Ich habe die »SOL« 77 gelesen

25.03.2015 08:25 von vpm

Klaus N. Frick

Im Februar 2015 flatterte die aktuelle Ausgabe des Magazins »SOL« ins Haus; sie trägt bereits die Nummer 77 und wurde erneut von André Boyens zusammengestellt. Erfreulicherweise hat die Redaktion derzeit ein Luxusproblem: Es liegen so viele Artikel und Geschichten vor, dass der Überschuss dazu führt, dass nicht alles zeitnah veröffentlicht werden kann. Für die Leser ist das von Vorteil – so gab es diesmal auf 68 Seiten eine abwechslungsreiche und informative Lektüre.

Ein w»SOL« 77ichtiger Schwerpunkt ist diesmal sicher Andreas Eschbach. Der PERRY RHODAN-Gastautor wird mithilfe einer Biografie schön vorgestellt. Richtig gelungen sind allerdings seine Kurzgeschichten, die in dieser »SOL« veröffentlicht werden.

Bei meinem liebsten Text handelt sich um ein ATLAN-Zeitabenteuer: Der unsterbliche Arkonide trifft im 19. Jahrhundert ausgerechnet auf Jules Verne und verhilft dem französischen Schriftsteller zu einigen Einblicken, die dieser prompt in Romanen und Erzählungen verarbeitet. Schön gemacht, ideal für ATLAN- und PERRY RHODAN-Fans!

Ein anderer Schwerpunkt betrifft den Blick in die Vergangenheit der PERRY RHODAN-Serie. Unter anderem enthält die vorliegende Ausgabe ein Interview, das im Jahr 1990 mit Karl-Herbert Scheer geführt wurde. Der ehemalige Exposéautor ist in diesem Interview sehr klar und offen, sehr direkt und auch durchaus ehrlich. Er vermittelt einen Eindruck von den Spannungen, die es bei einem Projekt wie PERRY RHODAN im Verlauf von Jahren und Jahrzehnten einfach geben muss – sehr lesenswert!

Zu den Dingen, die jede »SOL«-Ausgabe bereichern, zählen die kritischen Bemerkungen von Dr. Rainer Stache. Seine Ansichten teile ich nur selten, ich finde sie aber stets unterhaltsam und auch klar formuliert; für Leser, die gerne über PERRY RHODAN diskutieren, dürften sie eine gelungene Grundlage sein.

Ebenso kritisch ist der zweite Teil der Serie über die »Gute alte Zeit«. Rainer Nagel und einige Fans haben sich die ersten Romane der Serie vorgenommen und begutachten sie unter heutigen Gesichtspunkten. Dabei wird manches wesentlich kritischer beleuchtet, als man selbst es vielleicht bei der ersten Lektüre getan hat.

Anders gesagt: Die einzelnen Beiträge zu den Romanen weisen auf manch haarsträubenden Logikfehler hin, das ganze ist aber augenzwinkernd und unterhaltsam geschrieben. Die Autoren des Beitrages lieben die alten Serienromane, verheimlichen aber auch deren Schwächen nicht.

Wem das nicht genügt, der kann mit dem ATLAN-Autor W.A. Hary zu »Einmal PERRY RHODAN-Universum und zurück« aufbrechen und davon lesen, wie der Autor sich in den 80er-Jahren für das Perryversum interessierte und dann doch seinen eigenen Weg ging. Ebenfalls in die Vergangenheit, wenngleich nicht so weit, geht es in dem Interview mit Uwe Anton – behandelt wird die Miniserie PERRY RHODAN-Stardust.

Ergänzt wird die aktuelle »SOL« durch Beiträge, die sich mit dem Clubgeschehen befassen oder Interna wiedergeben. So entsteht eine interessante Mischung aus Beiträgen, die sich durch die Bank gut lesen lassen. Für alle diejenigen, die sich mehr für PERRY RHODAN und die Hintergründe der Serie interessieren, ist diese Ausgabe eine tolle Lektüre – das hat die Redaktion echt klasse hinbekommen.

Zu beziehen ist die »SOL« über die Internet-Seite der PERRY RHODAN-FanZentrale. Der Verein präsentiert sich auch auf Cons – dort kann man das Heft an Informationsständen durchblättern und vor Ort kaufen. Aber am besten ist man sowieso dran, wenn man Mitglied in der PERRY RHODAN-FanZentrale wird (wie ich vor über zwanzig Jahren ...)


Klaus N. Frick

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