Kolumne von Rainer Nagel

21.07.2017 08:00

Hinter den Materiequellen: ES ist wieder einmal weg?

Mittlerweile zeigt sich in der laufenden PERRY RHODAN-Serie ja, dass ES vielleicht doch nicht ganz so »weg« ist, wie manche es nach Band 2874 (»Thez« von Wim Vandemaan und Christian Montillon, September 2016) vielleicht erwartet haben.

Das sollte nicht wirklich überraschen, wie ein Blick in frühere Zyklen zeigt. Gerade habe ich mich – anlässlich eines Nachwortes für einen Zaubermond-Band – mit dem Handlungskomplex der Bände 1600 bis 1799 befasst. Und da fällt das Ende des Hamamesch-Zyklus ins Auge...

Folgendes lässt ES in PR 1799 (»Der Kreis schließt sich« von Horst Hoffmann, Februar 1996) durch Ernst Ellert ausrichten:

»Eure Verdienste in der Unterstützung von ES bei den vielen Aufgaben, mit denen ES euch in der Vergangenheit betraut hat. Damit ist es nun vorbei. Perry Rhodan und Atlan, ES hat mich geschickt, um euch zu sagen, dass ihr frei seid. Ihr werdet weiterhin die Aura der Ritter der Tiefe tragen, doch sie stellt künftig keinerlei Verpflichtung mehr dar. ES entlässt euch hiermit aus seinen Diensten. Ihr könnt von nun an über euch, über die Menschheit und die gesamte Milchstraße frei entscheiden. Keine Superintelligenz und keine Kosmokraten werden sich fortan in eure Angelegenheiten einmischen, euch Aufträge erteilen oder euch Auflagen machen. Ihr, die Menschheit und alle anderen Völker der Lokalen Galaxiengruppe seid frei zu tun, was ihr für richtig haltet. Bestimmt euren weiteren Weg selbst, wie ihr es euch lange gewünscht habt, Rhodan.«

tl_files/comic/images/news/news/Materia.jpgDem völlig geschockten Perry Rhodan teilt Ellert darüber hinaus mit:

»Ob ES sich für immer von euch zurückziehen wird, das kann ich euch nicht beantworten. Es gibt diesbezüglich viele Unsicherheitsfaktoren, die jede zukünftige Entwicklung beeinflussen können. Eines ist allerdings sicher: ES wird sich für eine lange Zeit nicht in die Geschicke der Menschheit einmischen. ES wird keine Zeichen geben und keine Signale setzen. Ihr werdet bald glauben, dass ES überhaupt nicht mehr existiert. Mehr noch, einige werden sich fragen, ob es die Superintelligenz überhaupt jemals gegeben hat.«
Das klingt jetzt erst einmal ähnlich endgültig wie die Feststellung von Thez, dass ES sich auf die »andere Seite« der Scherung zurückgezogen habe.

Das alles findet im Handlungsjahr 1220 NGZ statt.

Und was passiert?

Die Menschen müssen sich erst einmal eine ganze Zeitlang allein mit Shabazza und seinen Schergen auseinandersetzen, die die Gründung Thoregons verhindern möchten. Der »Tolkander« -Zyklus kommt und geht, der Kurzzyklus »Die Heliotischen Bollwerke« kommt und geht, Band 1900 kommt und geht, der Zyklus »Der sechste Bote« kommt und geht, der »MATERIA«-Zyklus kommt und ... oh, halt da ist ja Wanderer! In Rainer Castors PR 1973, »MATERIA« (Juni 1999).

Das ist dann das Handlungsjahr 1291 NGZ. Die Leser haben also 71 Handlungsjahre und fast dreieinhalb Realjahre ohne »unsere« Superintelligenz verbracht – und es auch überlebt. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die Handlung des Großzyklus ab Band 1800 richtig gut und, im Gegensatz zu den 200 Bänden davor, vor einem übergreifenden Hintergrund stringent durchgeplant wirkte (sofern man eine Serie wie PERRY RHODAN über vier Jahre stringent durchplanen kann).

Es dauert dann eine Weile, bis die Leser nicht nur Wanderer sehen, sondern auch ES höchstselbst in die Handlung zurückkehrt – ein direktes Treffen mit Perry Rhodan findet erst in PR 1988 statt, Robert Feldhoffs »Diener der Materie« (September 1999). Davor aber wurde die Präsenz der Superintelligenz durch die Hintergrundgeschichte von Lotho Keraete sowie einige Aktionen während der Schlacht um Wanderer vor Augen geführt.

Gegen Ende des Zyklus führt Perry Rhodan schließlich stellvertretend für ES und die anderen fünf Superintelligenzen im PULS die Gründung des Thoregons herbei. ES zieht sich erst einmal in den PULS zurück und muss die Terraner allein lassen ...

Im aktuellen Fall ist Wanderer schon viel früher aufgetaucht als seinerzeit, nämlich in PR 2909, Wim Vandemaans »Adam von Aures« (Mai 2017). Das sind zwar bereits 32 Handlungsjahre (der Zeitsprung von 1519 NGZ zu 1551), aber aufgrund der nur acht vergangenen »Real«-Monate (von denen wir Leser die meiste Zeit in Orpleyd abgelenkt waren), fällt das kaum auf.

Es wird vielleicht doch nicht alles so schlimm.

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