18. Februar 2008
Habe ich es eigentlich schon erwähnt, daß ich - neben dem ganzen Rummel für das offizielle Unwort des Jahres - so meine ganz persönlichen Unmutswörter habe? Speziell die Mischworte aus Deutsch und Englisch gehen mir mittlerweile gehörig auf den Zeiger. Aus dem Fahrkartenautomaten wurde die Ticketstation, und die Fahrkarte ist jetzt natürlich ein Ticket. Mein Bäcker um die Ecke ist in ein Bakery-Shop mutiert, und ich frage mich, wann der Schlachter nachzieht - wie wäre es mit Hack’n-Slay-Station? Und auch in der Kneipe, in der ich eigentlich immer ganz gern mal eine Kleinigkeit zu mir nehme, gibt es jetzt nur noch Baked Potatoes - früher hießen die Dinger schlicht und ergreifend Ofenkartoffel.Bestimmt denken sich jetzt ein paar Menschen »Easy goin‘, Alter« obwohl sie doch auch »bleib doch mal locker« sagen könnten. Ganz schlimm hat es die Leute erwischt, die gerade ein Programm »gedownloaded« haben - will heißen »heruntergeladen« und ihr System »geupdated«, womit sie eigentlich sagen wollen, daß sie ihr System aktualisierten. Da wird mir doch ganz plümerant!
Auf jeden Fall haben uns die Hersteller von Computerhardware lieb, so scheint es, denn nun hat auch »Acer« ein Billig-Notebook angekündigt, das im Laufe des Jahres für umme 320 Dollar über die Ladentheke gehen soll. Na, ich kann mich dennoch nicht an die Winzlinge zum Schmunzelpreis gewöhnen - aber ich bin ja auch kein nomadisierender Großstädter, der immer mobil-digital »On-the-run« sein muß. Der einzige Trend, der mir derzeit in der Computerbranche gefällt, ist der Aufbau eines, wie auch immer motivierten, »ökologischen Gewissens«. Sei es bei der Energieersparnis oder auch bei den verbauten Materialien. Da fällt mir gerade ein, daß Ausus vor kurzem ein Notebook mit einem Gehäuse aus Bambus vorgestellt hat. War aber irgendwie ein Flop, denn der verwendete Kleber hatte es dann doch gewaltig in sich.
Im Grunde genommen wollte ich mich ja über Microsoft ärgern, hatte ich mir zu Beginn der Kolumne ganz fest vorgenommen, denn kurz vor dem Schreibanfang überraschte mich mitten in der Abschlußphase einer Übersetzung mal wieder die Meldung, daß Windows nun aktualisiert habe und der Rechner in ein paar Sekunden runterfahren würde. Kennt man ja schon, kurz auf dem Klo gewesen und bei der Rückkehr fährt der Rechner gerade wieder hoch und die bearbeitete Interviewdatei ist im Ar… - stundenlange Schnitte und Tüfteleien im Nirwana entschwunden. Und wer denkt denn schon mitten in der Arbeit ans Zwischenspeichern… Na ja, wie gesagt, eigentlich, denn ich kann ja die Automatik einfach ausstellen - aber muß ich mich denn um alles kümmern?
Jedenfalls ist aus der MISO-Meckerei nichts geworden und eigentlich wollte ich ja auch noch kund tun, daß ich jetzt seit Wochen wieder anonym über Proxy surfe und zwar mit garantierten 2000 MB im Downstream und nicht mit stundenlangen Wartezeiten, die ja jedem Anwender das surfen über Proxy verleiden. Das Geheimnis heißt »CyberGhost VPN« und ich habe beschlossen demnächst mehr darüber zu schreiben, und auch ein entsprechendes Interview zu führen. Also Augen auf und Ohren gespitzt, demnächst in dieser Kolumne.
Überhaupt beschäftige ich mich wieder recht oft mit Software-Entwicklungen aus diesem Land. Wir haben sie doch noch, die kreative Intelligenz, die auch etwas auf die Beine stellen kann. Gerade bei diesen kleinen Softwareschmieden wird man immer wieder total überrascht von Leistung und Preis. Da werden unentbehrliche Helfer, deren Leistung und Umfang manch sogenannten Markenprogrammen gut zu Gesichte stehen würden, für einen absoluten Schmunzelpreis auf den Rechner.
Ich sage ja immer »Mothers little Helper« zu diesen Programmen und die Altvorderen fangen jetzt sicherlich an zu schmunzeln. Für die Jüngeren unter Euch sei gesagt, daß dies ein Songtitel aus den Anfangszeiten der Rolling Stones war, der aber auch überhaupt nichts mit digitalen Helferlein zu tun hatte. Wahrscheinlich hat zu dieser Zeit Billy Gates noch am Fenster seines Kinderzimmers gehangen, und immer zu Nachbars Cindy ins Fenster gegeiert (was den späteren Betriebssystemnamen endgültig erklärt), und überlegt wie er selbige auf dem Rücksitz seines Autos vernaschen könne. Die Sage geht um, daß Billy das nie geschafft hat, und Klein-Cindy wohl eher »Hasta la VISTA, Baby« zu ihm sagte (worauf wir auch diese Namensgebung ein für alle mal geklärt hätten).
Nun, nach diesem kleinen Exkurs zurück zu den digitalen Helferlein aus den prima Tüftelschmieden. Hier habe ich derzeit einige spannende Dinge im Testlauf, die ich ebenfalls in den nächsten Kolumnen ausgiebig vorstellen möchte. Ich denke da zum Beispiel an das Superdefragmentierungsprogramm von Dr. Sven Abel aus Delmenhorst und den PDF-Grabber von Carsten Heidtke, der im schönen Hamminkeln beheimatet ist. Den allesvernichtenden Secure Eraser von Ascomp aus Stuttgart gab's ja schon letzte Woche.
Mensch, jetzt habe ich mich aber festgequatscht - eigentlich wollte ich mir noch so einen gemütlichen DVD-Abend geben und ein paar Folgen von »The Munsters« durch die Augen ziehen. Richtig gelesen, »The Munsters«, auf DVD, die erste Staffel, das Original aus den Sechzigern… Dann liegt hier auch noch die Monsterkollektion von Jack Arnold und der Clan der Vampire lädt zum beißen ein.
Na gut, dann eben morgen, übermorgen oder irgendwann die Tage.
Aber auf jeden Fall gebe ich mir nun die CD »Neuland« von »Anna Katharina«. Hinter diesem Namen verbirgt sich niemand geringerer als Anna Katharina Kränzlein, die Geigerin von »Schandmaul«, die sich hier auf Solopfade begeben hat. Anna stellt einige Eigenkompositionen vor und interpretiert auch einige Klassiker neu. Ich hatte beim Erhalt der CD schon mal ein wenig reingelauscht - genial!
Aber davon und von gaaaanz vielen anderen, spannenden Dingen werde ich demnächst in diesem Theater berichten.
In diesem Sinne grüßt
PST!