Die SF-Leidenschaft des 1959 als Sohn deutsch-ungarischer Eltern geborenen Michael Nagula begann früh: Schon als Kind bevorzugte er die fantastische Literatur und Comics. Als Vierzehnjähriger entdeckte er an einem Kiosk das Heft Nummer eins der dritten PERRY RHODAN-Auflage. Es war eine folgenschwere Begegnung: »Ich verschlang es«, so erinnert er sich später, »hechtete noch am selben Tag zurück zum Kiosk und kaufte mir die aktuelle Erstauflage sowie den neuesten ATLAN, TERRA ASTRA und ein PR-Taschenbuch - und damit war ich auf Jahre hinaus für jede andere Literatur verloren.«
Beim Lesen blieb es nicht lange. Nagula gründete - wie so viele andere - einen Fanclub, schrieb Leserbriefe und gab bald erste eigene Fan-Zeitschriften heraus. Seine Kontakte zur Szene wuchsen, und schließlich brachte er es, noch keine 16 geworden, zu seiner ersten Veröffentlichung: William Voltz, damals Chefautor der Serie, druckte einen seiner Artikel auf einer Leserseite ab.
»Es folgte eine Flut weiterer Artikel«, berichtet Nagula. Sie erschienen in allen Heftromanreihen des Verlages, die sich mit Science Fiction und Fantasy beschäftigten. »Es war eine wilde Zeit, die bis zum großen Heftromansterben Mitte der Achtzigerjahre anhielt.« Daneben begann er Heftromane zu schreiben, die in TERRA ASTRA und verschiedenen Gruselreihen erschienen. Er schien auf dem Weg zum erfolgreichen Autor.
Doch es kam anders. Nagula begegnete Ende der Siebzigerjahre einem alten Weggefährten
Nagula begann Comics zu übersetzen, erst für Carlsen und Ehapa, dann avancierte er 1989 zum Redakteur und Übersetzer der Marvel-Ausgabe des Condor-Verlags. Stolze 31.300 Comicseiten übersetzte er ins Deutsche, bis sieben Jahre später die Lizenz auslief. Er arbeitet heute noch für »Micky Maus« und »Lustiges Taschenbuch«, seit 1999 ist er auch Übersetzer und Leserbriefredakteur der »Star Wars«-Comics bei Dino.
Gleichzeitig suchte Nagula nach einer neuen Aufgabe, jenseits von Comics. »Ich fragte mich«, sagt er, »was ich denn nun eigentlich machen wolle. Ich begann wieder verstärkt mit dem Übersetzen von Büchern, aber nach dem zweiten oder dritten Buch wurde mir klar, dass ich endlich wieder selbst schreiben musste - nach zwanzig Jahren, in denen ich so gut wie nichts Gescheites an Prosa zu Papier gebracht hatte!«
Es entstanden mehrere Kurzgeschichten, je ein Frauen- und ein Vampirroman (als Co-Autor), dann ein »Ren Dhark«-Hardcover und eine Reihe von PERRY RHODAN-Romanen. Nagula übernahm das Lektorat und die Leserbriefredaktion für die ATLAN-Miniserie »Omega Centauri«. Im Mai 2003 wurde er schließlich in das Team von PERRY RHODAN berufen. Der Kreis hat sich geschlossen. Als Fan von PERRY RHODAN begann Nagula - heute zählt er zu den ständigen Mitarbeitern der größten Science Fiction-Serie der Welt.

