Die Redaktion empfiehlt: »Arthus Trivium 1« von Raule / Juan Luis Landa

21.03.2017 08:00 von vpm

Das Nostradamus-Thema in moderner Comic-Form

Zu den historischen Personen, die auch heutzutage noch viele Menschen faszinieren, zählt Michel de Notre-Dame, im Allgemeinen nur als »Nostradamus« bekannt. Im 16. Jahrhundert verfasste der Wissenschaftler und Wahrsager eine Reihe von kryptischen Prophezeiungen, in denen er angeblich zahlreiche Ereignisse der Weltgeschichte voraussagte. Bis heute gibt es Bücher über Nostradamus und seine Weissagungen.

Der Comic »Arthus Trivium« setzt Nostradamus in seine eigene Zeit. Im Jahr 1565 ist er nicht nur Berater des französischen Königs, sondern auch Anführer einer Truppe von Geheimagenten: Drei junge Leute sind in seinem Auftrag in den Provinzen des Reiches unterwegs, um vor Ort gegen die monströsen Mächte der Finsternis zu kämpfen.

tl_files/comic/images/news/news/Arthus_1.jpgDie skurrilen Namen der drei Helden sprechen eigentlich für sich: Arthus Trivium, Angelique Obscura und Angulus Dante sind gut ausgerüstet und ausgebildet; sie setzen sich für die Wahrheit ein und wollen den Menschen helfen. Dabei haben sie es nicht nur mit fanatischen Inquisitoren und intriganten Adeligen zu tun, sondern tatsächlich mit Bestien, die aus der Unterwelt kommen und gefährliche Pläne verfolgen.

Soweit der Ausgangspunkt für »Arthus Trivium«. Erschienen ist bisher der erste Band, der den passenden Titel »Die Engel des Nostradamus« trägt. Bereits im Sommer 2017 soll der zweite Band kommen, weitere Bände dürften rasch folgen. Ich bin sicher, dass sich dafür genügend Leser finden werden.

Der Comic spielt geschickt mit den Elementen des historischen Comics, bringt aber genügend phantastische Elemente ein, ist also eher in die Fantasy- oder Phantastik-Ecke einzusortieren. Die detailreichen Zeichnungen sowie die flotten Texte haben mir viel Freude bereitet und machen mich auf die Fortsetzung der Serie neugierig.

Der Texter Raule greift geschickt die Erwartungshaltung erfahrener Leser auf. Gerade die »drei Musketiere« und anderen Romane oder Filme haben dafür gesorgt, dass das 16. Jahrhundert mit all seiner Mantel- und Degen-Ästhetik geradezu populär geworden ist. Raule bringt genügend historische Details ein, um für eine stimmige Handlung zu sorgen; das alles verbindet er mit den Elementen moderner Phantastik.

Ohne die beeindruckenden Zeichnungen von Juan Luis Landa und die starke Farbgebung bliebe der Comic allerdings eher durchschnittlich. Düstere Stadtansichten, knallige Action, monströse Gegner, starke Hauptpersonen – Landa weiß, wie man eine Comic-Geschichte so erzählt, dass sie die Leser bildgewaltig fesselt und ins Geschehen hineinzieht. Das macht der Künstler abwechslungsreich und detailverliebt, mir hat das sehr gut gefallen.

Alles in allem bietet der erste Band von »Arthus Trivium« einen gelungenen Einstieg in ein neues Comic-Universum, bei dem man auf Fortsetzungen neugierig sein kann. Absolut empfohlen!

Der 48 Seiten starke Comic-Band ist, wie vom Splitter-Verlag nicht anders gewöhnt, als schönes Hardcover erschienen und kostet 14,80 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-95839-424-7 kann der Comic überall im Comic- und Buchhandel gekauft werden, ebenso bei Versendern wie Amazon. Wer mag, kann sich auf der Internet-Seite des Splitter-Verlages die kostenlose Leseprobe anschauen.

Klaus N. Frick

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