Die Redaktion empfiehlt: »Gipsy« von Thierry Smolderen & Enrico Marini

19.07.2012 07:54 von vpm

Trucker-Abenteuer im 21. Jahrhundert

Es ist eine seltsame Zukunft, die in der Gipsy Band 01Comic-Serie »Gipsy« geschildert wird. Die Staaten sind zerfallen, und in weiten Teilen der Welt herrschen chaotische Zustände. Gleichzeitig aber gibt es eine riesige Autobahn, die über alle Kontinente gebaut worden ist: Monströse Lastwagen rollen durch die Weiten Sibiriens, überqueren die Arktis und verbinden so Europa und Amerika miteinander. Diese riesige Autobahn trägt den Namen Circumpolar-3-Continentale, wird als D3C abgekürzt und ist der Schauplatz dieser Serie.

»Gipsy« kam bereits zu Beginn der Nuller-Jahre im Carlsen-Verlag heraus. Jetzt wird die Serie vom Splitter-Verlag in gewohnter Qualität neu auf den Markt gebracht. Bisher sind vier Bände erschienen, insgesamt gibt es sechs Teile. Verantwortlich dafür sind der Schweizer Enrico Marini, der mit nur 23 Jahren seine Arbeit an »Gipsy« begann, sowie der Belgier Thierry Smolderen, der bei seinen Geschichten auf knallige Action mit interessanten Figuren setzt.

Hauptfigur der Serie ist – bei dem Titel keine Überraschung –Gipsy Band 02 ein junger Sinti namens Zagoi. Er ist ein echtes Raubein, einer von der Sorte, die immer wieder in Ärger hineinrutschen, die keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gehen und ständig nach Frauen Ausschau halten. Er ist ein Trucker, mit seinem Lastwagen fährt er über die gigantische Autobahn, und es ist ihm eigentlich egal, für wen seine Ladung bestimmt ist.

Und so geht es in den ersten Abenteuern der Serie um einen Transport, der an eine der sibirischen Bürgerkriegsparteien gehen soll. In der actionreichen Handlung spielen Oblivia, die kleine Schwester des Helden, sowie ein geheimnisvoller Junge, den man für einen Nachkommen der russischen Zaren hält, eine wichtige Rolle. Aber natürlich ist alles nicht so, wie man es sich im Allgemeinen vorstellt.

»Gipsy« ist ein Abenteuer-Comic, keine ernsthafte Gipsy Band 03Auseinandersetzung mit einer fiktiven Zukunft. Man könnte den Comic auch als eine bebilderte Interpretation von »Mad Max« und anderen Endzeit-Szenarien betrachten. Zumindest werden die Abenteuer so angelegt: Schlägereien und Verfolgungsjagden, Schießereien und Explosionen, dazwischen knallige Dialoge und Sex – eine schnelle Abfolge von Szenen, die somit sehr unterhaltsam ist.

Das Ganze ist gut gezeichnet: Die einzelnen Panels wirken realitätsnah, sowohl in den Nahaufnahmen der Gesichter als auch in Natur- und Technik-Darstellungen. Dadurch wird die rasante Handlung gut illustriert; da kann man nicht meckern. Wer sich davon überzeugen möchte, kann sich die kostenlosen Leseproben auf der Splitter-Homepage anschauen.

Übrigens hat sich Splitter in Sachen Ausstattung Gipsy Band 04wieder einiges einfallen lassen. In jeder »Gipsy«-Ausgabe zeigt eine Weltkarte den Verlauf der Autobahn; im ersten Band gibt es noch zahlreiche Skizzen. Comic-Freunde kommen hier gleich mehrfach auf ihre Kosten – eine solche Präsentation finde ich klasse.

Der erste Band ist auch der umfangreichste: »Stern des Zigeuners« ist 72 Seiten stark und kostet 14,80 Euro, er hat die ISBN 978-3-86869-305-8. Mit 64 Seiten, die 13,80 Euro kosten, folgt der zweite Band unter dem Titel »Sibirische Feuer« und der ISBN 978-3-86869-306-5. Gleicher Umfang, gleicher Preis: »Der Tag des Zaren« ist Band 3 und hat die ISBN 978-3-86869-307-2. Als vierter Band liegt »Die schwarzen Augen« mit der ISBN 978-3-86869-308-9 vor; er ist 56 Seiten stark.

Bestellen kann man die Comic-Bände in allen Buchhandlungen, ebenso bei Versendern wie amazon.de. Die Angabe einer ISBN kann hilfreich sein.

Hier geht's zu den entsprechenden Produktseiten auf Amazon.de

» Gipsy Band 1: Der Stern des Zigeuners
» Gipsy Band 2: Sibirische Feuer
» Gipsy Band 3: Der Tag des Zaren
» Gipsy Band 4: Die schwarzen Augen

 

Und hier geht's zu den kostenlosen Leseproben auf der Internetseite des Splitter-Verlags:
» Gipsy Band 1: Der Stern des Zigeuners
» Gipsy Band 2: Sibirische Feuer
» Gipsy Band 3: Der Tag des Zaren
» Gipsy Band 4: Die schwarzen Augen

 

Klaus N. Frick

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