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Kurzinfo
Nett zu spielen… aber Vorsicht!

4. April 2008

Nett zu spielen… aber Vorsicht!

Ich weiß, Ihr vergnügt Euch derzeit alle im Perryversum mit dem PC-Adventure »Perry Rhodan«. Aber was kommt danach? Natürlich kann man »Perry« mehrere Male hintereinander zocken, doch irgendwann ist die Luft fürs Erste raus. Nun muß Ersatz her! Vor einiger Zeit flatterten mir zwei Spiele von CDV in den Briefkasten, die entspannend spannenden Zockergenuß versprachen. Dabei handelte es sich um »The Chosen«, ein RPG, das im 19. Jahrhundert spielt und »Die Römer«, eine klassische Aufbausimulation.

Bleiben wir doch gleich bei letzterem Spiel, »Die Römer«. Klaro, man ist natürlich der Chef, dessen Aufgabe es ist aus einem Flecken im Verlauf des Spiels, eine ansehnliche Metropole zu bauen. Dazu wird man innerhalb der Kampagne durch diverse Provinzen des Römischen Reiches geschickt, und hat Hilfestellung zu leisten. Im Klartext bedeutet dies: Unterkünfte bauen und ausbauen, Nahrungsversorgung sicherstellen, florierenden Handel entwickeln, Seuchen eindämmen, militärische Präsenz schaffen (und dabei auch schon mal den einen oder anderen Barbarenstamm versklaven oder auslöschen), Religion fördern (die Götter können grausam sein) und dergleichen mehr.

Nun, die Anforderungen sind sehr moderat und im Vergleich zu ähnlich angelegten Aufbau-/Wirtschaftssimulationen - wie man sie aus dem Hause Sierra kennt und die einen manchmal ganz schön zum Schwitzen gebracht haben - fast schon gemütlich. Gespielt wird mit der Maus, über die auch sämtliche Kontextmenüs aufgerufen werden können. Eigentlich genau das richtige Spiel, um nach Feierabend mal eine halbe Stunde zur Entspannung zu daddeln.

Wer überhaupt kein Quentchen Aufregung haben möchte, der kann auch in verschiedenen Einzelszenarien einfach nur bauen und schauen. Aber zurück zur Kampagne. Hier konnte ich leider selbige nicht zuende spielen, da das letzte Szenario, Londinum, schon beim Einladen das Spiel einfach einfror. Ich flehte bei den Göttern des magischen WWW um Gnade und die kam in Form eines Patches. Prima! Also letzteren installiert und das Spiel erneut aufrufen … Pustekuchen, nun stürzte das Spiel gleich nach den diversen Werbe- und Publishereinblendungen ab. Da half kein Jammern und Zähneklappern. Also Patch wieder deinstalliert, das Spiel startete normal und stürzte beim Szenario »Londinum« natürlich wieder ab. Also verschiedene Varianten der Installation/Deinstallation ausprobieren … Das Endergebnis: Jedesmal frustrierend - ob Loki der Fopper mich nicht mag? Letztlich habe ich das Spiel komplett von der Platte geputzt und werde jetzt wohl nie erfahren was mich in »Londinum« zum Schluß noch erwartet hätte.

Kommen wir nun zu »The Chosen«, ein RPG, das im 19. Jahrhundert angesiedelt ist, und bei dem man sich großflächig durch Legionen von Untoten, Monstren und Mutationen schlachten muß: »Mit der Enthüllung des Geheimnisses des Steins der Weisen, wurde der größte Wunsch des mächtigen Zauberers Markus Dominus Ingens wahr: er wurde unsterblich. Getrieben von seinem Stolz und seinem Streben nach Macht eliminierte Markus jeden Alchemisten, der es wagte, sich ihm in den Weg zu stellen. Doch das allein reicht Markus nicht. Sein großes Ziel ist es nun die Weltherrschaft zu übernehmen.

Die geheimen Wächter der Bruderschaft wissen von den Machenschaften des habgierigen und bösartigen Magiers Markus. Deshalb haben sie bereits vor vielen Jahren damit begonnen, Jäger auszubilden und ihnen alles in Magie und Alchimie beigebracht, damit sie sich gut gerüstet dem Kampf gegen die dunklen Mächte stellen können.

Doch nun steht der große Kampf zwischen Gut und Böse bevor: Das Leben des Gottgesandten und die Weltordnung stehen dabei auf dem Spiel.« Soweit die offizielle Hintergrundstory.

Eigentlich beginnt dieses Spiel damit, daß die »Tabula Smaragdina« des Hermes Trismegistos von Bruder Markus geklaut wurde. Im Gegensatz zur vollmundigen Beschreibung kann man sich aber nur einen Avatar aussuchen und nicht die unterschiedlichen Fähigkeiten der gesamten Gruppe nutzen. Ich habe alle drei Charaktere durchgespielt: Als forsches Fräulein Elena - spezialisiert auf Fernkampf mit Bogen, Armbrust und diversen Schußwaffen; als zaubernder Ehrwürden Frater Simon und zuletzt als Hau-drauf-und-Schluß Tong Wong. Jeder dieser Charaktere ist vorgegeben und kann im Spiel entsprechend seiner Grundfähigkeiten ausgebaut werden. Die Ausrüstung und das nötige Kleingeld muß man sich Unterwegs beschaffen. Ausrüstungen können aufgelevelt werden - aber dazu benötigt man schon wirklich gut Gold. Am einfachsten durchsteht man das Spiel mit dem Krieger Tong Wong, gefolgt von Elena und am Schluß das mickrige Fraterchen. Die Charaktere sind doch ein wenig unausgewogen, genau wie die diversen Monstren. So kann es schon mal geschehen, daß Bossgegner leichter zu beseitigen sind als das gemeine Fußvolk - besonders wenn dies in Massen auftritt. Und massenweise Monster sind in diesem Spiel keine Seltenheit. Die Graphik und der Sound kamen flüssig und doch recht prachtvoll rüber, wenn da…

Ja, wenn da nicht diese andauernd vorkommenden Spontanabstürze wären. Also Patch gesucht. Auf der CDV-Seite steht man diesbezüglich ziemlich im Regen, wird aber über einen Link zur Spieleschmiede »Rebelmind« doch fündig. Nur, hier beginnt der eigentliche Frust. Zuerst erfahre ich, daß mein »The Chosen« eigentlich »Frater« heißt. Aber es gibt einen Patch und den sogar multilingual. Flugs runtergeladen und die Installationsroutine aufrufen. Nun, multilingual, es werden nur Englisch, Polnisch und irgendetwas Kryptisches angeboten. Egal, des Englischen mächtig, entscheide ich mich für diese Alternative. Nun wird mir aber im Folgebild in die Augen geschlagen, daß der Patch garnicht für mein Spiel geeignet wäre. Also nochmals zu »Rebelmind« und gesucht. Doch, doch - das ist mein Spiel unter anderem Namen. Also Installation durchlaufen lassen. Nun heißt mein Spiel »Frater« und stürzt genau so häufig, wenn nicht noch mehr, ab. Da hilft nur »die Zähne gewetzt und ihnen nach« aber immer schön oft zwischenspeichern. Das frustriert doch arg.

Dennoch, irgendwie schafft das Spiel mich zu fesseln, sonst hätte ich es nicht mit allen drei Charakteren bis zur Neige ausgekostet. Aber Vorsicht!