Die Redaktion empfiehlt: »Teufelsgold« von Andreas Eschbach

28.06.2017 08:00 von vpm

Ein Thriller mit Phantastik-Anteil

Wenn es einen Autor gibt, den ich an dieser Stelle wohl kaum noch vorstellen muss, ist es Andreas Eschbach. Er hat sich in den vergangenen Jahren einen sehr guten Namen als Autor von Romanen gemacht, die auf dem dünnen Grat zwischen Thriller und phantastischer Literatur balancieren. Das ist mit seinem neuen Werk nicht anders: »Teufelsgold« ist ein packender Thriller, der streckenweise wie ein historisches Epos anmutet und eine phantastische Idee verfolgt.

Hauptfigur ist ein junger Angestellter, der zu Beginn der 90er-Jahre in ein neues Geschäftsfeld gestoßen wird, mit dem er anfangs sogar fremdelt. Er soll in Seminaren anderen Menschen vermitteln, wie man Geld gewinnbringend und sinnvoll anlegt. Er glaubt selbst nicht daran, dass das alles funktioniert, und er ist sowieso mit seinem Leben eher unzufrieden.

tl_files/comic/images/news/empfehlungen/Teufelsgold.jpegAus einer Laune heraus stiehlt er in einem Antiquariat ein uraltes Buch – in diesem geht es um einen Alchimisten, der im Mittelalter auf der Suche nach dem Stein der Weisen war. Das Thema fasziniert den jungen Angestellten, und seine Seminare, mit denen er sich zuerst sehr quälte, werden schnell besser. Sein Leben entwickelt sich in eine unglaubliche Richtung, und er wird bald zu einem wohlhabenden Menschen.

Die Geschichte der Alchemie fasziniert ihn weiter – und er sucht nach den alten Texten. Diese wiederum sind die zweite Handlungsebene in diesem Roman: Ein Alchimist im Mittelalter und seine Geheimnisse steht in diesen Kapiteln im Zentrum. So erweist sich »Teufelsgold« schnell als ein abwechslungsreiches Werk, das mit den Zeiten spielt, das verschiedene Charaktere vorstellt, das sich mal als Thriller und mal als Entwicklungsroman gibt und streng genommen keine Science Fiction ist.

Eschbach lässt in seinem abwechslungsreichen Roman einen Astrophysiker auftreten, der im CERN in der Schweiz tätig ist. Moderne Alchimisten tauchen auf, und letztlich geht es um eine uralte Rüstung als Gold und – tatsächlich! – um den mysteriösen Stein der Weisen. Steckt hinter der Saga etwa doch etwas Wahres, handelt es sich nicht nur um ein Hirngespinst?

Zwischen moderner Physik und alten Geheimnissen, zwischen Geheimbündlern aktueller Zeit und uralten Phänomenen: »Teufelsgold« ist spannend und unterhaltsam, lässt einen nicht los. Selbst die Szenen, die einem eher langweilig vorkommen könnten – etwa das »Innenleben« von Seminaren –, macht der Autor vor den Augen des Lesers lebendig. Er zeigt, welche Methoden benutzt werden, und schildert, wie Wissenschaftler und »Geldleute« gleichermaßen von alten Geheimnissen fasziniert sind.

Ein Lesevergnügen, in dem nebenbei viele Informationen über aktuelle Themen vermittelt werden: Ich las den Roman sehr gern; wieder einmal zeigt der Autor, wie gut er sich darauf versteht, phantastische Inhalte in ein gewöhnlich anmutendes Szenario zu versetzen. Eine Empfehlung nicht nur für Eschbach-Fans!

Erschienen ist der Roman als schön gestaltetes Hardcover mit Schutzumschlag; er umfasst 511 Seiten und kostet 22,90 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-7857-2568-9 kann man »Teufelsgold« in jeder Buchhandlung bestellen, selbstverständlich auch bei Versendern wie Amazon.

Eine E-Book-Version gibt es ebenfalls bei allen relevanten Händlern, unter anderem für den Kindle. Digital kostet der Roman 16,99 Euro. Darüber hinaus stehen zwei Hörbuch-Versionen zur Verfügung – eine gekürzte und einen ungekürzte (im Download) –, über deren Qualität ich nichts sagen kann. Wer sich dafür interessiert, möge sich auf den Internet-Seiten der Versandhändler oder auf der Internet-Seite des Verlages informieren.


Klaus N. Frick

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