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Kurzinfo

Titelbildzeichner und vielseitiger Künstler

Erstes Titelbild:
 Der Mutant der Cantrell (1806)

Letztes Titelbild:
 Die Nega-Cypron (2435)

Anzahl der Titelbilder:
209

 Komplette Bibliographie

Downloads:
 titelbild.mp3 (776.23 KB)

Swen Papenbrock

Der Künstler lebt in Baunatal bei Kassel. Geboren ist er 1960, unter Kennern einer der besonders süffisanten Jahrgänge. Aufgewachsen ist Swen Papenbrock in Kassel - und da unter ständiger Begleitung eines guten Freundes namens PERRY RHODAN-Serie. Aber lassen wir ihn doch einfach selbst zu Wort kommen, wie er die damalige Zeit genossen hat:

»Wenn ich mich recht zurückentsinne, war es etwa 1970/71, als ich meinen ersten Kontakt mit der PERRY RHODAN-Serie hatte. Allerdings nicht als Leser, sondern als begeisterter Fan der  Johnny Bruck-Titelbilder. Das hört sich im ersten Moment komisch an, ist aber schnell erklärt.

In unserer Nachbarschaft gab es einen Zeitschriftenladen, der in einem ehemaligen Blumenladen sein Geschäft eröffnete. Wie es nun bei Blumenläden in den 60er und 70er Jahren so üblich war, hing neben der Eingangstür ein Automat, an dem man für eine Mark auch nach den Öffnungszeiten noch Blumen ziehen konnte. Dieses nützte nun der Zeitschriftenhändler aus und legte die aktuellen Heftserien wie Jerry Cotton, Terra und natürlich PERRY RHODAN dort aus.

Taschengeld war zu dieser Zeit noch nicht sehr üppig, und so drückte ich mir tagein, tagaus an den kleinen Fenstern die Nase platt und bewunderte die Titelbilder.

Erst bei Erscheinen der dritten Auflage, ich war ja prima über den aktuellen Stand der Heftromane informiert, konnte ich meinen Vater erweichen, mir etwas mehr Taschengeld zu geben, um die Heftromane von Anfang an zu kaufen.

Diesen verhängnisvollen Fehler hat er spätestens dann bereut, als in meinen Schulheften auf jeder zweiten Seite ein selbstgemaltes Raumschiff von mir herumflog. Aber das Schicksal ließ sich nicht mehr aufhalten. Selbst die nächtlichen Unterbrechungen seitens meines Vaters mit der kompletten Vernichtung meines Heftromans, als ich mal wieder mit einer Taschenlampe den neuesten Roman in Rekordzeit lesen wollte, konnte an meiner Perrymanie nichts mehr ändern.

Ein weiteres, für mich als Zeichner wichtiges Ereignis war 1972 das Erscheinen von »Zack«. Von Anfang an faszinierten mich die vielen verschiedenen Comicserien in dem Magazin. Begeistert kaufte ich mir nun neben den PERRY RHODAN-Heftromanen jede Woche mein »Zack«. Damit war der Grundstein für eine bis heute anwachsende Comic- und Romansammlung gelegt. (Sehr zum Verdruß meiner Eltern!).

Etwa zwei Jahre dauerte es, bis ich bei PERRY RHODAN mit den drei Auflagen die komplette Serie im Schrank stehen hatte. Daneben versuchte ich schon damals die verschiedenen Merchandising-Artikel zusammenzutragen, die zu den Heftromanen erschienen.

Irgendwann Anfang der 80er Jahre wurde dann ein Story- und Zeichenwettbewerb in den ATLAN-Heftromanen der zweiten Auflage ausgeschrieben.

Spontan reichte ich vier Illustrationen ein, die in den Heftromanen 200, 202, 205 und 207 abgedruckt wurden. Einige Wochen später flatterte mir ein Brief mit folgendem Inhalt ins Haus: »Als Sieger des Zeichenwettbewerbs in Heft 202 gratulieren wir Ihnen und übersenden Ihnen einen Scheck über 100,- DM.«

Damit waren die Weichen für meine weitere zeichnerische Zukunft gestellt, denn solch ein Erfolg spornt doch ziemlich an. Bestimmt stauben meine Originale von damals noch heute in den Archiven des Pabel-Verlages herum.

Meine Vorliebe zu PERRY RHODAN und SF gipfelte zwischen 1982 und 1984 dann in dem Versuch, mit einem Freund zusammen ein eigenes Fanzine auf die Beine zu stellen. Es erschienen sporadisch einige Ausgaben von »Dunkelstern/Darkstar«, die mit einer Auflage von jeweils 50 Heften unter die Leute gebracht wurden. Durch meinen Umzug nach Stuttgart gestaltete sich die Zusammenarbeit mit meinem Freund aber doch sehr schwierig, und so verschwand das Heft mit der vierten Ausgabe wieder in der Versenkung.

Irgendwann nahm ich auch Verbindung zur Regionalgruppe des SFCD in Stuttgart auf. Man traf sich einmal im Monat in einem Lokal, und beim nächsten Treffen war ich dabei. Natürlich nahm ich meine Zeichenmappe mit, und die lobenden Bestätigungen aus berufenem Munde gingen runter wie Öl.

Zwischen den Bewunderern saß auch ein Mann, der mir in den nächsten Jahren half, erste Aufträge zu bekommen. Uwe Luserke hatte eine kleine Agentur für Bilder und vermittelte meine ersten Illustrationen.

Ich war schon mächtig stolz, als ich Monate später an einem Kiosk Zauberkreis SF Band 286 mit meinem Titelbild kaufen konnte. Weitere Aufträge folgten für Moewig und Kelter.

Nach meinem Umzug 1985 zurück nach Kassel packte ich einige Zeichnungen zusammen und schickte sie Norbert Hethke. Die Antwort erfolgte prompt einen Tag später. Er rief mich spontan an und fragte, ob ich nicht Lust hätte, ein Titelbild für die »Sprechblase« zu zeichnen. Ich willigte begeistert ein, und so erschien die Ausgabe 74 der »Sprechblase« mit meinem Titelbild.

Wegen einer Illustration rief wiederum Ewald Fehlau vom Bastei-Verlag an. So entstanden einige Zeichnungen für Gespenstergeschichten.«

Nach dem Besuch der Grund- und Realschule absolvierte Swen Papenbrock eine Ausbildung zum Maler- und Lackierergesellen, und später in Stuttgart die Weiterbildung zum Maler- und Lackierermeister, staatlich geprüften Designer in der Fachrichtung Farbe und Gestaltung sowie als Vergolder. Bedingt durch seine zeichnerischen Aktivitäten, übte er diesen Beruf jedoch nur sporadisch aus.

Durch jahrelanges Interesse am Modellbau kam der Künstler Anfang 1995 auf die Idee, eine Büste von  Gucky anzufertigen.

Seit dem Jahreswechsel 1995/96 ist Swen Papenbrock als einer von drei Titelbild-Graphikern für die Cover der PERRY RHODAN-Serie tätig. Seit dem Neustart der  Taschenbücher bei BSV zeichnet er sowohl Titelbilder als auch Innenillustrationen für diese Reihe.

Der vielseitige Künstler ist aber auch im Bereich Comics tätig und arbeitet derzeit an der bei der  Ideenschmiede Paul & Paul erscheinenden Reihe »Die Vergessenen« mit.