Die Redaktion empfiehlt: Die »phantastisch!« überzeugt auch 2016

28.06.2016 08:00 von vpm

Wenn ich eine Zeitschrift nennen soll, die für die Science Fiction und Fantasy im deutschsprachigen Raum von echter Relevanz ist, fällt mir eigentlich nur die »phantastisch!« ein. Das Magazin hält sein Niveau seit Jahren, und ich freue mich stets über ein aktuelles Heft.

»phantastisch!« 62Ich habe die Ausgabe 62 dieser Tage zu Ende gelesen. Wie immer enthält das Magazin einige Beiträge, die mir nicht so mundeten – aber das macht angesichts der gebotenen Qualität nicht viel aus. Letztlich kann eine Redaktion nie alle Leser mit allen Themen begeistern.

Auffallend ist, wie international das Magazin mittlerweile wirkt; die »phantastisch!« ist längst über eine deutschsprachige Nabelschau hinaus. Das zeigt sich beispielsweise an dem schönen Interview mit dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Gregory Benford oder auch der exklusiven Kurzgeschichte des Schriftstellers Jeff VanderMeer. Ergänzend zu der VanderMeer-Geschichte wird seine erfolgreiche »Southern Reach«-Trilogie vorgestellt.

Weitere Beiträge beschäftigen sich mit dem Multitalent Holger Munch, der jungen Cyberpunk-Autorin Laura Beukes aus Südafrika oder dem amerikanischen Schriftsteller Daniel Suarez. Das Magazin erfüllt zumindest für mich eine wichtige Aufgabe: Durch solche Artikel werde ich auf Autoren oder Künstler aufmerksam, die ich sonst nie für mich hätte entdecken können.

In zahlreichen Rezensionen werden unterschiedliche Bücher aus dem weiten Spektrum von Science Fiction und Fantasy vorgestellt. Dabei gefiel mir schon immer, dass die Redaktion durchaus einen breit gefächerten Geschmack hat. Es werden die wichtigen Titel der großen Verlage besprochen, aber auch eine Auswahl aus dem Programm der Kleinverlage – damit hat man als interessierter Leser einen Einblick in das aktuelle Geschehen.

Illustrationen und Nachrichten, ein Cartoon und ein Comic runden das Heft ebenso ab wie ein Gewinnspiel. Die »phantastisch!« ist ein Magazin der »alten Schule«, in dem eine Redaktion ein möglichst breites Spektrum an Themen abdeckt. Dass ein gewöhnlicher Leser bei einem solchen Umfang nicht alles »schaffen« kann, leuchtet ein.

Die Gestaltung der Zeitschrift ist klassisch, die Artikel sind schön bebildert; die Gestaltung lädt eindeutig dazu ein, das Heft zu lesen und sich auch einmal auf ein Thema einzulassen, das man vielleicht nicht so spannend findet. Ich empfehle allen Science-Fiction- und Fantasy-Interessierten das Abonnement der Zeitschrift. Selten bekommt man so viele Hintergründe und Informationen in kompakter Weise und in schön lesbarer Form.

Das Heft umfasst insgesamt 72 Seiten und kostet 5,30 Euro. Ich empfehle ein Jahres-Abonnement, das 21,20 Euro kostet. Der Versand ins Ausland ist hochpreisiger – bitte darauf achten! Kaufen kann man das Magazin in spezialisierten Science-Fiction-Buchhandlungen sowie über den Shop des Atlantis-Verlages.


Klaus N. Frick

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