Logbuch: Leipziger Buchmesse im März 2013

25.03.2013 08:15 von vpm

Klaus N. Frick

Seit die Leipziger Buchmesse im neuen Messegelände angesiedelt ist, scheinen die Besucherzahlen von Jahr zu Jahr zu steigen. Auch für 2013 hat die Messeleitung einen neuen Besucherrekord bekannt gegeben. Laut Angaben der Verantwortlichen besuchten 168.000 Menschen die Messe, davon rund 50.000 Fachbesucher. (Dass die Zahl der 50.000 Fachbesucher reiner Unfug sind, weiß jeder, der auf der Messe war; es hört sich aber einfach gut an.)

Einen Teil davon bekamen wir von der Leipziger Buchmesse 2013PERRY RHODAN-Redaktion an unserem Messestand mit: Laut Veranstalter waren 2069 Verlage aus 43 Ländern anwesend; ich nehme an, dass man uns als einen Verlag gezählt hat ...

Unser Stand lag in der sogenannten Comic-Halle 2.0, direkt gegenüber der Fantasy-Leseinsel, wo praktisch rund um die Uhr bekannte oder unbekannte Autoren auf der Bühne saßen und aus ihren Büchern vorlasen. Früher war die Halle vor allem von Comic-Fans und Spiele-Tischen bestimmt, mittlerweile scheinen Verkaufsstände, Essensstände und die Fantasy-Leseinsel vorzuherrschen.

Doch erst einmal der Reihe nach: Ich fuhr in diesem Jahr allein, nahm die Autobahn aus Süddeutschland. Es war kalt aber sonnig, und so konnte ich sehr gut reisen. In flottem Tempo überwand ich die Strecke von 550 Kilometern und kam am Donnerstag, 14. März 2013, pünktlich zu meinem ersten Termin in die Messehalle. Klaus Bollhöfener hatte den Stand am Mittwoch mit aufgebaut – dafür durfte er bereits am Freitag wieder nach Hause.

Zumindest am Donnerstag und Freitag bestimmten Termine meinen Ablauf. Ich sprach mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Verlagen, beispielsweise von Bertelsmann und Weltbild, von Edel und Lyx. Es ging um neue Lizenzen, um laufende Verträge oder generell um einen Austausch von Informationen und Ideen. Die Messe ist auch eine Messe für Tratsch und Klatsch, und das ist in überschaubaren Teil-Branchen wie der Science-Fiction-, der Fantasy- oder der Comic-Szene wichtig und spaßig zugleich.

Zum Austausch von Informationen ist darüber hinaus die Moritzbastei bedeutsam. Hier findet alljährlich am Buchmessen-Freitag eine große Party statt, die wir ebenfalls besuchten. Mit Dirk Schulz, unserem Titelbildkünstler, dem PERRY RHODAN-Autor Christian Montillon und Heidrun Imo vom PERRY RHODAN-Marketing verbrachte ich mehrere Stunden in dem ausgedehnten Kellergewölbe.

Wir aßen und tranken, und wir unterhielten uns mit Autoren wie Kai Meyer oder Verlagskollegen. Bei einer solchen Veranstaltung passiert es irgendwann eben, dass man mit einem Vertriebsleiter eines großen Buchverlages sowie einem Programmleiter eines Hörbuchverlages an der Theke steht und sich bei Wein und Bier über die aktuelle Situation im Tonträgergeschäft unterhält – unter normalen Umständen käme es nicht zu einem solchen Gespräch ...

Ab Samstag standen vor allem die Messebesucher im Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Bernd Perplies und Christian Humberg, die beiden Autoren von PERRY RHODAN NEO, unterstützten Christian Montillon und Dirk Schulz dabei, fleißig Autogramme zu geben. Heidrun Imo und ich diskutierten mit Messebesuchern, beantworten zahllose Fragen zu PERRY RHODAN und bemühten uns ansonsten, das Chaos am Messestand nicht ausarten zu lassen.

Auffallend war, wie viele Menschen sich für PERRY RHODAN NEO interessierten. Selbstverständlich fanden die Silberbände großen Anklang, aber es fiel diesmal auf, wie sehr sich die Aufmerksamkeit auf NEO-Romane fokussierte. In den Diskussionen mit den Messebesuchern wurde klar, dass es Leser gibt, die NEO nicht mögen, dass aber die Zahl derjenigen wächst, die sich für die neue Serie interessieren.

Die Buchmesse raste buchstäblich an mir vorüber. Kein Wunder: Man schläft generell zu wenig, man isst tagsüber nichts und abends dafür umso mehr und was der ungesunden Dinge mehr sind. Das ganze verbindet sich mit einer ununterbrochenen Reihe von Gesprächen; da verliert man einfach zeitweise das Gefühl für Zeit.

Am späten Sonntag nachmittag setzte ich mich in mein Auto und fuhr wieder in Richtung Süddeutschland. Gegen 22 Uhr war ich daheim: erschöpft, aber in gewisser Weise auch zufrieden mit der Messe, unserer Präsenz am Stand und unseren Gesprächen. Gerne im Jahr 2014 wieder!

Klaus N. Frick

 

 

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