Die Woche der Krimi-Tipps (Teil 4)

21.04.2016 08:30 von vpm

David Baldacci: Der Auftrag

Packender Thriller, der nicht loslassen will

Er ist alles andere als ein Hochliterat, er ist nie ein Schöpfer anspruchsvoller Romane – aber es ist unglaublich erfolgreich: Mit seinen Thrillern hat sich David Baldacci eine weltweite Fan-Gemeinschaft erarbeitet. Auch ich lese die Romane gern, zuletzt schmökerte ich den Roman »Der Auftrag« durch. Dieser ist im Sommer 2015 als Taschenbuch erschienen.

David Baldacci: Der AuftragDas Interessante bei diesem Roman ist: Er hat mir durchgehend Spaß gemacht, aber sobald ich über einige Dingen zu sehr nachdachte, fand ich Textstellen, die mir nicht so gefielen. Letztlich kann man den Roman mit einem sogenannten Blockbuster vergleichen: Es passiert unglaublich viel, es ist sehr spannend geschrieben, als Leser bleibe ich interessiert dabei – aber es ist natürlich weder originell noch anspruchsvoll.

Das erwartet man nicht von einem Baldacci-Roman. Da will man Spannung auf einem recht hohen Niveau. Für dieses Niveau zeichnet im deutschsprachigen Raum übrigens Uwe Anton verantwortlich. Der PERRY RHODAN-Autor übersetzt die Baldacci-Romane und trägt so dazu bei, dass der Amerikaner hierzulande so beliebt ist.

Worum geht’s in »Der Auftrag«, dem fünften Teil der Reihe »Camel Club«? Während des Besuches des britischen Premierministers in Washington wird ein Attentat verübt. Dem Staatsgast passiert nichts, aber die Geheimdienste in der amerikanischen Hauptstadt versuchen fieberhaft, den oder die Täter zu finden. Zu befürchten ist schließlich, dass ein weiteres Attentat geplant ist. Während die Geheimdienste in Arbeitswut verfallen, wird der ehemalige Agent Oliver Stone damit beauftragt, den Fall zu lösen; dem Amerikaner wird eine britische Agentin zur Seite gestellt.

Gemeinsam ermitteln die beiden und kommen einem Komplott auf die Spur, das immer größere Kreise zu ziehen scheint. Sie stöbern in Unterlagen herum, sie stören andere Behörden in ihrer Arbeit, und sie schaffen es am Ende natürlich, die Gegenspieler zu stellen. Dabei helfen ihnen die Kumpane vom Camel Club – das sind Oliver Stones Freunde, die selbst gern am Rande der Legalität aktiv werden.

Soweit zur Handlung eines Romans, dem eine Kürzung sicher nicht geschadet hätte. Die weit über 500 Seiten sind trotz mancher Länge unterhaltsam, ich langweilte mich während der Lektüre nicht. Sicher ist »Der Auftrag« nicht der beste aller Baldacci-Romane, aber wenn man sich darauf einlässt, macht der Roman richtig Spaß. Vor allem die Art und Weise, wie der Autor die amerikanischen Geheimdienste und ihre Intrigen beschreibt, gefiel mir gut; da kennt er sich einfach aus.

Klasse finde ich dabei eines: »Der Auftrag« gehört zu einer Serie, aber man kann den Roman ohne jegliche Kenntnis der vorherigen Teile gut verstehen. Selbstverständlich macht die Lektüre einen zusätzlichen Spaß, wenn man einigermaßen weiß, was die jeweiligen Hauptfiguren in früheren Romanen getan haben.

Erschienen ist das Taschenbuch im Bastei-Lübbe-Verlag; es ist 560 Seiten stark und kostet 9,99 Euro. Man kann es in jeder Buchhandlung bestellen, die ISBN 978-3-404-17204-7 ist dabei behilflich; ebenso haben es Versender wie Amazon im Angebot. (Wer sich einlesen möchte, kann auf die kostenlose Leseprobe zurückgreifen, die der Verlag auf seiner Internet-Seite bereitstellt.)

Selbstverständlich bietet der Verlag diesen Roman auch als E-Book an, unter anderem für den Kindle. Als digitales Buch kostet »Der Auftrag« 8,49 Euro.

Im Programm von Lübbe-Audio befindet sich das Hörbuch: sechs CDs in einer schönen Box, gelesen von Klaus-Dieter Klebsch. Zu beziehen ist das 440 Minuten lange Hörbuch – eine gekürzte Version des Romans – im Buchhandel und bei Tonträgerhändlern, vor allem aber bei Versendern wie Amazon. Die ISBN lautet 978-3-7857-4885-5. Der Preis von 19,99 Euro ist ein »empfohlener«; er kann durchaus von Händler zu Händler variieren.

Noch im Handel ist übrigens die Hardcover-Ausgabe – mit Schutzumschlag –, die 19,99 Euro kostete und mithilfe der ISBN 978-3-7857-2484-2 zu bestellen ist.

 

Klaus N. Frick

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