Die Redaktion empfiehlt: »Benni Bärenstark – 1 und 2« von Peyo

31.07.2013 08:22 von vpm

Phantastischer Klassiker des Kinder-Comics

Als ich hörte, dass die »Schlümpfe« bei Toonfish erscheinen würden, der Kinder-Abteilung des Splitter-Verlages, stellte ich sofort eine Frage: »Kommen dann bald ›Johann und Pfiffikus‹ und ›Benni Bärenstark‹?« Die Frage war berechtigt. Neben den weltweit bekannten »Schlümpfen« hatte der Comic-Zeichner Peyo einige andere Serien veröffentlicht, die teilweise auch in deutscher Sprache erschienen waren.

Die Gesamtausgabe von »Johann und Pfiffikus« Benni Bärenstark – Band 1: »Die roten Taxis«liegt bereits vor, ein wunderbares Geschenk übrigens für alle Freunde schöner frankobelgischer Comics – und jetzt erscheint Album für Album das Gesamtwerk von »Benni Bärenstark«. Dabei handelt es sich um einen echten Kinder-Comic, den man heute noch lesen und angucken kann, der vor allem immer wieder phantastische Elemente aufweist.

Wobei schon die Grundidee phantastisch genug ist: Benni Bärenstark, im Original übrigens Benoit Brisefer, ist ein acht Jahre alter Junge, der in der kleinen Stadt Freudenberg lebt. Dort ist alles recht beschaulich; nur wenige Autos sind auf der Straße, und die Menschen grüßen sich, wenn sie sich begegnen. Benni ist ein typischer Junge, der sich manchmal überschätzt, der aber ansonsten sehr hilfsbereit und freundlich ist.

Und er hat eine Superkraft: Er ist nämlich unglaublich stark. Wenn er will, kann er ein Auto durch die Gegend schleudern, schneller als eine Eisenbahn rennen und quer über die Dächer der Stadt springen. Seine Superkraft schwindet allerdings ruckartig, wenn er einen Schnupfen erhält; dann wird er wehleidig und kann nur mit Mühe einen Stuhl anheben.

Die erste Geschichte erschien erstmals im Januar 1962 und liegt jetzt in der Neubearbeitung vor. In »Die roten Taxis« werden Benni und sein Umfeld vorgestellt. Sein Freund, der Taxifahrer Piefke, hat Ärger mit einem neuen Taxi-Unternehmen, das recht aggressiv vorgeht. Wie sich herausstellt, stecken dahinter Gangster, die die Stadt ausrauben wollen ... nur Benni kann etwas dagegen tun.

Im zweiten Band wird es phantastischer. Frau Albertine, Benni Bärenstark – Band 2: »Frau Albertine«auf die Benni trifft, erweist sich nämlich als Roboter. Und als etwas schief läuft, wird sie auf einmal böse – und dann beginnt ein Roboter in Gestalt einer alten Dame damit, Banken zu überfallen und Gangster um sich zu scharen. Benni, der in seiner Naivität alles verhindern will, wird auch prompt von den Banditen gefangen genommen ...

Soweit die Inhaltsangaben, die bereits klarmachen, dass es sich bei »Benni Bärenstark« um Comics für Kinder handelt. Die Handlung der Geschichten ist humorvoll, enthält eine Prise Action und ist sehr abwechslungsreich. Peyos Zeichnungen passen dazu; sie sind nicht sonderlich detailliert und setzen klare Schwerpunkte auf die Figuren, sind aber zugleich liebevoll und sehr exakt. Ich hatte »Benni Bärenstark« zuletzt als Jugendlicher gelesen und erkannte die Geschichten sofort wieder – sie funktionieren auch heute noch.

Insgesamt umfasst die Serie zwölf Alben, und ich finde es klasse, dass sie jetzt alle in deutscher Sprache erscheinen. Wer frankobelgische Klassiker mag, sollte hier zugreifen; die ersten zwei Bände sind ein toller Einstieg. Und ich bin sicher, dass nicht nur Nostalgiker ihre Freude an den Geschichten aus den 60er-Jahren haben werden ...

Wie es sich für Splitter und Toonfish gehört, sind die Bände richtig schön gemacht: stabile Hardcover in einem exzellenten Druck und mit einer sehr ordentlichen Verarbeitung. Sammler werden sich über die Bereicherung im Regal freuen, und Kinder können ein solches Buch lesen, ohne dass es gleich zerfleddert.

»Die roten Taxis« hat einen Umfang von 64 Seiten und kostet 12,95 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-86869-932-6 kann man den Comic-Band in allen Buchhandlungen bestellen, selbstverständlich auch über Versender wie amazon.de. Ähnliches gilt für den zweiten Band der Serie: »Frau Albertine«, der manchmal noch als »Madame Albertine« angekündigt worden ist, hat denselben Umfang und denselben Preis sowie die ISBN 978-3-86869-933-3.  Zu beiden Bänden gibt es auf der Toonfish-Seite schöne Leseproben.


Hier geht's zu den Leseproben auf der Seite des Toonfish-Verlags.eu:



Klaus N. Frick

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