PERRY RHODAN 2800: Logbuch-Countdown 3

27.02.2015 08:00 von vpm

Ein neuer Zyklus – eine neue Art zu arbeiten?

Christian Montillon

Mit PERRY RHODAN 2800 (»Zeitriss« von Michelle Stern) startet der zweite Zyklus, den Wim Vandemaan und ich als Exposéautoren verantworten. Dieser Beitrag steht unter dem Motto: Wie unterscheidet sich das von der Arbeit an unserem ersten Zyklus?

Was ja erst einmal unterstellt, dass es überhaupt einen Unterschied gibt. Und ja, den gibt es tatsächlich. Aber ich vermute, dass es ihn nicht immer geben wird. Das heißt, wenn wir dermaleinst den dritten oder vierten gemeinsamen Zyklus angehen, wird sich das weniger von der Arbeit am Zweiten unterschieden, als es aktuell der Fall ist.

Denn einer der beiden größten Unterschiede in der Arbeitsweise ist: Als wir den ersten Handlungsentwurf für die Bände 2700 bis 2799 planten, war es für uns etwas völlig Neues.

Nicht dass wir inzwischen »alte Hasen« wären, aber wir wissen doch besser, wie diese Arbeit abläuft und was auf uns zukommt. Wie die Anforderungen aussehen. Wie zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den Autoren läuft; ein Punkt, über den ich im letzten Logbuch einige Informationen gegeben habe.

Das heißt, als Exposéteam haben Wim und ich inzwischen mehr Erfahrung.

Außerdem wissen wir, dass wir prima zusammenarbeiten können, dass zwischen uns »die Chemie stimmt«, auch dann noch, wenn wir jede Woche mehrfach kommunizieren und die Arbeit vorangehen muss. Das konnten wir »damals«, als wir angefangen haben, nur hoffen. Inzwischen wissen wir, wie und wo wir uns ergänzen. Wo die Stärken des anderen liegen. Wo es Schwächen gibt, die wir gegenseitig ausbügeln können.

Nun darf man solche »Erfahrungswerte« nicht mit »Routine« verwechseln ... denn so etwas gibt es für uns nicht. Das gilt bis zu einem gewissen Punkt generell für kreative Berufe – für das Erstellen von PERRY RHODAN-Exposés erst recht. Jede Geschichte verläuft anders, genau wie die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Exposés.

Es ist ein kreativer, abwechslungsreicher Prozess, der von vielen Faktoren beeinflusst wird. Mal gibt es besonderen Input von außen; mal greifen wir auf alte Elemente der Serie zurück; mal gibt es neue Erkenntnisse in der realen Wissenschaft, die verwandelt werden ...

Aber das war und ist schon immer so. Zurück zur eigentlichen Frage: Wie unterscheidet sich die Arbeit am neuen Zyklus »Die Jenzeitigen Lande« von der an unserem ersten Zyklus »Das Atopische Tribunal«?

Ein ganz grundlegender Unterschied: Diesmal führen wir die Handlung fort, das heißt, wir übernehmen viele Elemente aus dem zurückliegenden Zyklus und erzählen sie weiter.

Ein solcher »weicher Zyklusübergang« ist völlig anders als ein »Reset«. Das beginnt schon bei den relevanten Figuren der Handlung. Die meisten haben die kosmische Bühne bereits betreten, müssen nicht groß eingeführt werden, sind dem Leser bereits bekannt und können nun weiterentwickelt werden, sich verändern, vor neuen Herausforderungen stehen.

Ähnliches lässt sich freilich auch für die grundlegenden Schauplätze der Handlung sagen, wobei gerade in dieser Hinsicht natürlich Neues dazukommt; logisch bei einem Zyklustitel wie »Die Jenzeitigen Lande«.

Doch auch dort ist vieles bereits vorbereitet – der Leser weiß zum Beispiel wenig über die Synchronie oder eben die Jenzeitigen Lande ... aber er weiß sehr wohl, dass sie existieren und ist (hoffentlich) neugierig, mehr darüber zu erfahren. Und das wird er!

Über den Hauptunterschied beim Konzipieren unserer ersten beiden Zyklen habe ich noch gar nichts erzählt. Darüber plaudere ich dann in der kommenden Woche, im nächsten Teil des Logbuch-Countdowns.


Christian Montillon

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