Logbuch: Das dritte Logbuch der Expokraten

23.04.2013 08:08 von vpm

Roman-Spagat

Christian Montillon

Wim Vandemaan und ich arbeiten bekanntlich unablässig an weiteren Exposés, aber ich halte an dieser Stelle kurz inne und versuche, eine Momentaufnahme zu präsentieren.

Es liegt schon einige Zeit zurück, als sich auf meinem Schreibtisch eine Menge Projekte in Sachen PERRY RHODAN-Erstauflage stapelten. Na ja, eigentlich ist das der Normalzustand, aber dieser spezielle Fall, den ich nun schildern will, liegt eben bereits einige Zeit zurück ...

Ich beendete gerade mehr oder weniger gemütlich den Roman 2701, während auf meinem Lesestapel bereits die Romane 2704 und 2707 von zwei Kollegen warteten. Die Bände wollten von mir gelesen und kommentiert werden.

Ich versuche dabei darauf zu achten, dass alle Aussagen in den fertigen Skripten mit dem Exposé und den künftigen Planungen zusammenpassen. Denn die Kollegen können zukünftige Planungen natürlich nur so weit kennen, wie die fertigen Exposés vorliegen. In den Köpfen der Expokraten Vandemaan und Montillon ziehen sich die Figuren und Handlungslinien allerdings bereits viel weiter.

Außerdem erstellte ich zu dieser Zeit die sogenannten Endfassungen einiger Exposés bis zur Nummer 2715, das heißt: Diese Expos waren vorher schon von der Handlung her abgestimmt und genehmigt, aber nun hatte Rainer Castor noch sein Argusauge darauf geworfen und Daten ergänzt.

Die müssen von mir eingearbeitet werden, so dass eine »runde« Endfassung entsteht, die dann an die PERRY RHODAN-Redaktion geht und dort noch einmal überprüft wird, ehe die Exposés an die Autoren verschickt werden.

Parallel telefonierte ich einige Male mit Kollege Wim, weil wir das eine oder andere Detail für die Romane ab 2716 zu besprechen hatten und ein besonderes Bonmot für den Band 2725 vorbereiteten. Dass daneben etliche Emails hin und her gingen, versteht sich von selbst.

Unvermutet lieferte Michael Marcus Thurner noch das Manuskript von 2705, das ebenfalls auf meinen virtuellen Lesestapel wanderte. Was bedeutet, dass ich es auf meinen Ebook-Reader schickte, um es darauf gemütlich zu lesen. (Das ist viel schöner als am Computer; und alles ausdrucken will ich nicht, mein Drucker läuft ohnehin heiß dank der Unmenge an verschiedenen Exposé-Fassungen.)

Ach ja ... es galt zu der Zeit bereits, letzte Details im Skript des Jubiläumsbandes 2700 zu besprechen, das eigentlich schon lange beendet war. Aber uns war da etwas aufgefallen ...

Ganz zu schweigen davon, dass ich mit der Redaktion und den Autorenkollegen der Bände 2700 bis 2703 eine spezielle Sonderveröffentlichung plante und mir dazu einige Gedanken machen musste.

Und plötzlich hielt ich inne und staunte darüber, an wie vielen Ecken und Enden der Romane ich konkret arbeitete: Romane über einen Zeitraum von zwanzig Wochen in den unterschiedlichsten Entstehungsphasen. Manchmal galt es nur, einen Blick darauf zu werfen, dann wieder mussten grundlegende Strukturen und Geschehnisse festgelegt werden. Ganz zu schweigen von der Frage, welcher Autor denn welchen Roman schreiben wird.

Eine höchst spannende und kreative Sache einerseits.

Alltag andererseits.

Aber ein Alltag, den ich nicht mehr missen möchte.



Christian Montillon

 

 

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