Die Woche der Krimi-Tipps (Teil 4)

11.12.2014 08:30 von vpm

David Baldacci: Zero Day

Klassischer Polit- und Verschwörungs-Thriller

Wer den amerikanischen Bestsellerautor David Baldacci kennt, weiß, dass sein Name für spannende Thriller steht, die nicht immer hundertprozentig logisch sind, aber stets für eine rasante Unterhaltung garantieren. Das gilt auch für »Zero Day«, der bereits Ende 2013 erschienen ist und den Startpunkt für eine neue Serie des Schriftstellers bildet. Übersetzt wurde der Roman von dem PERRY RHODAN-Autor Uwe Anton, der seit einigen Jahren dafür sorgt, dass die Baldacci-Krimis auch hierzulande ein dankbares Publikum finden.

Der Rotl_files/comic/images/news/empfehlungen/Zero_Day.jpgman eröffnet eine neue Serie – der zweite Band wird bereits Anfang 2015 in den Handel kommen. Im Zentrum steht ein amerikanischer Ermittler. John Puller arbeitet für die Militärpolizei, und seine Aufgabe ist unter anderem, Morde an Militärangehörigen zu untersuchen. In diesem Fall verschlägt es ihn in eine ländliche Region des US-Bundesstaates Virginia, wo ein hochrangiger Militär mitsamt seiner Familie buchstäblich abgeschlachtet worden ist.

Puller beginnt mit seinen Ermittlungen, wobei ihn Samantha Cole unterstützt, eine Polizistin aus der Region. Die beiden stöbern in allerlei Unterlagen herum, es gibt auf einmal weitere Morde, und irgendwann wird klar, dass ein riesiges Gebäude mit all diesen Dingen im Zusammenhang steht. Was wird in diesem Bau ausgebrütet, welche Hinterlassenschaften verbergen sich dort, und warum müssen so viele Menschen dafür sterben?

Wie es von Baldacci nicht anders zu erwarten ist: Der Fall ist abwechslungsreich und spannend, die Arbeit der Ermittler wird recht glaubhaft geschildert, und mit den Fallen und Details der amerikanischen Politik kennt sich der Autor einfach gut aus. Man folgt als Leser mit wachsender Spannung den Geschehnissen, ist ständig daran interessiert, wie es weitergeht, und will letztlich irgendwann mal fieberhaft wissen, wie der Fall eigentlich zu Ende gehen wird.

Dass Baldacci das eine oder andere Klischee auffährt, darf einen dabei nicht stören. Sein John Puller ist ein Tick zu toll: Der Mann kann praktisch alles, und er weiß sich mit jeder Gefahr klar auseinanderzusetzen. Angst und Zweifel scheint er nicht zu kennen, mit einer Mischung aus Zielstrebigkeit, Kampfesmut und Eleganz kämpft er sich durch ein Dickicht von Intrigen und lokalen Problemen.

Immerhin gibt es ganz nebenbei einen Schimmer von Politik-Bewusstsein. Die Region, in der Puller ermittelt, ist vom Bergbau geradezu verwüstet worden; die Menschen sind nicht gerade glücklich, haben aber gelernt, sich mit den Verhältnissen zu arrangieren. Der Autor schildert gewissermaßen die Schattenseiten des amerikanischen »Way Of Life«, ohne diesen natürlich in Frage zu stellen. Aber so schafft er auch Anknüpfungspunkte für Leser, die ansonsten mit den klaren, sehr eindeutigen Charakteren ihre Schwierigkeiten haben dürften.

Wer auf packende Unterhaltung steht, auf ein »Pageturner«-Lesevergnügen, das einen nicht mehr innehalten lässt, der ist bei diesem Roman bestens beraten. Die gelungene Übersetzung, die den einen oder anderen Handlungsfehler des Autors sowieso ausgeglichen hat, trägt dazu bei, dass man sich als Leser echt wohlfühlt. Ich freue mich schon auf den zweiten »John Puller«-Band ...

Erschienen ist der Roman als Hardcover mit Schutzumschlag im Heyne-Verlag. Das Buch umfasst 608 Seiten und kostet 19,99 Euro; mithilfe der ISBN 978-3-453-26906-4 kann es bei Versendern wie Amazon oder überall im Buchhandel bestellt werden.

Den Roman gibt es selbstverständlich auch als E-Book, unter anderem für den Kindle. In dieser Version kostet er 15,99 Euro. Darüber hinaus ist bei Random House Audio eine Hörbuch-Version erschienen, die von Dietmar Wunder gelesen wird, über deren Qualität ich allerdings nichts sagen kann. Die sechs CDs haben eine Gesamtlänge von fast sieben Stunden; dabei handelt es sich allerdings um eine gekürzte Hörbuch-Version; der empfohlene Preis beträgt 19,99 Euro.

Weitere Informationen zum Roman und zum Autor inklusive einer kostenlosen Leseprobe finden sich auf der Internet-Seite des Verlages.

Klaus N. Frick

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