Die Redaktion empfiehlt: »White Crows 1 + 2« von Djief

05.12.2013 11:23 von vpm

Start in ein modernes SF-Abenteuer

Der französische Autor und Zeichner Jean-François Bergeron ist vor allem unter seinem Künstlernamen Djief bekannt geworden; als Djief hat er mehrere Comics veröffentlicht, auch hierzulande. Mit »White Crows« hat der Splitter-Verlag eine aktuelle Science-Fiction-Trilogie des Künstlers am Start – die ersten zwei Bände sind bereits erschienen, auf den dritten warte ich noch.

White Crows - Band 01Die Geschichte spielt in der Zukunft des 23. Jahrhunderts: Die Menschen gehören zu den galaktischen Zivilisationen, sind aber eher schlecht angesehen – man hält sie für Betrüger und Mörder, und man begegnet den Bewohnern des Planeten Erde mit Misstrauen. Das muss auch Frank Willis feststellen, der als einzelner Mensch unter zahlreichen Fremdwesen auf dem Planeten Primor arbeitet, auf einer Welt, die von einer riesigen Stadt bedeckt wird.

Willis ist zu allem Überfluss auch noch Polizist, einer von der unkonventionellen Sorte, und er legt sich mit seinen Vorgesetzten ebenso an wie mit mächtigen Gangstern oder gar Politikern. Als er unverhofften Besuch von seiner 15 Jahre alten Tochter Shelly bekommt, die ein düsteres Geheimnis mit sich herumschleppt, wird sein Leben erst recht kompliziert ...

Soweit ein kurzer Einblick in die Handlung der Science-Fiction-Trilogie. Wer einen seriösen und nachvollziehbaren Blick in die Zukunft erwartet oder unter Science Fiction etwas wissenschaftlich Exaktes versteht, wird von »White Crows« möglicherweise enttäuscht sein. Bei diesem Comic geht es vor allem darum, ein abwechslungsreiches und kunterbuntes Abenteuer zu erzählen.

Das schafft die Geschichte sehr gut: Willis und Shelly bekommen es mit Schmugglern und außerirdischen Rassisten zu tun, die alle Menschen verachten. Sie leisten sich schnelle Verfolgungsjagden, und es gibt haufenweise knallige Action. In den Straßenschluchten des Stadtplaneten Primor wimmelt es von Hindernissen und Problemen, gleichzeitig quillt alles von Leben nur so über – Primor wirkt wie eine Mischung aus dem Los Angeles des Klassikers »Blade Runner« und den riesigen Metropolen des »Star Wars«-Universums.

White Crows - Band 02Fairerweise muss man dazu sagen, dass vor allem die Bilder überzeugen: Auch wenn die Geschichte schnell erzählt wird und einen gut in die Handlung hineinzieht, sind es vor allem die Bilder, die die Leser bei der Story halten. Djief zeichnet witzige Roboter und schräge Außerirdische, bildersprengende Action und Dialoge, eine futuristische Stadtlandschaft und düstere Sonnenuntergänge, das alles recht realitätsnah, ohne in den Fotorealismus zu wechseln. Sein »White Crows« wird damit zu einem Leckerbissen für alle Fans gut gemachter Comic-Science-Fiction.

Wie es sich für den Splitter-Verlag gehört, sind die Bände hervorragend gestaltet und gedruckt; ich warte sehnsüchtig auf den dritten und abschließenden Band. Ich empfehle die Trilogie somit all jenen, die Science Fiction mögen. Wer sich ein wenig einlesen möchte, sollte auf die Internet-Seite des Splitter-Verlages gehen; dort gibt es kostenlose Leseproben.

Der erste Band trägt übrigens den Titel »Herz aus Stahl« und hat die ISBN 978-3-86869-493-2, der zweite heißt »Der Clan der Rassisten« und besitzt die ISBN 978-3-86869-494-9. Beide Comic-Bände sind als superschicke Hardcover-Bücher gestaltet, umfassen 48 Seiten und kosten jeweils 13,80 Euro.

Produktseiten und Leseproben beim Splitter-Verlag:

 


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Klaus N. Frick

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