Die Woche der Splitter-Tipps (Teil 5)

15.11.2013 08:22 von vpm

Zwei historische Comics

Den Beginn einer Piraten-Saga und ein derbes Historien-Gemälde – mit den Serien »Surcouf« und »Reconquista« bringt Splitter gleich zwei historische Comics in den Handel, die auf ihre Art überzeugen.

Bei der vier Bände umfassenden Reihe »Surcouf« ist tatsächlich ein Mann namens Erick Surcouf der Ursprung. Der Schatzjäger und Schriftsteller kam bei der Suche nach allerlei Schätzen auf die Spur eines Urururonkels – dieser war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Pirat im Auftrag des Kaisers.

Der erste Band der neuen Serie Surcoufträgt den Titel »Geburt einer Legende« und stellt die Hauptfigur vor: Robert Surcouf, ein gerissener Abenteurer und Pirat, der im Auftrag Frankreichs bevorzugt englische Schiffe angreift und plündert. Das ist gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts durchaus üblich, denn in nahezu ununterbrochenen Seekriegen kämpfen England und Frankreich um die Herrschaft auf den Weltmeeren.

Erick Surcouf und der Autor Arnaud Delalande erzählen die Geschichte des Freibeuters durchaus ungewöhnlich: aus der Sicht eines angeblichen Journalisten, der mehr über Surcouf erfahren will. Das ist ein origineller und spannender Zugang, der die Zeit der großen Segelschiffe richtig lebendig macht.

Guy Michel, der Zeichner, sorgt durch seine Bilder dafür, dass man als Leser einen guten Zugang zur Szenerie bekommt. Die Arbeit an Deck, die harten Kämpfe auf See, Schlachten und Stürme – das alles bringt er glaubhaft und realitätsnah zu Papier. Der erste Band von »Surcouf« führt in eine packende Epoche ein, die durch den Comic geradezu lebendig gemacht wird. 

Den 48 Seiten umfassenden Comic gibt es zum Preis von 13,80 Euro; wie immer im Splitter-Verlag ist der Band als Hardcover erschienen. Als ISBN dient die 978-3-86869-625-7.

Eine rollende Stadt, viel nackte Haut, Reconquistaeine oft blutige Action und starke Landschaftsbilder: Mit Wucht führt der Comic-Dreiteiler »Reconquista« in das Zeitalter der Reitervölker ein, mehr als tausend Jahre vor Beginn der christlichen Zeitrechnung. »Die Horde der Lebenden«, so der Titel des ersten Albums, zeigt drei Stämme der nomadischen Skythen, die sich zu einem Zweckbündnis zusammengeschlossen haben, um gemeinsam den Bedrohungen zu widerstehen.

Auf der einen Seite dringen die Hethiter immer stärker in ihr Gebiet ein, auf der anderen Seite wächst das babylonische Großreich. Interne Intrigen und Kämpfe machen es nicht unbedingt einfacher, dieser Bedrohung zu begegnen.

»Die Horde der Lebenden« ist der erste Teil, auf die zwei Fortsetzungen bin ich gespannt. Getextet wird die Serie von Sylvain Runberg, dessen Geschichte zumindest den Eindruck vermittelt, dass alles halbwegs ordentlich recherchiert ist. Man muss als Leser allerdings sorgsam lesen, um die vielen Namen und Völkerschaften richtig einordnen zu können; womöglich hilft ein paralleler Blick ins Geschichtslexikon oder die Wikipedia auch weiter.

Die Zeichnungen sind eine Pracht! Was Francois Miville-Deschènes leistet, ist klasse: Sowohl die Brutalität der Zeit mit Mord und Todschlag und fürchterlichen Kämpfen als auch die faszinierende Landschaft des Mittleren Ostens, die Tiere und Menschen bringt er glaubhaft aufs Papier.

Der Comic umfasst 56 Seiten, kostet 13,80 Euro und hat die ISBN 978-3-86869-483-3.

Beide Comics können in jeder Comic- und Buchhandlung bestellt werden, ebenso bei Versendern wie amazon.de. Und natürlich empfiehlt es sich, die Leseprobe auf der Internet-Seite des Splitter-Verlages anzuschauen.

 








Klaus N. Frick

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