Die Redaktion empfiehlt: »Die Druiden – 7« von Jean-Luc Istin / Jacques Lamontagne

11.10.2013 08:12 von vpm

Einstieg in einen neuen Zyklus mit Kelten-Abenteuern

Irgendwo in Cornwall, irgendwann im fünften Jahrhundert nach Christi Geburt: Das Römische Imperium ist einem Flickenteppich kleiner Herrschergebiete gewichen. Angriffe der Sachsen bedrohen die keltische Bevölkerung. Gleichzeitig erringt das Christentum immer mehr Einfluss, während sich die keltischen Druiden in die Wälder zurückziehen. Es herrscht ein Zeitenwandel, eine neue Ära bricht an.

In dieser Zeit spielt die französische Comic-Serie »Die Druiden«, von der hierzulande bereits sechs Bände im Splitter-Verlag erschienen sind. Mit »Die Verschwundenen von Cornwall« liegt der siebte Band vor, und mit diesem beginnt ein neuer Handlungszyklus. Grund genug, auf die Serie hinzuweisen: Dieser Band ist auch ohne Vorkenntnisse gut verständlich.

Man muss sich als Leser auf eine Umgebung einlassen,»Druiden 7« von Jean-Luc Istin / Jacques Lamontagne die wie eine Fantasy-Welt wirkt, aber in der historisch weitestgehend korrekten Vergangenheit spielt. Düstere Wälder, die bedrohlich und abweichend wirken, dazwischen die kleinen Ansiedlungen der Menschen, die im wesentlichen aus bescheidenen Hütten oder trutzig-kalten Burgen bestehen. Die Zeit des fünften Jahrhunderts erscheint in diesem Band als abweisend und regnerisch, als menschenfeindlich und gefährlich.

Die Geschichte selbst ist schnell erzählt: In den Dörfern entlang der Küste verschwinden Menschen auf seltsame Weise. Zuerst nimmt man an, streunende Sachsen hätten die Bauern und Handwerker, die Frauen und Männer entführt, um sie entweder als Sklaven zu halten oder für heidnische Riten zu opfern. Ein Druide wird damit beauftragt, die Verschwundenen zu suchen, und er stellt rasch fest, dass die Sachsen nicht zu den Tätern gehören können. Verschiedene Machtgruppen scheinen eine Rolle zu spielen, doch die Hintergründe werden nicht aufgedeckt – das ist dann Aufgabe für die Fortsetzungen.

Jean-Luc Istin, der als Autor schon zahlreiche Comics getextet hat, führt die Leser durch eine packende und zugleich stimmungsvolle Handlung. Eigentlich ist es eine Mixtur aus Krimi und historischem Roman, die er in »Die Druiden« präsentiert, glaubhaft geschildert und spannend erzählt. In seinem siebten Band wirft er in geschickter Weise viele Fragen auf und deutet viel an, so dass man als Leser wissen möchte, was in den folgenden Bänden passieren wird.

Die sehr realistisch anmutenden Zeichnungen von Jacques Lamontagne, die durch eine oftmals düstere Farbgebung unterstützt werden, machen den Comic zu einer nachvollziehbaren Reise in die Vergangenheit. Zwar wirken die menschlichen Gesichter manchmal ein wenig steif, dafür überzeugen die Landschaften, die Figuren im Allgemeinen und die dargestellten Gebäude. Lamontagne hat einen eigenständigen Stil, der nicht jedem gefallen wird – ich empfehle in diesem Fall unbedingt, vorher die Leseprobe auf der Internet-Seite des Splitter-Verlages zu besuchen.

Mit dem siebten Band der »Druiden«-Serie ist dem Duo Istin und Lamontagne ein schöner Einstieg gelungen. Mich macht er neugierig auf den weiteren Verlauf der Serie: ein Tipp für Leser, die realistisch wirkende Geschichten und Zeichnungen vor einem historischen Hintergrund mögen.

»Die Verschwundenen von Cornwall« ist 48 Seiten stark, kam als Hardcover in den Handel und kostet 13,80 Euro. Den Comic-Band gibt es überall im Comic- und im Buchhandel, selbstverständlich auch bei Versendern wie amazon.de; die ISBN 3-978-86869-587-8  kann bei einer Bestellung behilflich sein.

 

Klaus N. Frick

Zurück