Die Redaktion empfiehlt: »Die Opal-Verschwörung« von Eric Corbeyran und Grun

30.11.2012 08:00 von vpm

Packender Abenteuer-Comic mit einer Prise Phantastik

Nicht gerade schreiend originell, aber toll gezeichnet und sehr ordentlich erzählt: Übers Wochenende habe ich den kompletten Band von »Die Opal-Verschwörung« durchgeschmökert. Dabei handelt es sich um einen umfangreichen Comic-Band, der mehr als 200 Seiten umfasst und eine Abenteuer-Geschichte aus dem 17. Jahrhundert erzählt, inklusive vieler Action-Einlagen, Kämpfe und Verwicklungen.

Als Hauptfiguren des Comic-Bandes, in dem vierEric Corbeyran und Grun: Die Opal-Verschwörung französische Original-Ausgaben in einer sehr guten deutschen Übersetzung zusammengefasst worden sind, treten ein schwedischer Söldner, eine afrikanische Abenteuerin und ein französischer Offizier auf. Anfangs wissen die drei nichts von ihrer gemeinsamen Vergangenheit – doch das wird schnell klar. Ihre Väter wären vor Jahrzehnten als Kinder an der Pest gestorben, wären sie damals nicht von dem mysteriösen Nostradamus geheilt worden.

Er übergab jedem der Väter einen Opal und zwang sie, einen Schwur abzulegen. Diesen Schwur müssen die Kinder erfüllen – während rings um sie die Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges und seiner Begleiterscheinungen in Frankreich, Italien und den Niederlanden zu spüren sind. Auf die Spur der drei Helden wiederum setzt sich eine unheimliche Loge, die offensichtlich selbst an den Opalen interessiert ist ...

»Die Opal-Verschwörung« spielt geschickt mit Handlungselementen, die heutige Leser faszinieren: Michel de Nostredame, als Nostradamus auch im neuen Jahrhundert ein Begriff, gehört ebenso dazu wie der fiese Kardinal Richelieu und seine Umtriebe; Galileo Galilei oder der Feldherr Wallenstein treten auf, Städte wie Marseille oder Antwerpen werden eindrucksvoll in Szene gesetzt. Hinzu kommen einige phantastische Elemente, die in der Geschichte nicht weiter erklärt werden – und mich störte das nicht.

Die Comic-Autoren Eric Corbeyran und Nicolas Hamm erzählen eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen. Das wäre nicht das Außergewöhnliche dieses Comics – begeisternd sind vor allem die Zeichnungen, für die Grun verantwortlich ist. Der Künstler, der nur diesen Namen benutzt, hat einen extrem realistisch anmutenden Stil. Ob er ein Segelschiff zeichnet oder die schmutzigen Gassen einer Stadt präsentiert, einen Kampf in einer Kneipe oder ein unheimlich-phantastisches Ritual: Grun scheint alles gleichermaßen zu beherrschen.

Mit »Die Opal-Verschwörung« liegt im Splitter-Verlag nun ein Comic-Band vor, der nur sehr geringe Fantasy-Elemente aufweist und im historischem Umfeld verankert ist. Die hohe Qualität der Zeichnungen und die spannende Geschichte sollten aber nicht nur Historien-, sondern auch Fantasy-Fans packen. Ich habe den Band, wie schon erwähnt, buchstäblich in einem Rutsch durchgelesen und war sehr von dem abwechslungsreichen Geschehen gefesselt.

Erschienen ist »Die Opal-Verschwörung« als großformatiger Hardcover-Band mit insgesamt 224 Seiten Umfang. Er enthält neben den vier Original-Geschichten umfangreiches Bonusmaterial wie beispielsweise Skizzen.

Zum Preis von 39,80 Euro kann der Band überall im Comic- und Buchhandel bestellt werden; nötigenfalls ist die ISBN 978-3-86869-500-7 dabei behilflich. Selbstverständlich gibt's den Band auch bei Versendern wie amazon.de oder im Splitter-Shop; auf der Shop-Seite des Splitter-Verlags kann zudem die kostenlose Leseprobe bewundert werden.

 

 

Klaus N. Frick

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