Die Redaktion empfiehlt: »Das Labyrinth der Träumenden Bücher« von Walter Moers

13.02.2014 07:00 von vpm

Die Fortsetzung des Zamonien-Bestsellers

In den vergangenen zehn, zwölf Jahren ist aus dem ehemaligen Comiczeichner Walter Moers ein äußerst populärer Bestsellerautor geworden; kaum noch etwas erinnert an seine Anfänge. Seinen phantastischen Kontinent  Zamonien hat der Autor mit immer mehr Details immer schöner gestaltet. Längst hat sich Zamonien zu einer komplexen Welt entwickelt, die zahlreiche Fans im In- und Ausland hat; ich gehöre dazu.

Es »Das Labyrinth der Träumenden Bücher« von Walter Moersdauerte eine Weile, bis ich dazu kam, den Roman »Das Labyrinth der Träumenden Bücher« zu lesen. Dieser aktuelle Band der Zamonien-Saga ist die direkte Nachfolge des Bestsellers »Die Stadt der Träumenden Bücher«, für den Walter Moers im Jahr 2005 den Preis der Phantastischen Bibliothek Wetzlar erhielt, spielt aber 200 Jahre nach diesem.

Haupthandlungsträger ist auch diesmal Hildegunst von Mythenmetz; er ist ein Lindwurm, also ein Bewohner der Lindwurmfeste, und gleichzeitig der wichtigste Schriftsteller des ganzen Kontinents Zamonien. Nach seinen unglaublichen Abenteuern, die er vor 200 Jahren in der Stadt Buchhaim erlebte, schrieb er eine Reihe von erfolgreichen Romanen, die ihm buchstäblich Weltruhm einbrachten – doch seit einiger Zeit ruht er sich nur auf alten Erfolgen aus.

Als er einen besonderen Brief erhält, wird ihm klar, dass er erneut nach Buchhaim reisen muss, in die Stadt der Bibliotheken und Antiquariate. Am Ende seines letzten Besuches brannte die Stadt fast völlig ab, aber in den vergangenen Jahrhunderten entstand sie in neuer Pracht. Mythenmetz, der nur einige sehr alte Bekannte in der Stadt kennt, wagt sich vorsichtig in die Straßen von Buchhaim. Nach wie vor ist es eine Stadt der Buchverrückten, der schrägen Autoren und der geheimnisvollen Biblionauten.

Mythenmetz erkennt die neuen Strukturen der Stadt und findet sie faszinierend. Noch während er eine Frage nach der anderen stellt, gerät er immer tiefer in ein Gespinst aus Intrigen. Irgend jemand betreibt mit ihm und den Bewohnern der Stadt ein merkwürdiges Spiel.

So beginnt »Das Labyrinth der Träumenden Bücher«: Der Autor stellt den Schauplatz mit seiner bekannt-beeindruckenden Phantasie vor, präsentiert alle wesentlichen Figuren und beendet sein Buch zu einem Zeitpunkt, an dem der Leser sich darauf freut, dass es »endlich richtig« losgeht. Das Ende ist tatsächlich enttäuschend – man wird als Leser auf die Fortsetzung vertröstet und will eigentlich doch nichts anderes, als sofort weiterzulesen. Im Prinzip handelt es sich um den Auftakt zu einer Trilogie, und wenn man das bei der Lektüre einkalkuliert, ist die Enttäuschung nicht so groß.

Denn selbstverständlich spielt der Autor mit allen Effekten und phantasievollen Ideen, die er scheinbar unaufhörlich aus dem Ärmel schüttelt. Er springt von einem Einfall zum anderen, bringt immer neue Variationen zum Thema Bücher und Lesen. Wer möchte, kann in manchen Details eine Medienkritik des Autors lesen; wer darauf keine Lust hat, wird sich hoffentlich an den zahlreichen Ideen erfreuen. Der Autor und Zeichner Walter Moers hat sein eigenes Buch selbst illustriert – und das ist wie immer ein Genuss.

»Das Labyrinth der Träumenden Bücher« ist nicht so gut wie der vorherige Mythenmetz-Moers-Roman, aber er steckt immer noch voller bunter Ideen. Dass er absolut unterhaltsam ist, versteht sich von selbst. Empfehlenswert ist er damit auch.

Ich habe die Taschenbuch-Ausgabe gelesen, die im btb-Verlag erschienen ist. Sie umfasst 432 Seiten und kostet 14,99 Euro; wer sich dafür interessiert, kann sie mithilfe der ISBN 978-3-442-74617-0 überall im Buchhandel bestellen, auch bei Versendern wie amazon.de. Die E-Book-Version, die es unter anderem für den Kindle gibt, kostet übrigens 11,99 Euro.

Den Roman gibt es zudem als ungekürzte Lesung, als Sprecher ist Andreas Fröhlich tätig. Die zwei MP3-CDs haben eine Laufzeit von 882 Minuten; erschienen sind sie im Hörverlag. Empfohlener Verkaufspreis ist 14,99 Euro; als ISBN ist die 978-3-8445-1005-8 verzeichnet. Zur Qualität des Hörbuches kann ich mich allerdings nicht äußern.

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Klaus N. Frick

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