Ro'argruut, der Braune Zwerg – Teil drei

21.04.2017 07:30

Ein Werkstattbericht von Rüdiger Schäfer zu PERRY RHODAN NEO 146

Am 21. April 2017 erscheint »Der Schatz des Pilgerschiffes«, der aktuelle Roman von Susan Schwartz innerhalb der Serie PERRY RHODAN NEO. Für den Roman entwickelten die Exposéautoren einen originellen Schauplatz – darüber erzählt Rüdiger Schäfer in einem Werkstattbericht.

Wegen seiner Länge erscheint der Bericht in drei Teilen: vorgestern Teil eins, gestern Teil zwei, heute Teil drei.

Mit diesen realen wissenschaftlichen Fakten und Annahmen bastelten Michael und ich Ro'argruut, den Braunen Zwerg, auf – oder besser in – dem NEO 146 spielt und auf den es Perry Rhodan, Tuire Sitareh und den Gurrad Vanjak verschlägt.

Neben zahlreichen Daten und Angaben zu Größen, Formen und Farben, packten wir auch einige Vorschläge für exotische Lebewesen ins Datenblatt, aus der sich Susan Schwartz frei bedienen konnte. Und wie so häufig folgte am Schluss noch der Abschnitt »Wie es sich anfühlt«. Das hatten wir von unserem Vorgänger Frank Borsch übernommen, der oft einen Schauplatz abseits aller nackten Fakten aus der Sicht eines Autoren schilderte.

Auszug aus dem Datenblatt zu NEO 146:

»Beim Laufen auf der Oberfläche Ro'argruuts, hat man das Gefühl auf Wackelpudding zu gehen. Man kämpft immer wieder um sein Gleichgewicht. Manchmal sinken die Füße bis zu den Knöcheln in der dichten Gasatmosphäre ein, was die Fortbewegung sehr anstrengend macht. Man kommt nur langsam voran.

Zwischen den Schichten des Braunen Zwergs herrscht permanent ein milchiges Zwielicht das weniger ins Braune, als vielmehr in Richtung Magenta spielt. Das gilt auch für den Untergrund, durch den man an manchen Stellen regelrecht hindurchsehen kann.

Hinweis: Bei der ursprünglichen Benamung dieser ungewöhnlichen Sterne wusste man noch nicht, welche Farbe sie wirklich hatten. Man wählte Braun, weil das laut Farbenlehre eigentlich keine echte Farbe ist. Diese Bezeichnung hat sich dann gehalten und durchgesetzt, obwohl das Spektrum der später entdeckten Objekte eher ins Rötliche spielte.

Man bewegt sich also sozusagen ständig im Nebel. Die Sicht reicht selten weiter als fünfzig Meter. Es ist schwülwarm. In der Luft flirren Millionen von winzigen Teilchen, zum Großteil Pflanzensporen, die in der warmen Feuchte prächtig gedeihen, aber auch Insekten aller Art, die bis zu faustgroß werden. Das Atmen ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit mühsam, obwohl die Atmosphäre genügend Sauerstoff enthält. Man muss Zusatzmasken tragen, von denen unseren Pilgern aber nicht genug zur Verfügung stehen.

Eine richtige Nacht gibt es auf Ro'argruut nicht. Ohnehin dringt relativ wenig Sonnenlicht durch die verschiedenen Schichten der Atmosphäre. Dafür existieren viele Pflanzen und Tiere, die die Fähigkeit der Bioluminiszenz besitzen, also selbst leuchten können. Auch hier herrschen Rottöne vor, es gibt aber auch gelbe und weiße Varianten. Ein atemberaubender Anblick!

Die Tier- und Pflanzenwelt auf Ro'argruut ist vielfältig und reichhaltig. Durch die konservierenden Eigenschaften der Atmosphäre und den großen Nährstoffreichtum, haben sich zahlreiche Spezies entwickelt. Viele davon (sowohl Flora als auch Fauna) sind weniger auf ein Leben am Boden als vielmehr auf eine Existenz in der Luft ausgerichtet (und wechseln zwischen den Schichten fröhlich hin und her). Sie erscheinen oft transparent und ätherisch; ihre Körper sind elastisch und extrem dehnbar.

Ein Spaziergang auf Ro'argruut mutet einem Menschen stets ein wenig unwirklich an. Das Auge findet nur wenige feste Formen; alles scheint im Fluss zu sein.

Hinzu kommen die immer wieder auftretenden Stürme. Die Atmosphäreschichten des Braunen Zwergs sind in ständiger Bewegung und führen zu heftigen Luftbewegungen während derer sich auch die Falllöcher verschieben können.«

Mit diesen Vorgaben entließen wir Uschi in ihr neues Schreibabenteuer. Davon, dass die Autorin daraus einen unterhaltsamen und spannenden Roman gemacht hat, können sich die Leser nun überzeugen …

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