Die Redaktion empfiehlt: »Pelikan-Protokoll« von Richard Marazano und Zeichner Jean-Michel Ponzio

17.09.2013 08:05 von vpm

Fotorealistischer Science-Fiction-Comic

Es ist eine beängstigende Situation: Zwölf Menschen unterschiedlichen Alters und beiderlei Geschlechts finden sich als Gefangene wieder; sie entstammen unterschiedlichen Kulturen und werden in einer Art Station festgehalten. Ihre Wärter behandeln sie einigermaßen korrekt, sie werden nicht misshandelt und bekommen zu essen. Doch was sie in der Station tun sollen und welchen Zweck ihre Gefangennahme hat, das erfahren sie nicht – das wissen übrigens auch die Wärter nicht ...

Das ist die Ausgangsposition für den neuen Science-Fiction-Comic Pelikan Protokoll - Bd. 01mit dem Titel »Pelikan-Protokoll« des Autors Richard Marazano und des Zeichners Jean-Michel Ponzio, der hierzulande im Splitter-Verlag erscheint. Die ersten zwei Bände sind im Handel, zwei weitere sollen folgen. So viel kann ich jetzt schon sagen: Die Geschichte beginnt vielversprechend, sie steigert sich mit viel Spannung und Verwirrung, und ich bin sehr darauf gespannt, wie das Kreativ-Duo die Story zu Ende bringt.

Bekannt wurden die beiden mit dem Comic »Der Schimpansenkomplex«, der ebenfalls im Splitter-Verlag publiziert worden ist. Auch bei dieser kurzen Serie handelte sich um eine packende Geschichte, die in einer relativ nahen Zukunft spielte und in der vergleichsweise »normale« Helden auftraten. Beim »Pelikan-Protokoll« ist das ähnlich.

Die Gefangenen reagieren in unterschiedlicher Weise auf die Verhältnisse, in denen sie auf einmal leben müssen. Während die einen resignieren, kämpft vor allem eine junge Frau ständig gegen die Wärter und das System an. Der Grund: Sie fühlt sich für ihren Bruder, der in einer Parallelhandlung immer wieder gezeigt wird, verantwortlich und hat Angst, dass er durch schlechte Freunde in die Drogenszene abrutscht.

Welchen Grund die Ärzte haben, die Gefangenen zu beobachten, wird in den zwei Bänden noch nicht klar – das wird sicher im weiteren Verlauf der Handlung aufgeklärt. Die Andeutungen machen mich aber neugierig; die Experimente scheinen einem bestimmten Plan zu folgen und von einer gewissen Bedeutung zu sein. Die Dialoge und Beschreibungen, die Richard Marazano verfasst hat, treiben die Handlung auf jeden Fall in rasantem Tempo voran, so dass man als Leser mit viel Spannung folgt.

Vor allem aber ist es die Optik, die beim Pelikan Protokoll - Bd. 02»Pelikan-Protokoll« überzeugt. Jean-Michel Ponzio hat einen Stil, der mit fotorealistisch gut umschrieben ist. Gesichter in der Dämmerung, orangerot gekleidete Gefangene in düsteren Metallgängen, die Natur außerhalb der Station – das alles stellt er hervorragend dar. Es gibt Leser, die mögen es nicht, wenn ein Comic zu sehr an der Realität »andockt«; wer daran aber Freude hat, wird Ponzios Grafiken lieben.

»Das Pelikan-Protokoll« ist eine Empfehlung für die Science-Fiction-Fans, die gerne realitätsnahe Geschichten mögen und diese auch in einem Comic wiederfinden möchten!

Die beiden Comic-Bücher sind – wie immer bei Splitter – hochwertig gestaltet und gedruckt; sie sind jeweils 48 Seiten stark, haben eine Hardcover-Ausstattung und kosten 13,80 Euro. Band eins mit dem Titel »Erste Phase« hat die 978-3-86869-562-5, Band zwei als »Zweite Phase« hat die ISBN 978-3-86869-563-2. Die ISBN ist beim Bestellen der Comics sehr hilfreich; man bekommt sie in allen Comic-Fachhandlungen und im Buchhandel, selbstverständlich auch bei Versendern wie amazon.de.

Wer übrigens sehen will, wie fotorealistisch die Zeichnungen sind, kann sich die jeweiligen Leseproben anschauen. Splitter stellt auf seiner Homepage kostenlos die ersten Seiten zur Verfügung.


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Band 1:    Pelikan-Protokoll
ISBN:        978-3-86869-562-5
Umfang:   48 Seiten
Preis:       13,80 Euro

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Leseprobe

Band 2:    Pelikan-Protokoll
ISBN:        978-3-86869-563-2
Umfang:   48 Seiten
Preis:       13,80 Euro

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Leseprobe

Klaus N. Frick

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