Die Redaktion empfiehlt: »Vortex« von Robert Charles Wilson

29.05.2013 08:19 von vpm

Abschluss einer grandiosen Science-Fiction-Trilogie

Der amerikanische Schriftsteller Robert Charles Wilson gehört eindeutig zu den Besten seines Fachs; er gewann mehrere Preise und sorgte mit seinen Science-Fiction-Romanen immer wieder für Diskussionen. Seinen Roman »Vortex«, der 2012 in deutschsprachiger Ausgabe erschienen ist, betrachte ich als sehr gelungen, und ich möchte ihn auch empfehlen. Es gibt aber ein Problem: Eigentlich kann man diesen Roman nur verstehen, wenn man die zwei Bände davor gelesen hat.

Zwar ist »Vortex« eigenständig, aber er schließt die faszinierende Science-Fiction-Trilogie ab, die mit »Spin« begonnen und die der Autor mit »Axis« weitergeführt hat. Wenn ich also an dieser Stelle »Vortex« bespreche, ist das vor allem eine Empfehlung für die gesamte Trilogie und ihre Ideen.

In »Spin« schildert Wilson eine Welt, die durch »Vortex« vob Robert Charles Wilsoneine Art Zeitfeld vom Rest des Universums abgeschirmt wird. Die Gründe dafür werden nie offengelegt, aber während auf der Erde nur einige Dutzend Jahre vergehen, rast im Universum die Zeit einige Milliarden Jahre weiter. Als die Menschen am Ende dieser Zeit aus dem »Spin« entlassen werden, sind sie in einem völlig veränderten Universum.

Wissenschaftler vermuten, dass die sogenannten Hypothetischen hinter dieser Aktion stehen. Über die seltsamen Wesen weiß man nichts, aber die Spekulationen gehen in die Richtung, dass es sie seit Milliarden von Jahren gibt. Sie hinterlassen Weltentore, mit deren Hilfe es den Menschen möglich ist, andere Welten ohne Zeitverlust zu erreichen ... und mit dieser positiven Sicht einer möglichen Zukunft endet der unglaublich spannende und mitreißende Roman »Spin«.

Im zweiten Teil der Trilogie, dem von der Kritik als langatmig kritisierten Roman »Axis«, erzählt der Autor, wie sich die Gesellschaft auf den fernen Planeten weiter entwickelt. Es kommt sogar zu einem indirekten Kontakt zu den Hypothetischen, ohne dass man einen konkreten Beweis für ihre Existenz findet.

Weitere Aufschlüsse über den geheimnisvollen Jahrmilliardenplan gibt es dann tatsächlich in »Vortex«. Die Handlung des Romans spielt auf zwei Ebenen: einerseits in der Zeit kurz nach dem »Spin« und in den USA, andererseits weitere 10.000 Jahre in der Zukunft und auf einem fernen Planeten. In den USA behandelt eine Psychiaterin den Fall eines jungen Mannes, der seltsamerweise den Bericht eines Mannes aufschreibt, der weit in der Zukunft lebt. Sie fragt sich, wie das alles zusammenhängt ...

Wer diese Zusammenfassung jetzt nicht auf Anhieb verstanden hat, möge sich nicht grämen. Während der Autor in »Spin« ein zwar ungeheure Zeiten überspannendes, aber aufgrund der Personen stets nachvollziehbares Werk präsentiert, zerfasert die Handlung in »Vortex« ein wenig. Sie ist spannend, weil auf beiden Handlungsebenen viel passiert und viele Geheimnisse enthüllt werden, aber sie wird streckenweise nicht so schnell vorangetrieben wie im ersten Werk der Trilogie.

»Vortex« ist ein guter Science-Fiction-Roman, daran besteht kein Zweifel. Er stellt durchaus philosophische Fragen – wie sind die Zeiten miteinander verknüpft? – und präsentiert interessante Figuren; das ist alles unterhaltsam und packend. Aber man versteht die gesamte Handlung wahrscheinlich nur dann in allen Details, wenn man die anderen zwei Teile der Trilogie zuvor gelesen hat. Das ist sowieso zu empfehlen ... (Wer sich informieren möchte: Auf der Verlags-Homepage steht eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung.)

Der packende Roman ist als Taschenbuch im Heyne-Verlag erschienen. Er ist 400 Seiten stark und kostet 8,99 Euro. Mithilfe der ISBN 9-7834-5352-8987 kann er in allen Buchhandlungen bestellt werden; Versender wie amazon.de können ihn ebenfalls liefern. Die E-Book-Fassung gibt es für 7,99 Euro bei den unterschiedlichsten Portalen, unter anderem ebenfalls bei amazon.



 

 

Klaus N. Frick

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