Die Redaktion empfiehlt: »Alfred Bester. Tycoon der Science Fiction« von Hans Frey

22.06.2012 09:00 von vpm

Porträt eines bedeutenden Science-Fiction-Schriftstellers

Die Reihe »SF-Personality« ist mir seit Jahren ein Begriff: Angefangen hat sie als überschaubares Fan-Projekt, längst hat sich das Projekt gemausert. Unter »SF-Personality« verstehe ich heute sorgfältig gemachte Sekundärwerke zur Science-Fiction-Literatur, bei der sich jeweils ein Band einem speziellen Schriftsteller widmet.

Zuletzt las ich »Alfred Bester. Tycoon der Science Fiction«, erschienen als Band 22 der Reihe und verfasst von Hans Frey, einem Germanisten und Sozialwissenschaftler. Weshalb sich Hans Frey mit Besters Werk auseinandersetzt, geht leider aus dem Buch nicht hervor, ist aber auch nicht so wichtig: Alfred Bester war einer der Autoren, die in den fünfziger Jahren dazu beitrugen, die Science Fiction in »literarische Gefilde« zu heben und sie von den Anfängen der Weltraum-Action befreiten.

Mit »The Demolished Man« und »The Stars My »Alfred Bester. Tycoon der Science Fiction« von Hans FreyDestination« sicherte sich Bester, der bereits 1987 gestorben ist, schon in den fünfziger Jahren seinen Ruhm als Erneuerer der Science Fiction. Er gewann verschiedene Preise, seine Romane wurden hierzulande mehrfach veröffentlicht; seine Kurzgeschichten kamen leider nur teilweise in deutscher Sprache heraus. Umso interessanter ist es, seine Kurzgeschichten und Romane in einem umfangreichen Buch zu analysieren.

Das wiederum macht Hans Frey in sehr übersichtlicher und gut lesbarer Art und Weise. Er präsentiert alle Kurzgeschichten und Romane des Autors, dazu liefert er eine Inhaltsangabe sowie eine kritisch-inhaltliche Würdigung. Ich selbst kenne nur einen Bruchteil der genannten Geschichten und fand die Übersicht klasse. Seit ich Freys Arbeit kenne, wünsche ich mir vor allem für jene Werke eine deutsche Übersetzung, die man hierzulande praktisch nicht zu Gesicht bekommen hat.

Neben dieser Inhaltsangabe, die durch zahlreiche Abbildungen ergänzt wird, gehört zu dem Buch selbstverständlich eine Bibliografie: Sie listet die Texte sowie ihre deutschsprachigen Veröffentlichungen auf. Ebenso findet sich im vorliegenden Buch ein Essay des Science-Fiction-Schriftstellers, Übersetzers und Herausgebers Michael K. Iwoleit, der Alfred Besters Kurzgeschichten in ein Gesamtbild einordnet.

Nach Lektüre dieses Sachbuches werde ich in meinem Bücherschrank nach Bester-Kurzgeschichten suchen und diese noch einmal lesen, mich vielleicht ein weiteres Mal an einen seiner großen Romane wagen. Eine wiederholte Lektüre scheint sich bei diesem Autor auf jeden Fall zu lohnen: Bester schrieb inhaltlich faszinierende Science Fiction und gab dem Genre bereits in seinen jungen Jahren stilistisch einige neue Impulse. Und ich bekam jetzt eben den Impuls, diesem Autor und seinem Werk nachzuforschen.

»Alfred Bester. Tycoon der Science Fiction« ist 136 Seiten stark und kostet 12,90 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-943279-00-9 kann das Paperback überall im Buchhandel bestellt werden, selbstverständlich auch über Versender wie amazon.de. Eine E-Book- oder Hörbuch-Version gibt es leider nicht.

Klaus N. Frick

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