Die Redaktion empfiehlt: »Die Sterngeborenen« von E.C. Tubb

08.11.2012 08:00 von vpm

Science-Fiction-Klassiker aus den fünfziger Jahren

Zu den Klassikern der abenteuerlichen Science Fiction gehört seit Jahrzehnten der Schriftsteller E.C. Tubb. In den 80er-Jahren erlebte der 1919 geborene und 2010 verstorbene Autor eine Renaissance: Damals erschien im Programm des Moewig-Verlages eine Taschenbuchreihe, die sich ausschließlich seinem Werk widmete. Bekannt wurde Tubb in erster Linie durch seine Serie um Earl Dumarest; in dieser Serie schilderte er in über dreißig Romanen die Suche eines Weltraum-Tramps nach der Erde.

Um eine Suche geht es auch in dem RomanPaperback: »Die Sterngeborenen« von E.C. Tubb »Die Sterngeborenen«, der im Sommer 2011 im kleinen, aber feinen Atlantis-Verlag neu aufgelegt wurde. Schauplatz des Romans ist ein Generationenraumschiff, mit dem Menschen von der Erde auf der Suche nach einem bewohnbaren Planeten sind. Der Roman, der 1956 erstmals unter dem Titel »The Space-Born« publiziert wurde, passt in die Aufbruchsstimmung jener Zeit, zeichnet sich aber neben einer abenteuerlichen Handlung auch durch kritische und nachdenkliche Passagen aus.

Die Welt, die der Autor in seinem Roman entwirft, ist nicht gerade nett: Seit einigen hundert Jahren sind die Menschen mit ihrem Raumschiff unterwegs; an Bord herrscht ein knallhartes Regime. Fortpflanzung ist reglementiert, Verschwendung wird bestraft, und wer vierzig Jahre alt ist, wird von der Polizei umgebracht. Einer dieser Polizisten ist Jay West, der anfangs an die Führung des Schiffes glaubt und klaglos alle Aufträge erfüllt, sich dann aber in eine Frau verliebt und in der Folge anfängt, viele Dinge an Bord in Frage zu stellen.

Er kommt hinter eine unheimliche Intrige, und er stellt fest, wie die Führung des Schiffes wirklich funktioniert. Ab diesem Moment verwandelt er sich in einen Revolutionär wider Willen. Was heute wie eine alt bekannte Geschichte wirkt, dürfte sich Mitte der fünfziger Jahre durchaus kritisch gelesen haben – ein Polizist, der sich gegen seinen Staat auflehnt und dessen Befehle in Frage stellt ...

E.C. Tubb war kein politischer Autor, sein Thema war Kindle-eBook: »Die Sterngeborenen« von E.C. Tubbstets das Abenteuer im Weltraum. Es ist dennoch überraschend, wie klarsichtig und nachvollziehbar er seine Geschichte anlegt: Die Enge an Bord des Generationenraumschiffes schildert er eindrucksvoll, ebenso die Veränderung seines Helden. Dabei geht er psychologisch nicht zu tief in das Innenleben der Figur hinein; er bleibt an der Oberfläche und schildert immer wieder knallige Action.

»Die Sterngeborenen« ist ein Roman, der überhaupt nicht angestaubt wirkt, der sich immer noch gut lesen lässt und der mich bei der Lektüre stets positiv überraschte. Die Geschichte ist glaubhaft geschildert und steuert unaufhaltsam auf ihren Höhepunkt zu. Das lässt sich auch heutzutage noch mit viel Vergnügen und Interesse lesen.

Der Roman ist als 143 Seiten starkes Paperback im Atlantis-Verlag erschienen und kostet 10,00 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-86402-007-0 kann er in allen Buchhandlungen bestellt werden, ebenso über Versender wie amazon.de.

Selbstverständlich gibt es den Roman als E-Book, unter anderem für den Kindle – in dieser Version kostet er 3,99 Euro. Wer mag, kann »Die Sterngeborenen« sogar als Hardcover haben. Diese Version gibt es allerdings nur für diejenigen, die direkt beim Verlag bestellen; sie kostet 13 Euro.

 

Klaus N. Frick

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