Die Redaktion empfiehlt: »Hauteville House 1 und 2« von Fred Duval / Thierry Gioux / Christophe Quet / Carole Beau

26.09.2013 08:22 von vpm

Steampunk-Comics vom Feinsten

Riesige fliegende Luftschiffe, die mit Kanonen bewaffnet sind, durchqueren die Lüfte, und Fahrzeuge auf Basis von Dampfmaschinen rollen über die Straßen: Die Welt in der phantastischen Comic-Serie »Hauteville House« ist faszinierend und mitreißend. Ich habe jetzt die ersten zwei Bände gelesen, die der Finix-Verlag veröffentlicht hat.

Weitere sind im Programm des kleinen Verlages bereits erschienen und werden in den kommenden Monaten in den Handel kommen. Zumindest den Anfang der Serie kann ich bereits an dieser Stelle empfehlen, die folgenden werde ich mir noch zulegen.

Die Handlung beginnt im Jahr 1864. Kaiser Napoleon III »Hauteville House« Bd. 1: Zeldavon Frankreich hat seine Truppen nach Mexiko geschickt, wo sie einem geheimen Auftrag folgen. Dieser hat mit okkulten Wissenschaften und uralten Sagen zu tun, mit monströsen Wesen und den halb vergessenen Pyramiden Mexikos. Wenn Napoleon in den Besitz einer bestimmten Waffe kommt, könnte er endlich seine Konflikte mit England und Preußen erfolgreich beenden.

Soweit der Ausgangspunkt für eine phantastische Comic-Serie, die im weitesten Sinne als Steampunk bezeichnet werden könnte. Technische Erfindungen werden mit Dampfkraft betrieben, die Welt in »Hauteville House« unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der Welt des Jahres 1864, wie wir sie aus Geschichtsbüchern kennen.

Die Intrigen von Geheimagenten sowie die Konflikte mächtiger Herrscher allerdings passen auch zur »wirklichen« Geschichte. So gibt es eine Geheimorganisation der Exil-Republik, die gegen das kaiserliche Regime kämpft. Im Haus des Schriftstellers Victor Hugo, dem Hauteville House, treffen sich die Widerständler in einer unterirdischen Zentrale; von dort aus planen sie ihre Aktionen gegen Napoleon.

Die Handlung springt von Mexiko zur Insel Guernsey und zurück; eine eiskalte amerikanische Geheimagentin spielt ebenso eine Rolle wie französische Soldaten, schräge Archäologen und mexikanische Revolutionäre. Das ganze ist so unterhaltsam erzählt und so gut gezeichnet, dass ich richtig Lust auf diese Parallelwelt bekommen habe.

Verantwortlich dafür ist der Autor Fred Duval, »Hauteville House« Bd. 2: Reiseziel Tunumvon dem die Texte stammen, der Texter Christophe Quet, der die Storyboards erstellte, und der Zeichner Thierry Gioux, der rasante Action ebensogut kann wie die fiktive Technik dieser Steampunk-Welt. Beeindruckend ist daneben die Farbgebung von Carole Beau, die dieser französischen Gemeinschaftsarbeit den letzten Schliff verleiht.

Mit »Hauteville House« hat der Finix-Verlag sein Programm stark aufgewertet. Bislang brachte der Verlag vor allem französische Comic-Serien zum Abschluss, die bei anderen Verlagen nicht erfolgreich liefen; mit dieser Serie zeigt man erstmals, dass man sich auch größere Projekte wagt. Meiner Ansicht nach ist das sehr gut gelungen – auf diesen Verlag werde ich weiterhin achten.

Beide Bände sind als schön gestaltete und gedruckte Hardcover-Ausgaben erschienen. Sie umfassen jeweils 48 Seiten und kosten 13,80 Euro. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, findet zu den Comics schöne Leseproben auf den Produktseiten des Finix-Verlages.

Der erste Band kam unter dem Titel »Zelda« in den Handel, er ist mithilfe der ISBN 978-3-9412366-77 überall im Comicfach- sowie im Buchhandel erhältlich, ebenso bei Versendern wie amazon.de. Band zwei trägt den Titel »Reiseziel Tulum« und hat die ISBN 978-3-941236-68-4.


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Leseproben auf der Seite des Verlages:

 

 

Klaus N. Frick

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