Die Redaktion empfiehlt: »Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze« von Dennis Ehrhardt

07.12.2012 13:30 von vpm

Historischer Krimi als Hörspiel

Seit ich den ersten Fall von »Sonderberg & Co« gehört habe, bin ich ein Fan dieser historischen Hörbuch-Krimis. Die Serie spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Düsseldorf, in einer Zeit rasanter technischer Erfindungen und gesellschaftlicher Umwälzungen, in einer Epoche also, in der sich für die Menschen unglaublich viel änderte.

Autor der Serie ist Dennis Ehrhardt, der bei den Hörspielen auch Regie führt und sie produziert. (Bei den PERRY RHODAN-Lesern ist er unter anderem dadurch bekannt geworden, dass er die von Ernst Vlcek konzipierte Serie »Dämonenkiller« neu und unter dem Namen »Dorian Hunter« in den Handel gebracht hat.) Wie gut er das macht, sieht man sehr schön bei der dritten Folge, die einen recht komplizierten Titel trägt: »Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze«; was sich ein wenig umständlich anhört, im Verlauf der Handlung aber klar und eindeutig erläutert wird.

Das Ensemble der Figuren, das der Autor mit viel »Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze« von Dennis Ehrhardtaugenzwinkerndem Humor vorstellt, bleibt bei den ersten Folgen im wesentlichen gleich: Hauptfiguren sind natürlich Friedrich Sonderberg, der Detektiv, und seine unangepasste Assistentin Minnie Cogner; hinzu kommen der manchmal sehr langsam kapierende Inspektor oder der nichtsnutzige Neffe Gregor. In der vorliegenden dritten Folge kommen haufenweise Zeugen und Verdächtigte dazu, was anfangs eine gewisse Aufmerksamkeit beim Anhören verlangt.

Die Handlung spielt in zeitlicher Nähe zur 600-Jahres-Feier der Stadt Düsseldorf. Ein Fabrikbesitzer, der Kerzen herstellen ließ, wird tot aufgefunden, und ausgerechnet Sonderbergs Neffe Gregor wird als erster verdächtigt, der Mörder zu sein. Selbstverständlich ist Gregor unschuldig – aber bis Sonderberg den wirklichen Täter gefunden hat, muss er ziemlich lange ermitteln und zahlreichen Spuren folgen. Die titelgebende Jablotschkowsche Kerze spielt dabei eine besondere Rolle ...

Wie die ersten Teile, so ist auch dieses Hörspiel hervorragend gemacht: flotte Dialoge sowie viele Geräusche, die eine abwechslungsreiche Kulisse schaffen. Alle Sprecher tragen ihre Rollen sehr realitätsnah vor, die historischen Hintergründe wirken glaubhaft, das Geschehen besteht aus einer stets nachvollziehbaren Abfolge der Ereignisse. Was mir besonders gut gefällt: Die Produktion verzichtet auf einen Erzähler, der durch das Geschehen führt; damit entsteht ein echtes »Kopf-Kino«, bei dem die Geräusche und Dialoge die Szenen sehr lebendig erscheinen lassen.

Auch diesmal ist mit »Sonderbergs Notizen« eine schöne Ergänzung zum eigentlichen Kriminalfall enthalten, mit der die Hauptfiguren weiter charakterisiert werden. Das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen!

Erschienen ist »Sonderberg & Co« als Doppel-CD, die mithilfe der ISBN 978-3-936558-83-8 überall im Buchhandel zu beziehen ist, ebenso bei Versendern wie amazon.de. Für die CD gibt's einen empfohlenen Verkaufspreis von 14,95 Euro; wer sich für den Download entscheidet, bezahlt im Regelfall 7,95 Euro.

Mittlerweile gibt es weitere »Sonderberg«-Hörspiele, die ich mir demnächst auch anhören werde. Empfehlenswert sind sie allesamt – mein Tipp für all jene, die ein Herz sowohl für gelungene Hörspiele als auch für originelle Krimis haben! Wer sich davon überzeugen möchte, findet auf der Homepage des Zaubermond-Verlages kostenlose Hörproben.

 

Klaus N. Frick

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