Im Jahr 1967 lag plötzlich PERRY RHODAN IM BILD aus, und zwar exakt zwischen »Superman« und »Fix und Foxi«. Auf PERRY RHODAN ohne Bild bin ich etwa ein Jahr später umgestiegen; ATLAN habe ich von Heftroman Nummer 1 an gelesen: »Das galaktische Syndikat«.Das war die Zeit, als in den Heften für Velco-Schlankheitsgürtel geworben wurde, Hypnosekurse und schön anliegende Ohren mittels A-O-BE-Verfahren für 14,80 DM. Ich habe diese Investition, wie man auf dem Foto sieht, damals leider gescheut.
Du bist zur Schule gegangen?
Ja, wenn auch nur kurz, denn es gab die segensreichen Kurzschuljahre! Nach der Schule habe ich ein Studium der Niederlandistik aufgenommen, allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Die holländische Kultur hat mich immer fasziniert: Vermeer, die Vereenigde Oostindische Companie, Delfter Kacheln, Johan Cruyff, lekker Reistafel ... Ich habe gejobbt: im Finanzamt Sparprämien bewilligt und für eine Rheumaklinik eilige Blutkonserven aus der Blutbank von Hagen herbeigeschafft - Strafmandate für allzu hastiges Fahren trug das Krankenhaus. Dann habe ich angefangen, selbst zu unterrichten; eine Weile war ich an der Pädagogischen Hochschule in Olsztyn (Polen). Das war schön: Ich durfte junge polnische Lehrerinnen und Lehrer in die Geheimnisse der deutschen Hochkultur einweihen und habe dazu VHS-Kassetten mit Harald-Schmidt-Shows eingesetzt.
Und jetzt?
Jetzt bin ich verheiratet und habe zwei Kinder, Sophie und Jan-Stephan. Und die ganze Familie hat mich beim Schreiben unterstützt: Beate, meine Frau, las die Seiten Korrektur und suchte Schwachstellen heraus; Sophie hat Klavier und Sims gespielt und mir dadurch immer wieder neuen Schwung gegeben; Jan-Stephan hat im Arbeitszimmer die großen Seeschlachten mit LEGO-Schiffen nachgespielt und mir so vor Augen gehalten, was wahre Abenteuer sind.
Aber sonst hast du schon allein gearbeitet?
Kann man so nicht sagen: Vom mehrfachen Deutschen Meister im Fertigkeitsschießen, Werner Kraszkiewicz, wurde ich in Sachen Schusswaffen beraten; Claudia Kraszkiewicz hat mein Rechnersystem gemanagt und sich später um den Restaurantbetreiber Droszdat sehr verdient gemacht; Christian Stankovic, der Fahrdienstmitarbeiter der Allgäuer Hörnerbahn, erklärte mir auf der Bergstation das Innenleben eines Gondelbetriebs; die Duisburger Endokrinologin Dr. Elisabeth Kornely belehrte mich über das Hormonsystem - wer unter plötzlichen Geschlechtsumwandlungen leidet, kann sich vertrauensvoll an sie wenden. Sachliche Fehler in diesen Bereichen gehen natürlich alle auf mein Konto. Meine Brüder Dietmar und Peter hielten mich von allen handwerklichen Plagen unseres Umzugs frei; sie haben gestrichen und gedübelt, verlegt und tapeziert, während ich auf Dienstreise in der Intrawelt war.
Wozu überhaupt ein Pseudonym?
Ein Pseudonym gehört für mich wie das Titelbild und die Leserkontaktseite zum Gesamtkunstwerk Heftroman:
Und warum dann dieses Pseudonym?
Von allen PERRY RHODAN-Autoren hat mir Wilhelm Voltz (Anmerk. d. R.:
Es fällt auf, dass in deinem Roman viele phantastische Details stecken - nichts scheint »normal« zu sein.
Ich habe mich gefragt: Was wäre für einen Maulspindler, was wäre für eine Telorac »normal«? Für Abertackerschiene unsere Welt ja auch abwegig, kauzig, vollerwunderlicher Dinge wie Kreuzworträtselhefte, Fußball-Weltmeisterschaften, »Wetten, dass …?«-Shows, Rechtschreibkommissionen und so weiter - ein völlig verrückter Himmelskörper!

