Logbuch: Wer die »Sol« nicht kennt, der ...

05.08.2013 08:08 von vpm

Klaus N. Frick

Wann genau die PERRY RHODAN-FanZentrale ihren zwanzigsten Geburtstag feiern kann, weiß ich nicht einmal genau. Ich erinnere mich aber noch sehr gut an die Anfänge dieser Fan-Vereinigung: erste Gespräche in der Küche bei Hermann Ritter daheim, frühe Diskussionen auf Cons, dann eine Gründung und ein schleppender Anfang. Erst 1995 und vor allem 1996 wuchs die FanZentrale, um in den Nuller-Jahren wieder ein wenig einzuschlafen.

Das aktuelle Team, das die FanZentrale nun steuert, ist auf jeden Fall mit Feuereifer dabei, den Verein in eine neue Zukunft zu führen. Ein schönes Beispiel dafür ist die Ausgabe 70 des Clubmagazins »Sol«, das richtig klasse geworden ist – ich habe das Heft komplett gelesen und finde, dass es jeder PERRY RHODAN-Fan kennen sollte.

Auf 68 Seiten im A4-Format, die professionell gestaltet sind, gibt es zahlreiche Beiträge, die sich kritisch und kompetent zugleich mit PERRY RHODAN und dem Umfeld der Serie auseinandersetzen. Vor allem die Interviews sind echte Leckerbissen: Sie stecken voller Informationen, bringen neue Hintergründe und unterhalten zudem noch gut.

So werden die neuen Exposéautoren Christian Montillon und Wim Vandemaan interviewt. Sowohl Wim als auch Christian erzählen über ihre Arbeit, stellen ihre Konzepte vor und geben Einblicke in das Schreiben von Exposés. Inge Mahn wird zu ihrer Zeit mit William Voltz befragt, wodurch schöne Informationen über den legendären, viel zu früh verstorbenen PERRY RHODAN-Autor zu Tage treten sind. In einem weiteren Interview gibt Hubert Haensel allerlei Auskünfte zur Arbeit an den PERRY RHODAN-Silberbänden.

Das ist natürlich nicht alles: ein Rückblick auf aktuelle PERRY RHODAN-Romane, kritische Bemerkungen zu PERRY RHODAN NEO, ein Hintergrund-Artikel zum legendären Atlantis-Zyklus innerhalb der ATLAN-Serie, Buchbesprechungen und Fan-Berichte – das ist alles unterhaltsam, abwechslungsreich und informativ. Dazu kommen Cartoons und Grafiken, die das Heft schön auflockern; so entsteht eine Mixtur, die sowohl den Neu- als auch den Stammlesern genügend Lesestoff liefern sollte.

Wer sich für das Heft interessiert, kann es bei vielen Cons erstehen, wo die FanZentrale ihren Verkaufs- und Informationsstand errichtet. Man bekommt es aber auch im Versand über die Internet-Seite der PRFZ und bei einigen Händlern. Am besten ist natürlich ein Abonnement oder gleich eine Mitgliedschaft im Verein.

Man muss fairerweise einräumen, dass die PERRY RHODAN-FanZentrale dasselbe Problem hat wie zahlreiche Sportvereine, Schach-Clubs oder Volkstanzgruppen im deutschsprachigen Raum: Der Nachwuchs scheint auszubleiben, die Aktivität schrumpft und konzentriert sich in der Folge auf einige wenige, die immer mehr leisten müssen. Das ist bedauerlich, scheint derzeit überall wie ein Naturgesetz hingenommen zu werden, muss aber nicht so bleiben.

Die PERRY RHODAN-FanZentrale ist auf einem guten Weg. Das belegen nicht nur gelungene Hefte wie die aktuelle »Sol«, sondern auch die neuen Ausgaben der PERRY RHODAN-FanEdition sowie die neuen Kartonmodelle – der Verein wird sich hoffentlich weiterhin positiv entwickeln. Ich wünsche mir, dass es weitere Aktivisten gibt, die Beiträge zum Club-Magazin beisteuern oder selbständige Veranstaltungen angehen, die der Fan-Szene neue Impulse verleihen.
Dann ist mir um die Zukunft nicht bange ...

 

Klaus N. Frick

 

 

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