2. Juli 2009

Die Redaktion empfiehlt:
Maya-Mythen und SF-Technik für Kids

Geheimakte Joshua 01. Die unsichtbare Stadt
von Maria Harris
ISBN: 978-3791508139
Geheimakte Joshua - Die unsichtbare Stadt
von Maria Harris
ISBN: 978-3837304381
Will ein Verlag heutzutage in der Flut von Büchern auffallen, greifen die Verantwortlichen gerne zu besonders ausgefallenen Titelbildern und dergleichen. Der Dressler-Verlag, sonst eher bekannt durch ein ausgewogenes Kinder- und Jugendbuch-Programm, hat für »Die unsichtbare Stadt«, tief in die Trickkiste gegriffen: Das Paperback wird von einem sogenannten Slipcase in orange-roter Farbe umgeben, wodurch das Cover-Logo noch besonders betont wird.

Für die Zielgruppe ist das möglicherweise ein echtes Signal: Angesprochen werden durch das Buch sollten vor allem Jungs - und ich bin sicher, dass ein Junge zwischen 12 und 14 Jahren, der dieses Buch wegen der Gestaltung kauft oder geschenkt bekommt, damit viel Spaß haben wird. Zumindest ich hatte diesen Spaß während der Lektüre, und ich fühlte mich zeitweise selbst wie ein Jugendlicher.

Ausgangspunkt des sehr unterhaltsamen Thrillers ist Joshua, ein in England lebender Junge, dessen Vater Archäologe ist und vor allem in Mexiko forscht. Als sein Vater über dem Dschungel abstürzt und wenig später als tot gemeldet wird, beginnt Joshua damit, hinter dem Fall herzuforschen. Er stellt fest, dass es allerlei merkwürdige Dinge gibt, die nicht so richtig zusammenpassen, in die sein Vater aber verwickelt war. Unter anderem spielt das Datum des 22. Dezember 2012 eine wichtige Rolle, an dem laut einer alten Maya-Prophezeiung das Ende der Welt nahen soll, zudem ist ein uralter Codex der Maya verloren gegangen - und auch damit steht sein Vater in Verbindung.

Kurzerhand macht sich Joshua auf den Weg nach Mexiko, um den Geheimnissen selbst auf die Spur zu kommen. Der Roman, der bis zu diesem Zeitpunkt eher den Regeln eines Verschwörungs-Thrillers folgt, entwickelt sich dann zu einer schnell zu lesenden Mixtur aus Phantastik und Science Fiction, fliegende Objekte am Himmel und eine seit vielen Jahrhunderten verborgene Stadt inklusive ...

»Die unsichtbare Stadt« ist offensichtlich der erste Roman der englischen Autorin Maria G. Harris, zugleich ist es der erste Band einer Serie unter dem Titel »Geheimakte Joshua«; der vorliegende Band wurde übrigens von Frank Böhmert übersetzt. (Das wiederum war mein Grund, das Buch zu lesen ...) Die Autorin kennt sich sowohl in Großbritannien als auch in Mexiko aus, was ihrem Roman ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit verleiht; gleichzeitig ist sie in der Lage, phantastische Szenerien ebenfalls sehr nachvollziehbar und glaubhaft zu schildern. Ein jugendlicher Leser wird sich hier leicht zurechtfinden, und auch ein erwachsener Leser kann viel Vergnügen bei der Lektüre haben.

Was ich klasse finde, sind die permanenten Bezüge zur aktuellen Welt; die Autorin ist keine abgehobene Schriftstellerin, die keinen Bezug zu Jugendlichen hat. Joshua bloggt ganz selbstverständlich, er und seine Freunde benutzen Handys und Internet, wie es heutzutage unter jungen Leuten ganz normal ist, und es fallen Namen aktueller Bands wie der Arctic Monkeys.

Da stört es mich überhaupt nicht, dass weder der Plot noch die Erzählstruktur sonderlich neu sind; ähnliches hat man im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte immer mal wieder gelesen. Durch die Nähe zur Figur des Jungen Joshua schafft es die Autorin immer, die Handlung spannend zu gestalten; die Szenen folgen rasch aufeinander und bringen stets neue Spannungshöhepunkte.
Erschienen ist der Roman als Paperback bei Dressler; er ist 380 Seiten stark und kostet 16,95 Euro. Mit Hilfe der ISBN 978-3-7915-0813-9 ist »Die unsichtbare Stadt« in jeder Buchhandlung zu erhalten, ebenso über Versender wie amazon.de.

Das Audiobook erschien im Oetinger-Verlag, umfasst fünf CDs - die Gesamtdauer liegt bei 352 Minuten - und kostet bei Amazon.de beispielsweise 24,95 Euro; da es bei Hörbüchern keine Preisbindung gibt, kann dieser Preis bei anderen Anbietern anders sein. Gelesen wurde es von Patrick Bach und Lisa Natalie Arnold; ich kann die inhaltliche Qualität allerdings nicht beurteilen, da ich es nicht gehört habe.