Logbuch: Eine Reise nach Orpleyd

21.07.2016 08:20 von vpm

Mit Band 2875 starten die PERRY RHODAN-Autoren in den »Sternengruft«-Zyklus, der 25 Bände umfassen soll. Er hängt inhaltlich mit Romanen zusammen, die wir ab Band 2700 veröffentlicht haben, und baut direkt auf diesen auf – aber er ist in sich abgeschlossen.

Das ist unter anderem an einem ganz wichtigen Punkt festzumachen: Die 25 Romane spielen größtenteils in einer Sterneninsel, die wir noch nicht innerhalb der PERRY RHODAN-Serie erwähnt haben.

In der Handlung der entsprechenden Romane trägt sie den Namen Orpleyd, in der wirklichen Welt trägt sie die Bezeichnung NGC 6861. Es gibt sie also wirklich, und wir haben uns mal wieder dazu entschlossen, eine real existierende Galaxis in die Handlung einzubauen. NGC 6861 ist elliptisch, sie ist im Sternbild Teleskop am Südsternhimmel zu erkennen.

Laut Wikipedia wurde sie »am 30. Juli 1826 von dem Astronomen James Dunlop mit Hilfe eines 9-Zoll-Teleskops entdeckt« und in die Liste der NGC-Objekte eingetragen. Am 8. Juli 1897 wurde sie – laut Wikipedia – von dem Forscher Lewis Swift »wiederentdeckt« und als IC-Objekt vermerkt. Es gibt Bilder der Sterneninsel, auf die wir uns bei der Planung der Handlung stützen.

Wir haben definiert, dass Orpleyd rund 131 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt ist; für die aktuelle Technik der galaktischen Völker ist sie damit eigentlich nicht zu erreichen. Es gibt nur ein einziges Raumschiff derzeit, das in der Lage ist, diese Strecke zurückzulegen. Welches das ist, möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben – wer gern spekuliert, wird sowieso von selbst darauf kommen, welches ich meine.

Interessant bei NGC 6861 sind die mächtigen Staubbänder, die die Sterneninsel umgeben. Das lässt sich an den Bildern erkennen, die vom Hubble-Teleskop erstellt worden sind; es handelt sich also nicht um eine Erfindung der Exposéautoren. Diese haben allerdings definiert, wer in diesen Staubbändern lebt und was die Besonderheit dieser Bewohner ist.

Selbstverständlich steht für die Planung eines PERRY RHODAN-Zyklus nicht eine Galaxis am Anfang. Ausschlaggebend ist stets die Idee, die in diesem Fall recht früh entwickelt wurde. Wir brauchten für diese Idee allerdings einen Schauplatz, eine Spielwiese gewissermaßen, und diese sollte bisher noch unbekannt sein. Es kam keine Galaxis in Frage, die in der Serie bisher schon einmal aufgetaucht ist.

Die aktuelle Arbeit besteht unter anderem darin, die Galaxis mit Leben zu füllen. Wie sehen die Völker aus, die in den Staubbändern leben, welche Struktur hat die Zivilisation, die im Innern der Galaxis ein Sternenreich errichtet hat?

Eine solche Arbeit ist für das Autorenteam in gewisser Weise fast schon Routine. Seit im Zyklus um die Meister der Insel – also vor gut fünfzig Jahren – die Handlung der PERRY RHODAN-Serie erstmals in eine andere Galaxis vorgestoßen ist, muss eine solche Sterneninsel immer ein wenig strukturiert werden. Manchmal gibt es eine Herrschaftsklasse wie die Meister der Insel, die unter Mitwirkung eines Hilfsvolkes regiert, manchmal übt eine Superintelligenz wie Seth-Apophis oder BARDIOC ihre Herrschaft über zahlreiche Völker aus.

Als ich selbst noch PERRY RHODAN-Leser war, las ich Geschichten besonders gern, die von fremden Völkern handelten. Ich mochte die Darstellung von außerirdischen Kulturen, bei denen es nicht nur um die optischen Unterschiede zu uns Menschen ging, sondern auch die kulturellen Abweichungen wichtig wurden. Ob es der Krieger-Kult in der Mächtigkeitsballung der Superintelligenz ESTARTU war oder die Transmitterstruktur in der Galaxis Dommrath – ich mochte es stets, die unterschiedlichsten Völker und Strukturen als Leser kennenzulernen.

Das wird in Orpleyd nicht anders sein. Wim Vandemaan und Christian Montillon haben sich beispielsweise die Gyanli ausgedacht, mit denen die Leser es nach Band 2875 öfter zu tun haben werden. Dabei handelt es sich um Wesen, die ziemlich humanoid sind, mit der Menschheit oder den Lemurerabkömmlingen aber offenbar keinerlei Verwandtschaft aufweisen.

Selbstverständlich haben sich die Autoren nicht nur über die Optik ihre Gedanken gemacht, sondern ebenso über die Kultur, sogar über das Sendungsbewusstsein der geheimnisvollen Außerirdischen. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle nicht ausplaudern. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Zeilen schreibe, sind manche Details sowieso noch nicht bekannt und müssen von den Autoren erst weiter erarbeitet werden.

Die Grundzüge aber stimmen. Auf das erste Bild der Galaxis Orpleyd können wir jetzt aufbauen und dann an die Details gehen. Für mich als Redakteur ist das stets spannend – und dann auch hoffentlich für die Leser.

Klaus N. Frick

(Hinweis der Redaktion: Dieses Logbuch erschien in einer Vorabveröffentlichung im »PRFZ Newsletter« der PERRY RHODAN-FanZentrale.)

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