Logbuch: Erstes Logbuch der Expokraten

10.12.2012 08:08 von vpm

Wenn eine eiserne Regel bricht

Christian Montillon

Ich gebe es gern zu: Das »Logbuch der Redaktion« hat mir schon immer gefallen, und es gibt sicher seit Jahren keines, das ich nicht gelesen habe. Was also liegt näher, als mich selbst hin und wieder an dieser hohen Kunstform zu versuchen?

Also trete ich hiermit nicht nur in die Fußstapfen der hiesigen Redaktion, sondern auch in die von Captain Jean-Luc Picard und anderer Heroen des Alls, die (meist am Anfang und am Ende zahlloser »Star Trek«-Episoden) ihre aktuellen Erkenntnisse in den Computer sprechen. Nur dass ich lieber einen Speicherkristall benutze. Der ist irgendwie viel eleganter.

Dass mit Band 2700 ein Wechsel hinter den Kulissen stattfinden wird oder für unsere alltägliche Arbeit längst stattgefunden hat, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Uwe Anton gibt mit Band 2699 den ebenso schönen wie schweißtreibenden Job ab, die Exposés der PERRY RHODAN-Erstauflage zu verfassen; so kann er wieder selbst mehr eigene Romane beisteuern.

Die Expoarbeit wird in Zukunft in Teamarbeit erledigt – genauer gesagt, von Wim Vandemaan und mir. Wie das exakt abläuft, ist ab sofort das bestgehütete Geheimnis des Perryversums.

Wir werkeln schon seit etlichen Wochen an den Exposé »2700plus«, wie wir sie momentan nennen, um in unseren Gehirnen Schubladen zu schaffen. Schließlich erledigen wir auch noch letzte Arbeiten am aktuellen Zyklus »2600plus«. Nicht nur unsere Vorgabe zum Jubiläumsband (ein harter Brocken!) ist längst fertig, sondern so einige Exposés mehr. Ja, sogar der Roman 2700 ist bereits geschrieben. Ich werde mich hüten, darüber etwas zu erzählen, außer dass der Autor ein gewisser ...

... ach, nein, das sag ich dann doch nicht.

Stattdessen springe ich in die Bände kurz nach der 2700. Und komme damit zur „eisernen Regel“, die die Überschrift verspricht. Eine Regel, die es eigentlich gar nicht gab, die aber durch die Praxis seit vielen, vielen Jahren anscheinend in Stein gemeißelt war. Seit kosmischen Ewigkeiten schreibt ein Autor bei PERRY RHODAN maximal zwei Romane nacheinander – sprich, einen Doppelband.

Wann hat aber zuletzt ein und dieselbe Person gleich drei Bände in Folge verfasst? Fünf Mal gab es das bislang in der Serie – zwei Mal von Kurt Mahr (837 bis 839, 1159 bis 1161), zwei Mal von H. G. Francis (750 bis 752, 824 bis 826) und einmal von Clark Darlton (63 bis 65). Den einsamen Rekord hält Ernst Vlcek: einen Vierfachband mit den Nummern 939 bis 942 (für mich einer der legendären Höhepunkte der gesamten Serie).

Man sieht: Es liegt lange zurück. Wir hatten auch nicht vor, das wiederaufleben zu lassen. Es ergab sich so, als Hartmut und ich einen Doppelband mit einem berühmten Schiff planten und merkten, dass die Geschichte nach »mehr« verlangt.

Also: Kurz nach dem Jubiläumsband wird es wieder einen Dreiteiler geben, und der Autor steht schon fest – wahrscheinlich rauft er sich bereits die Haare und brütet über seinen Exposés ...

Christian Montillon

 

 

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