Logbuch: 30 Jahre mit Arndt Ellmer

21.05.2013 08:15 von vpm

Klaus N. Frick

Als am 10. Oktober 1983 der Roman »Der Erwecker« erschien, dachte wohl nicht einmal der Autor selbst an die Möglichkeit, dass er dreißig Jahre später immer noch für die größte Science-Fiction-Serie der Welt schreiben würde. »Der Erwecker« trug die Bandnummer 1155, gehörte zum Zyklus »Die Endlose Armada« und stellte unter anderem einen Physiker und einen Matten-Willy ins Zentrum des Geschehens.

Damit fiel der Autor auf. Sein Name war Arndt Ellmer. Er zählt jetzt – auch wenn wir gerade einmal Frühsommer haben – seit dreißig Jahren zum PERRY RHODAN-Autorenteam. Das ist nicht falsch gerechnet: Der Autor hat schließlich schon einige Monate vor der Veröffentlichung an dem Roman gearbeitet; also jährt sich sein Einstieg irgendwann im Frühsommer 2013.

Davor war er allerdings bereits aktiv. 1980 kam sein erstes Arndt EllmerPERRY RHODAN-Taschenbuch heraus, 1981 erfolgte sein Einstieg bei ATLAN, und davor veröffentlichte er Kurzgeschichten und andere Beiträge in Fan-Zeitschriften.
Wann ich selbst Arndt Ellmer – der ja mit bürgerlichem Namen Wolfgang Kehl heißt – kennengelernt habe, weiß ich nicht mehr genau. Wir liefen uns irgendwann in der Mitte der 80er-Jahre über den Weg, sicher bei einem Con. Er besuchte gern Fan-Veranstaltungen, schließlich kam er selbst aus der Fan-Szene, und er war sich nie zu schade, mit Fans zu diskutieren.

Kein Wunder, dass er seit über zwanzig Jahren die Leserkontaktseite betreut. Er hatte schon früher das Ohr am Herz der Leser, und das ist so geblieben. Arndt Ellmer ist eine Säule des PERRY RHODAN-Teams, einer derjenigen, die das »große Schiff« auf Kurs halten und die regelmäßig ihre Romane veröffentlichen.

Ich werde beispielsweise nie vergessen, wie oft uns Arndt Ellmer aus der Patsche geholfen hat. Der Autor gehört zu den Menschen, die einfach helfen, wenn Not am Mann ist, die im Zweifelsfall nicht lange diskutieren, sondern einem tatkräftig zur Seite stehen. Das war beispielsweise dann der Fall, wenn ein Kollege ausfiel und Arndt kurzfristig einen Roman »dazwischen« schreiben musste.

Und man darf auch nicht vergessen, dass er zu Zeiten, als vom Verlag die Fan-Kontakte eher kritisch beäugt wurden, stets die PERRY RHODAN-Fahne auf der Frankfurter Buchmesse hochgehalten hat. Schon Ende der 80er- und zu Beginn der 90er-Jahre war er auf der Messe anwesend, plauderte mit Fans, informierte interessierte Passanten über aktuelle Entwicklungen bei der PERRY RHODAN-Serie und tat all diese Dinge, die heute von der Redaktion erledigt werden.

Ein Autor schreibt gern über Dinge, die ihn interessieren. Schaut man sich dann die Figuren an, die Arndt Ellmer im Verlauf seiner Arbeit gerne beschreibt, wird einem klar: In dem Mann verbirgt sich ein schräger Physiker. Immer wieder schrieb und schreibt er über seltsame Außerirdische und merkwürdige Menschen, die er in manchmal absurde Situationen führt. Man muss fairerweise sagen, dass nicht jeder den Humor von Arndt Ellmer mag – aber seine Figuren und seine Geschichten haben Witz, und sie finden seit dreißig Jahren ihre Fans.

Arndt Ellmer ist unser »Altautor«, auch wenn er sich selbst kaum so sehen wird. Alt genug dafür ist er sowieso nicht ... aber er ist am längsten dabei. Und ich würde mich freuen, wenn er weiterhin mit ungebremster Schaffenskraft dabei bliebe, gerne weitere Jahrzehnte.

Herzlichen Glückwunsch zu dreißig Jahren PERRY RHODAN, lieber Arndt!

Klaus N. Frick

 

 

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