PERRY RHODAN 2800: Logbuch-Countdown 1

13.02.2015 08:00 von vpm

Exposés in der Endphase eines Zyklus

Christian Montillon

Mit Band 2800 wird der neue PERRY RHODAN-Zyklus beginnen. Grund genug, um wieder einmal einige Einblicke in die Arbeit der Exposéautoren zu bieten. Ab sofort erscheinen wöchentlich insgesamt zehn Logbücher, die etwas über ganz unterschiedliche Arbeitsschritte erzählen.

Rückmeldungen und Themenwünsche von euch sind ausdrücklich erbeten! Natürlich habe ich einen Plan (wie die Zylonen, um eine andere SF-Serie zu zitieren), worüber ich in den nächsten Wochen berichten will. Aber Pläne sind ja dazu da, um geändert zu werden. Was interessiert euch?

Der Zyklus um das Atopische Tribunal nähert sich auch für euch als Leser seinem Ende; viele Autoren arbeiten längst an Romanen nach Band 2800, und für Wim Vandemaan und mich als Exposéautoren gilt das erst recht. Was in den 2790er-Romanen jeweils geschieht, stand schon früh fest: Viele von langer Hand vorbereitete Handlungen finden ihre Erfüllung und verknüpfen sich.

Es gab eine wichtige Voraussetzung dafür, was genau wir in diesem Bänden erzählen und wie wir es erzählen. Nämlich die grundlegende Festlegung, dass die Serie mit Band 2800 einen »weichen« Übergang in den nächsten Zyklus nimmt.

Das heißt, ab Band 2800 wird vieles weitererzählt, es gibt keinen extrem starken inhaltlichen Neuanfang, wie das etwa von Band 2699 zu Band 2700 der Fall war. Das ist bei PERRY RHODAN ja gute Tradition, und das legt schon der neue Zyklustitel »Die Jenzeitigen Lande« nah. Dennoch setzt der Jubiläumsband ganz klar neu an, hebt das Gesamtgeschehen auf eine völlig neue Ebene.

Die zehn Romane 2790 bis 2799 laufen auf genau dieses gemeinsame Ziel hin: das Geschehen auf eine neue Ebene zu heben. Gewissermaßen wird nicht Band 2799 der Abschlussband sein ... sondern ein eng verzahnter Vierteiler aus den Bänden 2796 bis 2799. Diese vier Romane erzählen von einem finalen Plan unserer Helden, über den ich in den kommenden Logbüchern mehr berichten werde.

Wie entsteht nun auf der Grundlage, dass wir eigentlich ohnehin wissen, was in den Romanen jeweils geschieht oder sogar geschehen muss, ein konkretes Einzelroman-Exposé?

Zunächst: wie immer. Das heißt, Wim Vandemaan und ich tauschen uns aus, arbeiten an Details, fixieren Charaktere und Handlungen ... und überarbeiten unsere Festlegungen gegenseitig. Allerdings müssen wir im anlaufenden Finale eng an unserer ersten Festlegung bleiben.

Wenn nur noch zehn Romane zur Verfügung stehen, kann man wenig Inhalte in einen anderen Roman verschieben oder für ein interessantes Thema doch noch einen Band mehr nutzen, als ursprünglich vorgesehen. Ganz bewusst hatten wir deshalb in der Planung für »Was-wir-noch-erzählen-müssen« einen Band als Puffer freigelassen. Den konnten wir bei der Ausarbeitung der einzelnen Exposés gut gebrauchen, um einer Teilgeschichte den nötigen Rahmen zu geben.

Gegen Ende eines Zyklus gibt es viele Details zu beachten; das ist wohl eine Binsenweisheit. Das kann leicht zu Problemen führen. Wenn irgendwelche Einzelheiten in den Exposés nicht ausreichend oder missverständlich erklärt werden, führt dies beim immer dichter werdenden Handlungsfluss noch leichter zu Problemen als in früheren Handlungsphasen.

Also: Man muss als Exposéautor ganz genau planen.

Die andere Seite der Medaille: Niemand will den Autoren zu viel vorgeben und ihre Kreativität damit zu sehr einschränken. Das ist ein Balanceakt der besonderen Art. Ich hoffe, Wim und ich haben ihn gut bewältigt ...


Christian Montillon

PS: Gab es denn nun tatsächlich solche Detailprobleme? Ja. Es kostete viele, viele Emails zwischen Exposéautoren, Autoren, Datenrechercheur, Redaktion, Testleser, Lektorat, Korrektorat, um diese Details zu klären. Aber das gehört wohl dazu.

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