Logbuch: Der Bookwire Publishers Day 2017

05.05.2017 08:00 von vpm

Seit 2011 ist Bookwire der Partner für PERRY RHODAN, wenn es darum geht, unsere E-Books möglichst gut an die einzelnen Handelsplattformen zu verteilen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Partner und sagen das auch bei jeder Gelegenheit. Wenn Bookwire dann zu einer Veranstaltung lädt, fahren wir auch gern hin.

tl_files/comic/images/news/news/Bookwire_PublishersDay2017_2.jpgAm Donnerstag, 27. April 2017, wurde der dritte Publishers Day veranstaltet. Von der PERRY RHODAN-Redaktion waren Philine-Marie Rühmann und ich anwesend; mit uns trafen sich rund 120 Menschen in einem schönen Saal im Literaturhaus Frankfurt. Als Devise hatte Bookwire »Sell More Books« gewählt – den Slogan hatten die Veranstalter sogar auf Taschen drucken lassen.

Innerhalb der Buchbranche gibt es bekanntlich unterschiedliche Ansätze, seine Inhalte an die Leserinnen und Leser zu bringen. Das hat sich durch die Digitalisierung nicht grundsätzlich geändert, es wurde höchstens angepasst. Gleich beim Einstieg in die Veranstaltung wurden drei unterschiedliche Arten des Publizierens auf der Bühne präsentiert.

Ich fand am spannendsten, was Poppy J. Anderson zu erzählen hatte. Die junge Frau ist als Selfpublisherin sehr erfolgreich. In ihren Romanen schreibt sie über eine fiktive Football-Mannschaft, die aus der amerikanischen Metropole New York kommt. Die Spieler verlieben sich in junge aufregende Frauen, sie haben Konflikte innerhalb des Teams, sie müssen beim Spiel zusammenhalten – die Autorin schafft ein Meer zwischenmenschlicher Konflikte, das sich extrem gut verkauft.

Mit Science Fiction hat das nichts zu tun; ich fand aber sehr interessant, wie Poppy J. Anderson sich präsentierte und wie sie von ihrer Arbeit berichtete. Die Autorin hält engen Kontakt zu ihren Leserinnen, die sie teilweise geradezu lieben.

Wesentlich nüchterner zeigte sich Michael Barabas; er ist der typische Verleger eines Fachverlages – dpunkt –, in dem es Bücher zu Fotografie oder zum Programmieren gibt. Die Auflagen sind eher niedrig, die Zielgruppe ist eher »spitz«. Aber er macht sich ebenfalls Gedanken darüber, wie man die Leser erreicht und wie man sie stärker an den Verlag bindet: So können sich Leser beispielsweise zu einem gewissen Jahresbetrag zu gekauften Print-Bücher auch die E-Books herunterladen.

Einen engeren Bezug zu unserer Literatur hatte Franziska Hans, die beim Kinder- und Jugendbuchverlag Loewe als Teamleiterin für digitale Produktion tätig ist. Sie stellte dar, wie sie für einzelne Schwerpunkte jeweils Facebook- oder Website-Themen entwickeln, wie sie versuchen, die Leser an die Reihen zu binden und wie sie auch neue Autorinnen und Autoren aufbauen. Das geht beispielsweise so weit, dass man sogar ein Rollenspiel zu einem Buch entwirft, bei dem die Leser mithilfe von »Drohnen« auf einer Website die Schauplätze ansteuern können.

tl_files/comic/images/news/news/Bookwire_PublishersDay_2017_1.jpgUm die Zukunft des digitalen Buchhandels ging es in weiteren Vorträgen. So stellt sich Bookchoice vor, eine Art »Buchclub in der digitalen Welt«. Leser erhalten bei diesem Angebot, das im Sommer 2017 starten soll, ausgewählte Angebote – sie müssen sich nicht mehr allein durch den digitalen Buch-Dschungel kämpfen.


Interessant war ein Vortrag der Firma Salesforce, die sich unter anderem auf neue Kundenbeziehungen spezialisiert hat. Bisher betreut dieser Anbieter vor allem Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen: gedruckte Bücher und im speziellen E-Books sollen erst verstärkt hinzukommen. Wer den Begriff Customer-Relationship-Management schon einmal gehört hat, kann sich in etwa vorstellen, wohin bei diesem Anbieter die Reise gehen könnte.

Ein wenig komplizierter war ein Vortrag, den Dr. Felix Sasaki vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hielt: Hier ging es um Standards für die Entwicklung der E-Books und die künftige Präsentation digitaler Angebote im Netz. Man merkte dem Mann an, dass er Experte war; ich verstand streckenweise nicht so recht, was er an technischen Details referierte.

Aber gut – das sind die unterschiedlichen Themen bei einem Publishers Day, in dem es um die digitale Zukunft des Buchhandels geht. Die PERRY RHODAN-Redaktion sollte dabei sein; wir waren es bisher auch immer. Deshalb beteiligten sich Philine-Marie Rühmann und ich auch an Diskussionen und Workshops; in den Pausen fachsimpelten wir mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Verlagen oder trafen Bekannte.

Als ich am Abend in den Zug stieg und Frankfurt wieder verließ, fühlte ich mich zugleich erschöpft und euphorisiert: so viele neue Eindrücke, so viele neue Informationen! Was wir daraus machen können, darüber sprachen wir bereits im Zug – die Details werden wir erst in Zukunft sehen. Aber spannend wird es auf jeden Fall weitergehen!

Klaus N. Frick

Zurück