15. September 2006
Heute ist es so weit: In der fünften Auflage erscheint ein ganz besonderer Doppelband, der zwei Romane enthält, mit denen die Handlung des laufenden Zyklus »gedreht« und weitergeführt wird. Die Rede ist vom Doppelband 1250/51, den
Thomas Ziegler und
Ernst Vlcek, die beiden damaligen Exposé-Autoren, verfasst haben.
Im Jahr 1985 hatte die PERRY RHODAN-Serie unter der Federführung der zwei Schriftsteller neue Höhepunkte erreicht. Die Endlose Armada in der
Milchstraße, der Dekalog der Elemente und die Aktivierung der Chronofossilien hatten eine kosmische Ebene in die PERRY RHODAN-Handlung gebracht, die viele Leser faszinierte und begeisterte, hinzu kam das Geschehen im mysteriösen Tiefenland. Ich selbst ließ mich zu jener Zeit Woche für Woche von kosmischen Ereignissen verblüffen - ein Ideenfeuerwerk herrschte zeitweise vor, das seinesgleichen suchte.
In dieser Zeit kam mit »Die Raum-Zeit-Ingenieure« ein Roman von
Thomas Ziegler heraus, der aus der Sicht des Arkoniden
Atlan einen interessanten Blick auf das Tiefenland und seine Geschichte wirft. Auf der Lichtebene erfahren
Atlan und seine Begleiter in diesem Februar 429 Neuer Galaktischer Zeitrechnung mehr über die Vorgeschichte der Tiefe, jener Trennschicht zwischen den Universen, um es platt zu sagen, und ihren geheimnisvollen Erbauern.
Die Raum-Zeit-Ingenieure - unter ihnen ein gewisser Myzelhinn - erhielten vor Jahrmillionen einen Auftrag der Kosmokraten: Nachdem das Kosmonukleotid TRIICLE-9 verschwunden und eine
Negasphäre entstanden war, sollten sie einen Ersatz für das Kosmonukleotid erschaffen. Aus diesem Grund entstand das Tiefenland, eine Scheibe, die unglaublich groß war: Sie durchmaß tatsächlich ein Lichtjahr ...
Soviel zum gigantischen kosmischen Rahmen dieses Romans, der für
Atlan und seinen Begleiter Jen Salik darüber hinaus zu persönlichen Konsequenzen führt. Gerade Leser, die sich für den »großen kosmischen Bogen« begeistern, dürften an diesem Roman auch mehr als zwanzig Jahre nach seinem Erscheinen große Freude haben. Mein Lese-Tipp für all jene, die in der aktuellen Handlung von solchen Themen besonders fasziniert sind!
Mit dem Roman
1251 führte
Ernst Vlcek eine neue Figur ein: Stalker, Gesandte von ESTARTU, wird im Roman »Stalker« ausgiebig porträtiert. Dabei ist Stalker nur die Abkürzung seines Namens; in Wirklichkeit heißt der Fremde Sotho Tal Ker, und er kommt aus der Mächtigkeitsballung Estartu, die rund vierzig Millionen Lichtjahre entfernt ist. Die dort regierende Superintelligenz ESTARTU möchte gern mit den Völkern der Milchstraße in Handelsbeziehungen treffen, so die Aussage des Sotho.
ESTARTU verfolge den sogenannten Dritten Weg zwischen den Kosmokraten und den Chaotarchen, und man wolle die Menschen dazu einladen, sich an diesem Dritten Weg zu beteiligen. Auch dies ist eine Aussage, die das Interesse der aktuellen Leser wecken sollte: Den Dritten Weg, den ESTARTU einschlug, wählte auch THOREGON später - nur ging diese Superintelligenz in eine letztlich viel riskantere Richtung, bei der sie auf das Leben noch weniger Rücksicht nahm als ESTARTU.
Der aktuelle Doppelband präsentiert also sowohl einen Wendepunkt des Zyklus als auch der allgemeinen PERRY RHODAN-Handlung. Er legte zudem den Grundstock für manche Entwicklung, die bis zur aktuellen Handlung andauert. Zugleich ist er damit ein Beleg dafür, wie die verschiedenen Autorengenerationen die PERRY RHODAN-Serie über Jahrzehnte hinweg immer wieder fortentwickeln und ausbauen.
Viel Spaß bei der Lektüre!