Die Redaktion empfiehlt: »Cargo – da draußen bist du allein« von Ivan Engler und Ralph Etter

21.11.2013 08:11 von vpm

»Es gibt einen richtig guten SF-Film aus der Schweiz«

Im Vorfeld des PERRY RHODAN-WeltCons brachte der PERRY RHODAN-Autor Marc A. Herren die Idee auf, einen Science-Fiction-Film beim Con auf die große Leinwand zu bringen. »Es gibt einen richtig guten SF-Film aus der Schweiz«, erzählte er mehrfach, und anfangs glaubten wir ihm nicht.

Er hatte selbstverständlich recht. Der Film heißt »Cargo« und ist richtig gut, sein Untertitel lautet »Da draußen bist du allein«, und er kam bereits 2009 in ausgewählte Kinos. Längst gibt es ihn auf DVD, und das ist ein Grund, ihn endlich einmal hier vorzustellen. Ich gehe davon aus, dass der Film nach wie vor ein Geheimtipp ist. Wir haben ihn auf dem WeltCon übrigens nicht gezeigt – nicht, weil wir ihn schlecht gefunden hätten, sondern weil er nicht mehr in das Programmkonzept passte.

Der Film spielt im Jahr 2267 – und vor allemCargo auf einem Raumfrachter, der durchs All schippert. Hauptperson ist eine junge Ärztin, die als einzige wach ist, während die anderen Besatzungsmitglieder im Tiefschlaf liegen. Die Ärztin streift durchs Schiff, durch eine alptraumhafte Umgebung aus fast dunklen Gängen und flackerndem Licht, und sie bekommt immer mehr den Eindruck, nicht die einzige wache Person an Bord zu sein. Kann es sein, dass sie einen Terroristen an Bord haben, der mithilfe des Raumschiffes von der Erde geflüchtet ist?

Die Erde dieser Zukunft ist längst unbewohnbar; die überlebenden Menschen haben sich auf Raumstationen im All zurückgezogen und träumen von dem paradiesischen Planeten Rhea, auf dem alles besser ist. Auch die junge Ärztin möchte nach Rhea auswandern und hat den langweiligen Job an Bord des Raumfrachters nur deshalb angenommen, weil sie das Geld benötigt. In der klaustrophobischen Situation an Bord des Raumschiffes steigen die Spannungen, nachdem die Ärztin die anderen Besatzungsmitglieder geweckt hat und man den Blinden Passagier sucht.

Mit »Cargo« haben die Schweizer Filmemacher Ivan Engler und Ralph Etter gezeigt, dass man mit vergleichsweise wenig Geld einen richtig guten Science-Fiction-Film machen kann. Der Streifen hat seine Schwächen, das brauche ich an dieser Stelle nicht zu verheimlichen. Seine Geschichte ist aber über weite Strecken hinweg sehr spannend und entwickelt sich folgerichtig. Die Schauspieler wirken auf mich glaubhafter als die in manchen hochgelobten Science-Fiction-Erfolgsfilmen, und die Spezialeffekte sind sorgsam eingesetzt.

Wer »Alien« wegen seiner sich aufbauenden Spannung in einem Raumschiff mochte, dem dürfte »Cargo« sehr gut gefallen – auch wenn bei »Cargo« keine Monster auftauchen. Ich mochte den Film sehr und bin mir sicher, dass ihn die Leser dieser Besprechung mehrheitlich mögen werden.

Wer sich vorher ein wenig »schlaumachen« mag, schaue ins Internet. Auf der Internet-Seite gibt es haufenweise Informationen: Wer mag, kann sich Trailer anschauen, Bilder herunterladen oder Hintergründe zu den Schauspielern abrufen. Das ist durchaus lesens- und betrachtenswert! Den Trailer gibt es übrigens auch direkt bei Youtube – die eineinhalb Minuten geben einen guten Eindruck.

Absolut empfehlen kann ich sowieso den Kauf des Films – es gibt ihn als DVD und als Blue-Ray-Disc. Ich habe nur die DVD angeschaut; derzeit gibt es hier eine schöne Box, die neben dem eigentlichen Film auch eine Bonus-DVD enthält. Darauf sind weitere Hintergründe zu sehen: Making-Of-Ausschnitte, unveröffentlichte Musik, gestrichen Szenen oder Skizzen aus dem Produktions-Design.

Einer der Versandhändler, wo man diese Doppel-DVD erhalten kann, ist amazon.de; dort kostet »Cargo« in dieser Ausstattung 8,64 Euro. Ich finde: Bei dem Preis sollte man als Science-Fiction-Fan »zuschlagen«!

Klaus N. Frick

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