13. August 2008
Ich gestehe: Ich bin beeindruckt. Das aktuelle PERRY-Heft aus der Alligator-Farm, das sich erneut als eine Wundertüte mit mehreren Geschichten präsentiert, macht durchgehend Spaß und ist ein Heft, das man allen Comic- und PERRY RHODAN-Fans empfehlen kann, die augenzwinkernden Humor mögen.
Schon das Cover der vorliegenden Ausgabe 135 zeigt, wo es lang geht: Ein offensichtlich wutschnaubender
Haluter - aus dem Heft erfahren wir, dass es
Icho Tolot ist - tobt, und halbnackte Frauen flüchten schreiend. Die Unterzeile »Wer ist hier das Monster?« macht klar, dass offensichtlich einiges nicht so ist, wie das Cover andeutet. Ich finde das Titelbild ziemlich klasse: Es ist trashig genug, um am Kiosk für Aufsehen zu sorgen, und es ist gleichzeitig richtig gut gezeichnet. Sehr schön!
Die Nummer 135 ist übrigens nicht ganz korrekt: Da sich der PERRY-Comic in direkter Fortsetzung der »klassischen« 70er-Jahre-Serie sieht, ist die Nummerierung von damals beibehalten worden. Streng genommen trägt das vorliegende Heft die Nummer fünf der neuen Serie - so steht es auch klein und dezent, aber sehr korrekt auf dem Cover.
Schauen wir uns den Inhalt an, wird erneut klar, wie sehr sich die neue Comic-Reihe mittlerweile entwickelt hat. Die Annäherung an die »gute alte Zeit« ist nach wie vor vorhanden, sie zeigt sich auch in der durchaus satirischen Story »Wilde Weiber wollen es wissen«, die komplett im Stil der 70er Jahre daher kommt - aber letztlich orientiert man sich mittlerweile am schrägen Stil der 90er Jahre, mit knalligen Szenen, Figuren in Action-Szenen und rotzigen Dialogen.
Das Kreativ-Duo Kai Hirdt und Maikel Das, welches den PERRY-Comic von Karl Nagel übernommen hat, dem Gründer der Alligator-Farm, hat eine sehr spannende Comic-Mischung zusammengestellt. Schon die Titel-Story »Wer ist hier das Monster?« kracht buchstäblich: Der Haluter Icho Tolot ist auf Drangwäsche, dabei werden tatsächlich auch viele Lebewesen getötet (ein Umstand, der in den früheren PERRY RHODAN-Heftromanen eher ignoriert wurde), und das Schlussbild zeigt einen
Perry Rhodan in erbarmungswürdigem Zustand.
Weitere Comic-Stories zeigen unter anderem
Atlan oder
Roi Danton im Einsatz. Vor allem die Roi-Danton-Geschichte hat es in sich: Sie wurde von
Wim Vandemaan geschrieben, eine doppelte Premiere. Damit ist zum ersten Mal in der Geschichte der neuen PERRY-Comics ein Teamautor mit einer Geschichte vertreten, und es ist auch der erste
Vandemaan-Comic überhaupt, der publiziert wurde.
Darüber hinaus gibt's im aktuellen Heft eine knallbunte Risszeichnung der CREST II, die in den Comics das offizielle Flaggschiff
Perry Rhodans ist, sowie weitere redaktionelle Texte. Lustig fand ich den Foto-Comic, der angebliche Intrigen in der Alligator-Farm auf selbstironische Art und Weise vorstellt - den sollte aber niemand so richtig ernst nehmen, bitteschön.
Insgesamt ist das 68 Seiten umfassende Heft, übrigens durchgehend vierfarbig, wirklich nur zu empfehlen. Mir hat's richtig Spaß gemacht; die Zeichnungen sind meist auf ansprechendem bis hohem Niveau und können mit der deutschprachigen Konkurrenz locker mithalten. Ich hoffe und ich glaube, dass wir weiterhin viel vom PERRY-Comic und der Alligator-Farm hören werden ...
Ach ja: Den Comic selbst gibt's für 4,95 Euro in jedem Comic-Fachgeschäft oder über den
PERRY RHODAN-Shop. Auf der Homepage der
Alligator-Farm gibt es zudem zahlreiche Hintergrundberichte und Informationen, Skizzen und Ausblicke; dort kann der Comic auch abonniert werden.