Die Redaktion empfiehlt: »Stadt der Vergessenen« von Stephen Blackmoore

07.07.2015 08:20 von vpm

Untote und Gangster

Eigentlich lag es auf der Hand – mich wundert geradezu, dass es so lange dauerte, bis jemand die Idee in die Tat umsetzte: Man nehme das derzeit aktuelle Medienthema Zombies und verknüpfe es mit den Mitteln eines Krimis, das mixe man mit einigen Zutaten, die eher zu Tarantino-Filmen passen, und fertig ist ein neuer Genre-Mix.

De»Stadt der Vergessenen« von Stephen Blackmoorer amerikanische Autor Stephen Blackmoore hat genau das getan, und heraus kam ein knalliger Roman, der mich zumindest sehr gut unterhalten hat. Die Rede ist von »Stadt der Vergessenen«, der im Mai 2015 erschienen ist. Wer mag, kann das Werk in die Krimi-Ecke stecken; eigentlich ist es ein Horror- oder Phantastik-Roman mit entsprechenden Schock-Effekten.

Joe Sunday ist die Hauptperson des Romans: kein sympathischer Charakter, eher ein Söldner für einen Gangsterboss im Großraum Los Angeles. Sunday verbringt seine Tage damit, dass er für seinen Boss irgendwelche Leute zusammenschlägt oder auch mal jemanden umbringt. Ansonsten ist er alles andere als ein kluger Mann, vor allem ist er alles andere als sozial verträglich.

Das wird nicht besser, als er in ein Geschehen verwickelt wird, mit dem er vorher nicht rechnen konnte: Er wird umgebracht – stirbt aber nicht so richtig. Stattdessen wandelt er in der Folge als lebende Leiche durch die Straßen von Los Angeles. Das ist insofern sehr kritisch, weil sein Körper nach einiger Zeit zu verwesen beginnt. Will er den Verwesungsprozess stoppen, muss er schnellstens einen Menschen töten und essen.

Wenn er allerdings grundsätzlich etwas gegen sein Schicksal machen möchte, benötigt Joe Sunday eine »magische Hilfe«. Dabei handelt es sich um einen uralten Stein, der offensichtlich mit dem Zombie-Unwesen, mit Vampiren und Dämonen zusammenhängt. Die geben sich alle in einer seltsamen Halbwelt ein Stelldichein; ein Los Angeles der Monster und Mythen gewissermaßen, das sich neben dem Los Angeles der Menschen befindet.

Während er immer mehr Hintergründe zusammenträgt, wird Joe Sunday noch ein paar mal getötet  – aber er kann nicht final sterben. Stattdessen lernt er geheimnisvolle Wesen kennen, die sich seit Jahrhunderten bekriegen, und bekommt im Verlauf des Romans tatsächlich eine Perspektive für sein weiteres Dasein. Eine Fortsetzung ist bei diesem Ende dann auch nicht ausgeschlossen.

Soweit die kurze Zusammenfassung eines Romans, der mir gut gefallen hat. Die Mixtur aus Krimi und Horror ist flüssig geschrieben ist und unterhält bestens. Hohe Literatur oder tiefgehende Diskussionen über das Wesen des Menschen kann man nicht erwarten – der Autor hat so etwas auch nicht beabsichtigt. Sein Roman knallt, er ist perfektes Lesefutter für Menschen, die gerne auch mal etwas »Grobes« lesen möchten. Wer düstere Krimis und Horror mag, dem kann ich »Stadt der Vergessenen« allemal empfehlen.

Das Taschenbuch ist 286 Seiten stark und kostet 8,99 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-404-20788-6 ist es in jeder Buchhandlung zu bestellen, ebenso über Online-Händler wie Amazon. Das E-Book kostet 7,49 Euro; unter anderem ist es als Version für den Kindle zu haben. Auf der Internet-Seite des Verlages steht eine kostenfreie Leseprobe zur Verfügung.

Klaus N. Frick

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