Logbuch: Robert Feldhoff zum fünften Todestag

17.08.2014 09:00 von vpm

Zu Beginn des Jahres 1987 ließ ein neuer Autor die PERRY RHODAN-Leser aufhorchen: Er hieß Robert Feldhoff, war vorher durch Artikel in der kritischen Zeitschrift »Science Fiction Times« aufgefallen und lieferte ein Taschenbuch und vor allem einen Heftroman, die sehr gut ankamen. Mit der Geschichte des Meistersängers Salaam Siin, die als »Harmonie des Todes« veröffentlicht wurde, zeigte der junge Autor, dass er das PERRY RHODAN-Universum auf seine Art und Weise interpretieren würde.

In Robert Feldhoffden folgenden Jahren wurde Robert Feldhoff, Jahrgang 1962, zum Senkrechtstarter der PERRY RHODAN-Serie. Seine Romane gefielen den Lesern, weil er es schaffte, die klassischen Serienelemente mit neuen Ideen, ungewöhnlichen Personen und beeindruckenden Beschreibungen zu verbinden. Beispiele dafür waren Romane wie »Die Früchte des Wissens« und »Die Türme von Canaxu«, die einen faszinierenden Schauplatz mit interessanten Aliens vorstellten.

Als Dr. Florian F. Marzin, der Chefredakteur der Serie, den jungen Autor zu Beginn der 90er-Jahre in die Exposéarbeit einband, war klar, dass Robert Feldhoff in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen sollte. Ab 1993 wirkte er bei den Exposés mit, anfangs eher im Hintergrund. Als im Sommer 1995 die Planungen für den neuen Zyklus ab Band 1800 begannen, war Feldhoff bereits federführend beteiligt.

Zusammen mit Ernst Vlcek konzipierte er den Thoregon-Zyklus, der ab 1996 veröffentlicht wurde. Ab dem Band 2000 war er allein für die Handlungskonzeption der PERRY RHODAN-Serie verantwortlich. Er entwickelte neue Handlungsschauplätze, veränderte durch seine Ideen buchstäblich die Kosmologie des PERRY RHODAN-Universums und fügte komplett neue Elemente hinzu.

Trotz aller Exposéarbeit lieferte er immer wieder Romane voller bizarrer Szenen. »Der Mörderprinz« und »Diener der Materie« waren Beispiele für Romane, die den bisherigen Serienkosmos erweiterten. Seine Helden waren oft gescheiterte Figuren, die hohe Ziele hatten und sich selbst im Weg standen.

Für die PERRY RHODAN-Serie war Robert Feldhoff auch außerhalb der Exposé- und Romanarbeit extrem wichtig. Er legte die Grundzüge für das neue Computerspiel fest, er wirkte an den Vorarbeiten für den geplanten – und leider bisher nicht verwirklichten – PERRY RHODAN-Film mit und engagierte sich mit Marketingideen. Die erfolgreichen Taschenbuch-Miniserien, die in Zusammenarbeit mit dem Heyne-Verlag erschienen, wuchsen ebenso auf seiner Ideenfülle wie die Serie PERRY RHODAN-Action.

Zu Beginn des Jahres 2009 erkrankte der Autor, als sein letzter Roman kam »Evolux« unter der Bandnummer 2450 in den Handel. Exposés verfasste er weiterhin, ebenso Konzepte – trotzdem musste er bald die Exposéführung abgeben. Ebenso arbeitete er an einem neuen Roman, der Alaska Saedelaere als Hauptfigur hatte. Bis zuletzt nahm er Anteil an der größten Science-Fiction-Serie der Welt; per Mail und per SMS kommunizierte er mit der Redaktion.

Am frühen Morgen des Montag, 17. August 2009, erlag Robert Feldhoff seiner schweren Erkrankung. Seine Beisetzung fand im engsten Familien- und Freundeskreis in Oldenburg statt. Ich weiß selbst noch, wie erschüttert ich war, wie sehr mich dieses Ereignis »mitnahm«. Und jetzt sind schon wieder fünf Jahre vergangen ...

Klaus N. Frick

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