8. Januar 2008
Klein - aber fein?
Vom Teenie bis zum Opa, so stellt sich »ASUS« das Klientel für das Mini-Notebook »EeePC« vor. Mit seinen schlappen 300,- Euro, die beim Erwerb des Winzlings zu Buche schlagen, könnte der Elektronikhersteller sogar Recht haben. Allerdings muß man sich dazu erstmal an das Linux-Betriebssystem und das Open Office 2.0 gewöhnen.
Und eigentlich wollte ich dieses Teil schon bereits im Dezember für Euch testen - nur dann kam die Meldung: »Das Ding kommt erst im Januar«! Außerdem bin ich für ASUS wohl ein zu kleines Licht, als dass ich als Tester überhaupt in Erwägung gezogen wurde. Aber wozu hat man Freunde, die sonst nix anderes machen als solche Dinge in großem Maßstab zu testen. Und einer solcher versorgte mich dann für ein paar Tage mit dem Winzling.
Auf den ersten Blick erinnert mich das Gerät an meinen alten PSION, etwa gleich lang, nur doppelt so breit. Der Mini ist in der Tat 23 cm lang, 16,5 cm breit und nur 3,5 cm dick. Dabei wiegt das Gerät deutlich unter einem Kilo und läßt sich somit wirklich in größeren Jacken- oder Hosentaschen verstauen. Wie gesagt, mein oller PSION, auch hier war die Tastatur derart fisselich und miniaturisiert, daß das Schreiben auf selbiger eine Qual war. Genau das gleiche beim Mini-Notebook: Hier sollte man für längeres Arbeiten schon die große Rolltastatur auf Tasche haben.
Das eingebaute Touchpad reagiert außerordentlich empfindlich, da braucht es schon einige Übung, um immer den richtigen Punkt zu treffen. Nettes Gimmick ist allerdings die integrierte Scrollfunktion, die vor allem das navigieren im Webbrowser und bei längeren Dokumenten enorm erleichtert.
Das Herz des »EeePC« besteht aus einem 900 Megahertz Intel Mobile Prozessor und verfügt über einen 512 MB großen Arbeitsspeicher, der wirklich ausreicht. Doch nun zur Festplatte. Die ist flashbasiert und mit 4 GB nicht gerade prall, zumal das vorinstallierte Linux-Betriebssystem inklusive aller Applikationen schon von vornherein etwa 2,4 GB frißt. Wobei ich mich frage, ob die Spiele und Lernprogramme, sowie das Wörterbuch wirklich so unbedingt notwendig sind. Derartiges hätte man auf eine beigelegte MMC-Karte mitliefern können.
Und da bin ich auch beim Stichwort: Ein CD-ROM oder DVD Laufwerk sucht man bei diesem Winzling vergeblich, nur ein einsamer MMC-Einschubschacht ist vorhanden, um den wirklich beschränkten Speicherplatz wenigstens etwas zu erweitern. Dafür sind zwei Schepper-Stereolautsprecher und eine einigermaßen auflösende Webcam integriert. Na ja …
Zusätzlich zu drei USB-2.0-Schnittstellen findet man einen Ausgang für einen externen Monitor und einen Netzwerkanschluß, der entweder via Kabel oder nach den IEEE-Standards 802.11 a, b & g kabellos genutzt werden kann und somit die Schnellstraße ins Internet darstellt. Kommen wir zum Display, das mit 7 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 800 mal 480 Pixel gut sichtbar und scharf zeichnet.
Die Akkus halten bei Vollbetrieb etwa drei Stunden (ASUS verspricht 3 ½ Stunden), was sicherlich auch durch nicht benötigte Motoren für Festplatte und Lüfter ermöglicht wird. Allerdings habe ich mir letzteren doch recht rasch herbeigesehnt, denn das Gerät könnte nach zwanzig Minuten durchaus als großer Taschenwärmer eingesetzt werden, was vor allem bei der aufgeheizten Tastatur sehr unangenehm kommt.
Die Inbetriebnahme des Winzlings geht rasch vonstatten, denn in nur 20 Sekunden ist das Linux-Betriebssystem hochgefahren und einsatzbereit. Auf dem Desktop erblicke ich sechs Registerkarten hinter denen sich alle Anwendungen nach Einsatzbereichen verbergen. Als Internetbrowser fungiert Firefox. Skype ist ebenfalls installiert. Ein Schmankerl ist das Instant Messenger-Programm »Pidgin«, das mit allen gängigen Messengern fertig wird.
Als Emailprogramm finde ich Mozillas Thunderbird, feine Sache. Das vollständige Open Office 2.0 inklusive eines PDF-Readers und des von mir geschmähten Wörterbuchs kann ich über den Reiter »Work« aufrufen. Selbst die Applikationen zur Musik- und Videowiedergabe stellen mich einigermaßen zufrieden.
Alle Applikationen laufen flüssig und verblüffend schnell ab. Dicker Pluspunkt. Alles in allem ist der Mini-Laptop eine machbare Alternative zum wesentlich schwereren und sperrigeren Laptop, und für einen nomadisierenden User wohl fast schon eine Offenbarung. Für mich persönlich ist dieses Gerät keine Alternative aber dies sollte letztlich jeder für sich entscheiden. Also, auf in den Fachhandel und ausprobiert …
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