingt ihm meines Erachtens der große Wurf, sozusagen der »Band 450 für das 21. Jahrhundert«. Indem er die Erzählperspektive auf Lua Virtanen und Vogel Ziellos legt, gelingt es ihm, wieder das Staunen zu vermitteln, dass man beim Anblick eines solchen Schiffes empfinden sollte. Diese beiden kennen keines der anderen, früheren Fernraumschiffe – sie kennen eigentlich gar nichts in der Milchstraße. Für sie ist die RAS TSCHUBAI so neu, wie sie es nach ihrem »Upgrade« auch für die Leserinnen und Leser ist.

Und das funktioniert.

Im weiteren Verlauf des Zyklus, und auch im nächsten, werden wir uns noch mehr mit diesem Schiff beschäftigen, werden uns bemühen, ihm eine »Seele« zu verschaffen – nicht über ANANSI, sondern über das Wichtigste, das das Schiff zu bieten hat: seine Besatzung, für die es nicht einfach nur ein Raumschiff, sondern die Heimat ist.

Das, so denke ich, ist das eigentliche Geheimnis der SOL, der BASIS – und ja, auch der MARCO POLO: die Funktion als Heimat der Besatzung, die sich eher als seine Bewohner ansieht. Haben wir zum Beispiel nicht alle mitgejubelt, als Elias Korom-Khan in Heft 537 (»An Bord der MARCO POLO« von Hans Kneifel, Dezember 1971) die (großteils verdummte) Besatzung der MARCO POLO wieder zusammenzog, damit das Schiff im Schwarm wieder seiner Bestimmung nachkommen konnte?

Genau da wollen wir wieder hin (natürlich ohne Schwarm und ohne Verdummung).

Szenenwechsel!


Das war also der erste Infotransmitter nach der Jubiläumsnummer. Wie geht es weiter? Welche neue thematische Idee werde ich haben?
In zwei Wochen wissen wir mehr!

Bis dann,
Euer
Rainer Nagel

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