Die Redaktion empfiehlt: »Department 19 – die Mission« von Will Hill

07.02.2014 08:03 von vpm

Super-unterhaltsamer Vampir-Kracher

Auch wenn der vorliegende Roman bereits Ende 2012 erschienen ist, möchte ich ihn dennoch vorstellen: Er ist immerhin der Anfang einer neuen Serie, von der es im deutschsprachigen Raum bereits einen weiteren Teil gibt. Und wer Lust auf krachige Action hat, bei der es nicht hundertprozentig auf Logik und Details ankommt, dem wird diese Serie gefallen. Gemeint ist »Department 19«, verfasst von dem englischen Schriftsteller Will Hill.

Der »Department 19 - Die Mission« von Will HillRoman spielt im »Hier und Jetzt«. Geht man also nach aktuellen Genre-Definitionen, könnte man ihn als »Urban Fantasy« bezeichnen. Für mich las er sich wie der Drehbuch-Entwurf für einen Horror-Roman, der einen jugendlichen Helden ins Zentrum stellt. Diese kämpft gegen seine Vergangenheit und wächst im Verlauf der Geschichte an seinen Anforderungen.

Held des Buches ist Jamie, ein 16 Jahre alter Junge, dessen Vater vor Jahren als Terrorist »enttarnt« und von einer Spezialeinheit erschossen worden ist. Seither leidet der Junge darunter, dass sein Vater ein Verräter war, und wird deshalb in der Schule gemobbt; er ist aufmüpfig, laut und frech. Doch dann tauchen in der Nacht auf einmal Vampire auf, die ihn ermorden wollen; er wird gerettet, und als einer der Retter entpuppt sich ausgerechnet Frankensteins Monster.

Jamie muss erkennen, dass viele Mythen, die er kennt, auf allzuwahren Tatsachen beruhen. Es gibt Vampire, und das geheimnisvolle Department 19 kämpft auf allen Ebenen gegen sie. Er lernt die Arbeit des Departments kennen und erfährt, was sein Vater und die Vergangenheit seiner Familie damit zu tun haben. Als er beschließt, seinen Vater rächen zu wollen, muss er gegen einen Vampirfürsten antreten und in einen schrecklichen Kampf ziehen.

Will Hill hat mit dem ersten Teil seiner Serie einen knalligen Thriller geschrieben. Das von ihm geschilderte Department ist ein besonders schräger Geheimdienst, der von der Presse nicht wahrgenommen wird und im Dunkeln operiert. Wenn es zu Kämpfen kommt, lässt es der Autor ordentlich krachen; die Action ist knallig und blutig zugleich. Gleichzeitig aber lässt er durch eine sich anbahnende Liebesgeschichte den jugendlichen Helden mit seiner Pubertät kämpfen.

Was mir immer wieder gefallen hat, sind die pseudohistorischen Rückblenden. Die Clique um Van Helsing, die »damals in Transsylvanien« gegen Dracula kämpfte, wurde im Verlauf der Geschichte zu den Gründern des Department 19. Ihre Geschichte wird in diesen Rückblenden erzählt – im Buch übrigens optisch von den Seiten getrennt, die in der Handlungsgegenwart spielen. Das ist geschickt gemacht und dürfte auch jenen Lesern gefallen, deren Herz eher für die klassische Phantastik steht.

»Department 19 – Die Mission« ist alles andere als große Literatur. Die Charaktere sind nicht sonderlich vielschichtig, und Jamie als Held kann kaum überzeugen. Andererseits schildert der Autor seine Abenteuer so rasant und spannend, dass man ihnen mit Faszination folgt. Der Roman bietet packende Unterhaltung, die sich bis zum Ende abwechslungsreich und mit vielen starken Szenen steigert. Ab und zu macht mir so etwas richtig Spaß, und wenn man mit einer lockeren Einstellung an den Roman herangeht, wird man nicht enttäuscht.

Erschienen ist »Department 19 – Die Mission« bei Bastei-Lübbe; der Roman kam als Hardcover ohne Schutzumschlag auf den Markt und ist 492 Seiten stark. Er kostet 14,99 Euro und kann mithilfe der ISBN 978-3-7857-6080-2 überall im Buchhandel bestellt werden; ebenso bei Versendern wie amazon.de.

Der Roman ist selbstverständlich als E-Book erhältlich, beispielsweise für den Kindle. In dieser Form kostet er 9,99 Euro. Das von Dietmar Bär gelesene Hörbuch habe ich nicht gehört, ich kann also nichts zu seinen Qualitäten sagen. Es ist eine gekürzte Version, die 435 Minuten lang ist, auf sechs CDs erschien und 14,99 Euro kostet. Die ISBN lautet 978-3-7857-4698-1.

Wer sich einlesen möchte, findet zu »Department 19 – Die Mission« eine kostenlose Leseprobe auf der Internet-Seite des Lübbe-Verlages. Ebenso gibt es ein kurzes Interview mit dem Autor.


Klaus N. Frick

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