Logbuch des Expokraten: Ein Vier-Bände-Minizyklus

09.06.2015 08:25 von vpm

Christian Montillon

Zu den Inhalten des anstehenden Vier-Bände-Minizyklus (PR-Roman 2812 bis 2815) innerhalb der aktuellen Serienhandlung wird an anderer Stelle noch viel erzählt werden. Darum will ich mich auf einen eher verborgenen Aspekt der Arbeit an den Romanen konzentrieren.

Dass Andreas Eschbach sich wieder mit einem Gastroman an der PERRY RHODAN-Serie beteiligen wollte, freute mich natürlich. Sein letzter Beitrag, der Jubiläumsband 2700, lag schon einige Zeit zurück. Ich erinnere mich gerne an die Zusammenarbeit ... und an das Ergebnis!

Als das Konzept zu den vier Spezialbänden unter dem Arbeitstitel »PERRY RHODAN+1000« entstand, stellte sich bald heraus, dass Andreas gerne einen Doppelband beisteuern würde ... der Auftakt zu dieser wunderbaren (?) Welt der Zukunft. Oder der Zukunftszukunft, ganz wie man will. Das freute mich noch mehr.

Andreas selbst sprach den Wunsch aus, in diesem Fall gern mit Verena Themsen arbeiten zu wollen. Darum nahm ich mit ihr Kontakt auf (während ich gerade mit dem Handy am Ohr zu Freunden spazierte, deren Katzen wir zu der Zeit fütterten). Ob sie sich vorstellen könnte, den eigentlich für sie geplanten Band 2797 doch nicht zu schreiben?


Als Verena hörte, warum ich sie darum bat, sagte sie sofort zu. Sie gab Band 2797 zurück und nahm stattdessen den Auftrag für den Doppelband in Zusammenarbeit mit Andreas Eschbach an.

Man sieht – wir waren früh dran mit der Planung: Verena hatte mit dem Schreiben des Bandes 2797 noch nicht begonnen. und wir dachten bereits über Details der Romane nach, die weit mehr als ein Dutzend Wochen später erscheinen würden. Das war auch nötig: Der Spezial-Minizyklus erwies sich nämlich schon in der Exposéarbeit als knifflig.

Als Andreas und Verena an die Arbeit gingen, trudelten eine Menge Emails bei mir ein: Wie machen wir das und das, wie lösen wir dieses und jenes, können wir Punkt XYZ nicht so ändern, dass daraus ZYX wird?

Das ist in gewisser Hinsicht »normal«, aber in diesem Fall war es durchaus etwas schwieriger, auch in der anschließenden Arbeit des Lektors – woran weder Autor(in) noch Lektor die Schuld trugen. Extrapoliert man die Gegebenheiten der »aktuellen« Milchstraßensituation in die Zukunft, ist das alles andere als exakte Wissenschaft. Es treten sozusagen Unschärfen auf.

Ach ... es ist ohnehin nur eine Geschichte, die in unseren Köpfen entsteht?

Stimmt.

Aber es ist eine Geschichte auf einer ungewöhnlichen, faszinierenden Meta-Ebene. Und vor allem, das war mir von Anfang an als Mit-Exposéautor extrem wichtig, ist sie alles andere als irrelevant für den weiteren Handlungsverlauf. Rätsel werden gelöst, die sich in der normalen Erzählgegenwart des 16. Jahrhunderts NGZ nicht hätten lösen lassen.

Und nach diesem Mini-Zyklus ist ein neuer Faktor im Spiel.

Christian Montillon

 

PS: Man lese genau: »Faktor«, nicht »Fraktor«. Und gemeint ist kein Meister der Insel.

 

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